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Norddeutsche Rundschau

04. Dezember 2016 | 21:21 Uhr

Kriminalität : Ältere Itzehoer im Visier von Betrügern

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Unbekannte Täter erschleichen größeren Geldbetrag bei einer 76-Jährigen. Bei Itzehoer Mediziner scheitert Betrugsversuch knapp.

Betrugsversuche scheinen aktuell in der Kreisstadt Hochkonjunktur zu haben. Nachdem die Polizei vorgestern vor unbekannten Tätern warnte, die sich am Telefon als Polizisten ausgaben (wir berichteten), teilte Polizeisprecher Stefan Hinrichs gestern mit, dass die Betrüger erfolgreich waren. „Die Täter haben einen größeren Geldbetrag bei einer 76-jährigen Dame aus Itzehoe erbeutet.“ Eine weitere Geldübergabe habe die Polizei verhindern können, eine Festnahme gelang aber nicht. „Die Täter waren sehr wachsam und sind daher entkommen. Weitere Betrugsversuche sind also nicht ausgeschlossen“, so Hinrichs.

Mit einer anderen Methode versuchten ebenfalls unbekannte Täter an das Geld des Itzehoer Mediziners Sönke Mißfeldt zukommen. „Zum Glück erfolglos“, sagt der Internist, der andere Menschen vor den Methoden warnen möchte. Mißfeldt tätigte gerade eine Online-Überweisung, als sein Computer plötzlich eine Warnmeldung einblendete. Es seien „fremde Aktivitäten“ auf seinem PC festgestellt worden. Er möge eine angebliche Servicenummer der Deutschen Telekom anrufen. „Die Meldung ließ sich nicht löschen. Ich wollte ja weiter arbeiten, deshalb habe ich angerufen.“

Am anderen Ende meldete sich ein freundlicher Mann, der sich sofort hilfsbereit zeigte und Mißfeldt Schritt für Schritt dazu anleiten wollte, ihm Zugriff auf seinen Computer zu geben, eine sogenannte „Remote-Steuerung“ einzurichten. „Da wurde ich skeptisch und habe genauer nachgefragt.“ Die stockenden und wenig überzeugenden Antworten bestätigten den Verdacht. Nach dem Gespräch war Mißfeldt sicher Opfer eines Betrugsversuchs geworden zu sein. „Ich habe sofort die Polizei und meine Bank informiert.“ Ein finanzieller Schaden ist bis jetzt nicht entstanden. Vermutlich brach Mißfeldt die Fernsteuerung gerade noch rechtzeitig ab. Seine Zugangsdaten für das Onlinebanking wurden kurzfristig geändert.

Seinen Computer lässt der Arzt nun im Computerladen von Guido Meißner am Dithmarscher Platz auf eventuell noch vorhandene Viren überprüfen. Für den IT-Fachmann ist der Betrugsversuch keine Überraschung. „Wir haben regelmäßig mit ähnlichen Fällen zu tun. Tendenz steigend.“ Der beste Schutz sei neben einer guten Antiviren-Software „größte Vorsicht“. „Lieber einmal zu wenig klicken oder anrufen als einmal zu viel.“ Bei Aufforderung zur Dateneingabe am Telefon sollte man grundsätzlich sehr skeptisch sein.

Was Meißner ebenso wie Polizeisprecher Stefan Hinrichs feststellt: Die Täter suchen sich offenbar ganz gezielt, ältere Menschen als potentielle Opfer aus. „Unter 50 ist kein Betroffener, von dem ich weiß“, sagt Meißner. Er vermutet, dass ältere Menschen offenbar leichter zu beeinflussen sind und daher gezielt ins Visier der Betrüger geraten. „Die sind dann immer sehr nett und hilfsbereit. Stefan Hinrichs bittet die Bevölkerung ältere Familienmitglieder und alleinstehende Nachbarn und Bekannte auf die Gefahren hinzuweisen. „Es spricht leider wenig dafür, dass die sehr einfallsreichen Täter ihre kriminellen Aktivitäten in der nächsten Zeit einstellen werden.“

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erstellt am 30.Sep.2016 | 12:00 Uhr

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