zur Navigation springen

Landeszeitung

08. Dezember 2016 | 17:18 Uhr

Nach wochenlangen Bauarbeiten : Zwischen Kiel und Rendsburg: Neuer Asphalt auf A210 schlägt Wellen

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

In den Ferien für die Bauarbeiten wochenlang gesperrt, sollte die Fahrbahn eigentlich verbessert werden. Jetzt hat der Landesbetrieb Mängel festgestellt.

Der Schein trügt auf der Autobahn 210: Der frisch verlegte Asphalt zwischen dem Kreuz Rendsburg und der Anschlussstelle Bredenbek ist nicht so eben, wie er auf den ersten Blick aussieht. An mehreren Stellen auf der rund sieben Kilometer langen Strecke ist die Oberschicht nicht vollständig eben. Die neue Straßendecke ist dort wellig. Bereits jetzt ist klar: Repariert werden die Stellen nicht.

Pendler, die täglich auf der Autobahn 210 unterwegs sind, haben es gleich gemerkt. Nachdem die Strecke mit Abschluss der Bauarbeiten am Ende der Sommerferien zunächst einspurig wieder freigegeben wurde, waren bereits Vibrationen beim Fahren spürbar. Das Gefühl trügt die Autofahrer nicht, denn der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr hat bei seiner Kontrollprüfung nach Fertigstellung der Strecke ebenfalls Mängel festgestellt.

Baufirma soll vollen Preis nicht bekommen

Zur Messung ist laut dem Leiter der Rendsburger Niederlassung, Matthias Paraknewitz, eine vier Meter lange Einrichtung auf etlichen Rollen eingesetzt worden, der sogenannte Planograf. Damit wird die Ebenflächigkeit berurteilt. Dabei wurde klar: „Einige wenige Punkte sind außerhalb der vertraglich vereinbarten Leistung“, räumt Paraknewitz auf Nachfrage der Landeszeitung ein.

Die Autobahn 210 ist in den Ferien auf rund sieben Kilometern in Richtung Kiel zwischen dem Kreuz Rendsburg und Bredenbek erneuert worden. Denn nach 30 Jahren war der Asphalt durchlässig geworden. Das eindringende Wasser hätte auf Dauer großen Schaden anrichten können. Fast zur gleichen Zeit wurden auf einer ebenso langen Strecke auf der Gegenfahrbahn die oberen beiden Schichten ausgetauscht.

Aufmerksame Autofahrer haben bereits festgestellt, dass dieser Abschnitt zwischen den Anschlussstellen Melsdorf und Achterwehr nahezu vollständig eben ist. „Diese Strecke ist wesentlich besser geworden“, sagt Matthias Paraknewitz dazu. Obwohl er meint, dass es in der Vergangenheit schon schlimmere Bau-Ergebnisse gegeben hat, wird seine Behörde nun nicht den vollen Preis an das Unternehmen bezahlen, das die südliche Fahrbahn erneuert hat. „Die Firma erhält Abzüge“, so der Paraknewitz.

Landesbetrieb sind die Ursachen nicht bekannt

Das Problem ist, dass die an sich ebene Fläche der Asphaltdecke an einigen Stellen höher und an anderen niedriger liegt als vorgegeben. „Die Straße liegt unruhiger“, so Paraknewitz. Autofahrer spüren das ihm zufolge aber je nach Tempo, Dämpfung des Wagens und Radabstand auf unterschiedliche Weise. An einigen Stellen sei der Toleranzbereich jedoch überschritten. Das betreffe jedoch nicht die Tagesansätze. Diese Kanten über die gesamte Fahrbahnbreite entstehen, wenn der Asphaltfertiger abends ausgeschaltet wird und morgens an der gleichen Stelle wieder neu beginnt. Die machen sich beim Autofahrer als kurzes Klacken unter den Reifen bemerkbar.

Die Ursache der Mängel kennt auch Matthias Paraknewitz nicht. „Eine Straße ist kein Industrieprodukt, sondern eine individuelle handwerkliche Leistung“, versucht er den Unterschied zu erklären. „Leichte Fehler fahren sich nach ein bis zwei Jahren weg.“ Wenn aber zum Beispiel der Fertiger beim Legen des Asphalts falsch eingestellt war, bleiben die leichten Wellen dauerhaft. Zu den festgestellten Mängeln sagt er: „Das ist nicht reparaturfähig. Beim Ausfräsen der Stellen würden wieder zwei Tagesansätze mehr entstehen. Das macht die Sache nicht besser.“

Laut dem Niederlassungsleiter wird derzeit untersucht, ob die Dicke der Asphaltschichten sowie die Zusammensetzung des Mischgutes den Anforderungen entsprechen. Mit den Ergebnissen sei jedoch erst in einigen Wochen zu rechnen.

zur Startseite

von
erstellt am 14.Sep.2016 | 06:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen