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Norddeutsche Rundschau

26. April 2017 | 21:30 Uhr

Namibia : Afrika-Abenteurer berichtet

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Hohenlockstedter Carsten Möhle alias Bwana Tucke Tucke erzählt von seinen jüngsten Erlebnissen in Namibia.

„Bwana Tucke Tucke“ ist wieder auf Deutschlandtour. Der gebürtige Hohenlockstedter Carsten Möhle hält am Montag im Rahmen einer Veranstaltung der Volkshochschule einen Reisebericht in seiner Heimatgemeinde: 19.30 Uhr in der Mensa des Ganztagsschulgebäudes.

In seinem Vortrag geht Carsten Möhle auf die so genannten Diamantensperrgebiete ein. Seit den ersten Diamantenfunden von August Stauch 1908 ist ein großer Teil des südlichen Namibias bis heute Sperrgebiet. Nur die Stadt Lüderitz und die dorthin führende Straße wurden für den allgemeinen Verkehr freigegeben. In dieser Zeit entstanden Siedlungen wie Kolmanskuppe oder Elisabethbucht, die heutzutage Geisterstädte sind. Nachdem sich die Diamantenförderung immer stärker in das Mündungsgebiet des Oranje verlagert hat, wurden die starken Zugangsbeschränkungen abgeschafft und die Fläche wurde zum Nationalpark Sperrgebiet erklärt. Mit Konzessionsinhabern kann man heute in diese Gegenden vordringen, wobei jede Reise eine Expedition durch unwegsamstes Gelände ist.

Im Juni und September organisiert der Abenteurer zwei Diamanenten-Safaris. „Wir suchen Geisterstädte auf, Naturschauspiele wie den Bogenfels, nähern uns Schiffswracks und fangen uns ein paar Langusten.“ Außerdem würden die neuen Nutzungskonzepte für den Nationalpark Sperrgebiet vorgestellt. „Für unsere Safaris haben sich bereits zwei Hohenlockstedter angemeldet“, berichtet Möhle.

Er betreibt in Namibia ein Reiseunternehmen, ist aber auch selbst des öfteren auf Abenteuertour durch den afrikanischen Kontinent. In den Wintermonaten ist er meistens in Deutschland und hält Vorträge. Vielfältige Safari-Erlebnisse gab es für Bwana Tucke Tucke, wie der Hohenlockstedter in Namibia allgemein genannt wird, auch im vergangenen Jahr. „Wir haben die Asche von Wolfgang Wendt in der Apollo-11-Grotte verstreut.“ Der Archäologe, der 2015 starb, hat die urzeitgeschichtliche Forschung in Namibia geprägt. In einer Grotte fand er eine gesprungene Steinplatte, deren Alter auf 27  000 Jahre datiert wird. Da im gleichen Jahr die Raumkapsel Apollo 11 auf dem Mond landete, benannte Wendt den Fundort danach.

Für das Fernsehen hat Carsten Möhle auch gearbeitet. Für die Show „Global Gladiators“, die im Frühjahr auf Pro 7 ausgestrahlt werden soll, hat er bei der Drehortsuche geholfen. „Und wir haben denen lebensgefährlichen Unsinn ausgeredet, den sie mit den Prominenten veranstalten wollten.“ Für die neue Show starten Sänger Pietro Lombardi, die ehemaligen Fußball-Nationalspieler Nadine Angerer und Ulf Kirsten sowie Model und Schauspielerin Larissa Marolt einen Abenteuertrip. Auf der Reise quer durch Namibia bis zu den Victoria-Fällen in Sambia müssen sie an der Seite von vier weiteren Promis spektakuläre Herausforderungen meistern.

Ein weiterer Höhepunkt war eine Tour, die den Spuren einer historischen Afrikaquerung von 1907 bis 1909 folgte. „Hatte Paul Graetz 630 Tage dafür gebraucht, haben wir es in 50 Tagen geschafft“, erzählt der 52-Jährige. Die Tour führte von Windhoek (Namibia) nach Dar Es Salaam (Tansania) und wieder zurück nach Namibia. Mit dabei waren 14 Gäste in drei Geländewagen, die insgesamt 15  000 Kilometer zurücklegten. Fast ohne Probleme: „Es gab nur einen abgerissenen Stoßdämpfer, eine müde Lichtmaschine und vier kaputte Reifen – es war also eher langweilig.“ Höhepunkt für die Teilnehmer war die „Kaperung“ des 103 Jahre alten Schiffs „MV Liemba“, ehemals „Graf Götzen“, auf dem Lake Tanganjiika. „Wir konnten den Kapitän überreden, nach umfangreichen Schweißarbeiten eine Probefahrt zu unternehmen. Wir haben für 500 Euro Diesel eingekauft und 200 Euro hingelegt, damit die Besatzung aus dem Urlaub kommt.“ Dafür gab es eine einstündige Rundfahrt auf dem See.

Neben den beiden Diamantentouren ist in diesem Jahr auch eine zweiwöchige Fahrt im Dezember mit einem Hausboot auf dem Lake Tanganjika geplant. Angelegt und gecampt wird dabei im Mahale Mountain Nationalpark. Im Kongo will die Gruppe unter anderem nach drei deutschen Kriegsgräbern suchen.



>Zu sehen sind die Abenteuer von Carsten Möhle und seiner Crew auch unter : www.youtube.com

>  Eintritt zum Vortrag am Montag: 5 Euro.


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erstellt am 19.Mär.2017 | 08:00 Uhr

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