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Landeszeitung

05. Dezember 2016 | 11:38 Uhr

Neues Baugebiet? : Zweite Chance für die Heitmann’schen Koppeln

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

7,7-Hektar-Areal soll Wohngebiet werden. Erster Versuch war am Einspruch der Bundeswehr gescheitert.

Die Stadt Rendsburg will im kommenden Jahr die Voraussetzungen dafür schaffen, die 7,7 Hektar großen Heitmann’schen Koppeln in ein Wohngebiet zu verwandeln. Eine wichtige Planungsgrundlage gibt es bereits: den zuletzt im Jahr 2005 überarbeiteten Bebauungsplan Nr. 24. Was jedoch fehlt, sind die nötigen finanziellen Mittel, um die erforderliche Infrastruktur wie Straßen und Kanalisation zu schaffen. Politiker gehen von Kosten von über einer Million Euro aus. Um den Etat der Stadt nicht zu belasten, könnte eine private Trägergesellschaft ins Spiel kommen, die das Areal erwirbt, erschließt und vermarktet.

Quasi durch die Hintertür hatte die Ratsversammlung in der vergangenen Woche ihren politischen Willen dazu bekundet, die Heitmann’schen Koppeln zu besiedeln. Auf der Tagesordnung stand die „Fortschreibung des Flächenentwicklungsplanes 2016 bis 2025 der Entwicklungsagentur für den Lebens- und Wirtschaftsraum Rendsburg“. Dieses 45-seitige Werk gibt Aufschluss darüber, welche Gemeinden in welchem Umfang künftig Wohnraum schaffen dürfen. Rendsburg taucht darin mit zwei zu entwickelnden Gebieten auf: mit der früheren Eiderkaserne und – für manchen überraschend – mit den Heitmann’schen Koppeln. Die Ratsversammlung verabschiedete den Plan einstimmig.

Von der Gesamtfläche dürften nach Abzug der Flächen für Straßen und Grünanlagen etwa 6,5 Hektar für die Vermarktung übrig bleiben – so kalkuliert es zumindest die Stadtverwaltung. In der Politik ist die Tendenz erkennbar, Familien mit einem mittleren oder sogar niedrigen Einkommen den Bau eines Eigenheims zu ermöglichen. „Denkbar ist aus meiner Sicht ein gestaffelter Grundstückspreis, der Rücksicht auf Familien mit Kindern nimmt“, sagt der CDU-Finanzpolitiker Klaus Brunkert. Das hat es bereits bei der Vermarktung des Wohngebiets Hochfeld gegeben: Wer zum Kaufzeitpunkt ein Kind unter 14 Jahren hatte, bekam auf den Grundstückspreis einen Rabatt von zehn Euro je Quadratmeter angerechnet. Mit dieser Vermarktungsstrategie will die Stadt ihre Einwohnerzahl steigern.

Die Heitmann’schen Koppeln haben eine wechselvolle Geschichte hinter sich. In den Jahren 1995 und 1997 wurden sie von der damaligen stadteigenen Rendsburger Wohnungsgesellschaft für 900  000 Euro gekauft. Doch das Projekt erwies sich als Flop, weil die Bundeswehr den geplanten Wohnungsbau auf dem Klageweg verhinderte. Sie unterhielt in der benachbarten Feldwebel-Schmid-Kaserne mehrere Panzerhallen und fürchtete Einschränkungen für ihren Betrieb durch etwaige Lärmschutzklagen der künftigen Anwohner. Weil sie das Areal nicht mehr vermarkten konnte, geriet die Wohnungsgesellschaft in einen Liquiditätsengpass. Die Stadt erwarb die Koppeln im Jahr 2003, um dem Unternehmen aus der Klemme zu helfen.

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erstellt am 18.Okt.2016 | 09:14 Uhr

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