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Haus an der Stör in Itzehoe : 49 neue Wohnungen für Senioren

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Das Haus an der Stör wird um einen Neubau für 7,5 Millionen Euro erweitert. Baubeginn ist für Sommer geplant, die Fertigstellung für Herbst 2018. Archäologische Funde könnten diesen Plan allerdings noch durchkreuzen.

Der Name des Projektes lautet „Betreutes Komfort-Wohnen“ – und baurechtlich ist der Weg nun frei: Das Senioren- und Therapiezentrum Haus an der Stör wird um einen Neubau erweitert. Er entsteht für 7,5 Millionen Euro auf dem früheren Aldi-Gelände direkt gegenüber vom vorhandenen Gebäude zwischen Reichenstraße und Störufer.

„Aufgrund stetig wachsender Nachfrage freuen wir uns bereits sehr auf den Baubeginn“, sagt Einrichtungsleiterin Gülhayat Dilgin-Kosar. Geplant ist ein Komplex aus 20 Wohnungen mit anderthalb Zimmern sowie 29 Zwei-Zimmer-Wohnungen. Diese entstehen in den Obergeschossen des neuen Gebäudes, das äußerlich dem bestehenden Haus angepasst wird. Im Untergeschoss wird eine Tagespflege mit 24 Plätzen eingerichtet. Rund 7,5 Millionen Euro werden nach den Worten Dilgin-Kosars investiert. Die ursprünglichen Pläne hatten noch vorgesehen, die Reichenstraße an ihrem Kopfende zu überbauen. Das stieß bei der Politik auf wenig Gegenliebe. Kritiker befürchteten einen „Gebäuderiegel“, der die Sichtachse zur Stör versperrt. Jetzt hat die Ratsversammlung den geänderten Bebauungsplan aber anstandslos gebilligt.

Allerdings gibt es Beschränkungen für den Bauherrn. Weil Kampfmittel im Boden nicht auszuschließen sind, muss vor dem Tiefbau eine Sondierung erfolgen. Und auch etwas ganz anderes könnte sich im Erdreich verbergen: Nicht auszuschließen ist, dass wichtige Bauten in der Vergangenheit auf dem Bauareal standen. Darauf hat das Archäologische Landesamt in seiner Stellungnahme zum Bebauungsplan hingewiesen. Gemeint sei die sächsisch-schauenburgische Burganlage „Etzeho“ des 11. bis 13. Jahrhunderts mit Siedlung, die sich dort befunden habe, erläutert Matthias Maluck vom Landesamt. „Die Ausmaße solcher Anlagen sind oft nicht genau bekannt. Grundsätzlich sind daher archäologische Spuren im Boden zu erwarten, die dann von uns dokumentiert und ausgegraben werden müssen.“

Deshalb müssen die Investoren vorsichtig vorgehen. Von einer „Schürfung“ sprach Architekt Stefan Röhr-Kramer im jüngsten Stadtentwicklungsausschuss. „Wenn etwas gefunden wird, muss richtig untersucht werden. Dann muss eventuell sogar eine Grabung stattfinden.“ Im Extremfall könne womöglich gar nicht gebaut werden – aber das sei nicht zu erwarten.

So sieht es auch Gülhayat Dilgin-Kosar angesichts der Aldi-Vergangenheit des Grundstücks. Ihre Bedenken, dass das Projekt durch historische Überbleibsel gefährdet werden könne, seien „derzeit noch gering“. Mitte des Jahres soll mit dem Bau begonnen werden. Die Fertigstellung des neuen Gebäudes ist dann für den Herbst 2018 geplant.

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erstellt am 10.Mär.2017 | 05:00 Uhr

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