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Norddeutsche Rundschau

07. Dezember 2016 | 21:21 Uhr

Wildunfälle : 647 Rehe sterben auf Steinburgs Straßen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

In der dunklen Jahreszeit steigt die Zahl der Wildunfälle. Allein 647 Rehe sind 2015 auf den Straßen im Kreis Steinburg gestorben. Doch blaue Reflektoren sorgen für rückläufige Unfallzahlen.

Der Kreis Steinburg ist 105  000 Hektar groß. Fast 90 Prozent davon dürfen bejagt werden. Trotzdem sterben beispielsweise fast ein Fünftel aller getöteten Rehe (3298) anderswo: auf der Straße.

647 Rehe sind 2015 im Straßenverkehr gestorben, berichtet Ute Lange, Kreisobfrau der Kreisjägerschaft für Öffentlichkeitsarbeit. Die Zahlen von Damwild (9), Rotwild (1) und Wildschweine (Schwarzwild, 5) können dagegen vernachlässigt werden; Hasen waren es 470. Fuchs, Marder und andere kleinere Tiere würden zudem gar nicht erfasst. Mit der Gesamtzahl von 662 Wildunfällen liegt Steinburg allerdings weit entfernt von den Spitzenreitern Rendsburg-Eckernförde (2246), Schleswig-Flensburg (1603) sowie Segeberg und Ostholstein (je 1572).

Besonders von September bis Januar und auch im Sommer zwischen Juli und August ist mit stärkerem Wildwechsel zu rechnen – dann sind viele Tiere auf „Brautschau“. Im Kreis Steinburg gibt es Schwerpunkte, an denen die Verkehrsteilnehmer verstärkt mit Reh und Co. rechnen müssen. Laut Ute Lange gehören zu den Unfallschwerpunkte überwiegend die viel und schnell befahrenen Bundesstraßen wie B 77 (Revier Schmabek und Revier Peissen), B 206 (Höhe Schmabek), B 430 (Höhe Reher) und B  431 (Nutteln, Tiefenthal). Aber auch an den Kreisstraßen 57 (Reher-Peissen), K  39 (Hohenfiert-Silzen), K  37 (Silzen-Poyenberg) und K  62 (Höhe Mehlbek) sowie an der Landesstraße 130 (Wacken-Nienbüttel) käme es häufiger zu Wildunfällen. „Es gibt zahlreiche Reviere im Gebiet der Kreisjägerschaft. Und quasi jedes hat seinen eigenen Schwerpunkt für Wildunfälle.“

Die Zahlen, so Lange, blieben in den vergangenen Jahren relativ konstant mit leicht steigender Tendenz. Das liege am zunehmenden Verkehr und der steigenden Anzahl von Wildtieren, vermutet die Kreisobfrau für Öffentlichkeitsarbeit. Immer wieder gibt es Versuche, die Zahl der Wildunfälle zu senken. Seit einigen Jahren werden besonders an den Schwerpunkten blaue Reflektoren an den Leitpfosten montiert. Bisher mit Erfolg. „Die eingesetzten Wildwarnreflektoren sorgen in den meisten Revieren tatsächlich für einen leichten Rückgang der Unfallzahlen.“ Gerade an der Bundesstraße 5 bei Wilster seien jetzt weniger Unfälle zu verzeichnen.

Langfristig, so vermuten die Jäger, könne allerdings eine Gewöhnung eintreten. Doch auch darauf sind die Waidmänner vorbereitet. Sollte die Scheuchwirkung nachlassen, werden die Reflektoren für eine gewisse Zeit abgebaut, gereinigt und nach einigen Monaten wieder angebracht.

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erstellt am 08.Nov.2016 | 04:58 Uhr

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