zur Navigation springen

Norddeutsche Rundschau

06. Dezember 2016 | 22:54 Uhr

Wacken Open Air : Abreise vom WOA 2016: Es bleiben Matsch und Müll

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Abreise im Regen verlief stockend, Trecker mussten Autos abschleppen – die Stimmung blieb aber überwiegend entspannt.

Wacken | Während die ersten Metalheads bereits in der Nacht zu Sonntag das Festival verließen, taten sich die Restlichen schwer, den „Heiligen Acker“ zu verlassen. Allerdings eher unfreiwillig.

„Ich stehe hier seit Ewigkeiten und warte darauf, dass mein Auto von einem Trecker aus dem tiefen Schlamm gezogen wird“, sagte Claudia aus Bad Camberg. „Im vergangenen Jahr kam ich hier nicht weg, weil mir meine Tasche samt Autoschlüssel gestohlen wurde – jetzt hänge ich hier wieder fest.“ Dennoch zeigte sie Verständnis. „Die haben hier alle derzeit viel zu tun mit ihren Traktoren“. Und: Wiederkommen werde sie im nächsten Jahr auf jeden Fall.

Matsch-Look für das Auto.
Matsch-Look für das Auto. Foto: Kristina Mehlert

Weniger Verständnis aufbringen konnte Gerfried aus Karlsruhe. „Das ist doch alles scheiße hier und sauschlecht organisiert.“ Über zwei Stunden stünde er nun schon auf dem Festivalgelände im Stau. „Hier bewegt sich nix – wo bleiben die Abschlepper?“ Nur wenige Meter weiter hatten sich ein paar Leute zusammengefunden, um Fahrzeuge mit und ohne Wohnanhänger oder Sprinter aus dem Schlamm zu helfen.

Schwer bepackt machten sich die Fans auf den Heimweg.
Schwer bepackt machten sich die Fans auf den Heimweg. Foto: Kristina Mehlert

Nach vier Tagen lauter Musik-Dauerbeschallung war am Sonntag dann aber doch noch so etwas wie Stille eingetreten. Regen und Sonne wechselten sich ab. Überall wurde gepackt, Müll gesammelt und sogar sortiert. Dennoch bot der Acker keinen schönen Anblick: Müll, soweit das Auge reicht. Essensreste, Flaschen, Dosen, Zelte, Pavillons, Grills, Sofas und viele im Schlamm versunkene Schuhe. „Das stört uns nicht – wir werden jetzt noch grillen“, sagte Mike aus der Schweiz. Ohnehin war es ruhig geworden auf den Campingplätzen, wo sich der eine oder andere noch laut gähnend am Wohnwagenfenster oder auf dem Campingstuhl ausruhte.

Was vom Zelt übrig blieb, findet Anschlussverwendung als Regenschutz.
Was vom Zelt übrig blieb, findet Anschlussverwendung als Regenschutz. Foto: Kristina Mehlert
 

Andere dagegen leerten zwischen dem ganzen Müll noch die letzten Bierdosen. „Wir dürfen das – wir haben eine Fahrerin“, sagte Alex aus Mannheim. Außerdem, so sagte er, könnten sie sich Zeit lassen, „weil eh keiner wegen des vielen Schlamms so schnell den Holy Ground verlassen kann.“

Kaum wiederzuerkennen war am Sonntag die Hauptstraße. Abreisende mit Koffer, Rucksäcken und Trollis waren zu sehen, aber kaum noch Buden und Essensstände. Längst hatten die Einwohner ihre Vorgärten wieder in den Urzustand vor dem Festival zurückversetzt. Für ein Jahr ist wieder Ruhe eingekehrt in der 1800-Seelen-Gemeinde, die im kommenden Jahr wieder mehr als 70.000 Metalheads begrüßen wird.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen