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Landeszeitung

05. Dezember 2016 | 21:49 Uhr

Nienborstel : Zwei von drei Bürgern gegen Windkraft im Dorf

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Bürgerinitiative „Windjammer“ sammelt 300 Unterschriften in Nienborstel.

Zwei Drittel der wahlberechtigten Einwohner von Nienborstel sind gegen den Bau von Windkraftanlagen in ihrer Gemeinde. Das ist das Resultat einer Unterschriftensammlung der Bürgerinitiative „Windjammer“. „300 Unterschriften gegen die Errichtung von Windkraftanlagen sind ein Ergebnis, mit dem wir sehr zufrieden sind“, meinen die „Windjammer“-Sprecher Stefanie Viereck und Michael Wachsmuth.

Der Verein „Windjammer“ hatte sich am 1. Februar als „Initiative für eine Energiewende im Einklang mit Mensch und Natur“ gegründet (wir berichteten). Drei Hauptziele hatten die Vereinsgründer in ihrer Satzung formuliert: „Wir wollen uns und unsere Nachbarn vor den Gefahren schützen, die von Windkraftanlagen am falschen Ort verursacht werden. Wir wollen ländliche Räume und gewachsene dörfliche Strukturen schützen. Wir wollen den Lebensraum der heimischen Artenvielfalt erhalten und der optischen Verschandelung der Landschaft entgegenwirken.“ In den vergangenen Wochen haben die inzwischen rund 30 Mitglieder der Bürgerinitiative in der Gemeinde Nienborstel Unterschriften gegen den Bau von Windmühlen gesammelt. „Wir haben von Tür zu Tür alle Häuser abgeklappert und waren überrascht, wie wenig die Menschen informiert sind“, erzählt Stefanie Viereck, „kaum jemand weiß, was auf ihn zukommen kann.“ Nach dem aktuellen Stand der Landesplanungen sind gleich mehrere „Abwägungsbereiche für Windenergienutzung“ auf Nienborsteler Gemeindegebiet vorgesehen. Mit ihren Unterschriften sollten die von den „Windjammer“-Mitgliedern besuchten Einwohner bekunden, dass sie „gegen die Errichtung von Windkraftanlagen im Gemeindegebiet von Nienborstel und seiner Nachbargemeinden“ sind. 300 Nienborsteler setzten ihre Unterschrift auf die Liste – 300 von insgesamt 468 wahlberechtigten Dorfbewohnern. „Das sind 65 Prozent Ablehnung“, rechnet Dieter Seifert vor. „Eine Zweidrittel-Mehrheit, mit der wir sehr zufrieden sein können“, sagt Ex-Gemeindevertreter Michael Wachsmuth.

„Der Bürgerwille nimmt Konturen an“, steht für Stefanie Viereck fest, „der Bürgerwiderstand gegen die Windkraftanlagen wächst.“ Die „Windjammer“-Aktivisten haben das Ergebnis ihrer Unterschriftensammlung bereits allen maßgeblichen Stellen der Landesplanung zukommen lassen: der Staatskanzlei, dem Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (MELUR) und dem Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR). Darüber hinaus hat der „Windjammer“-Verein dem Regionalplanungsbüro beim LLUR eine 43-seitige „Abwägungshilfe“ mit vielen Argumenten gegen den Bau von Windkraftanlagen in Nienborstel geschickt. „Wir haben dabei insbesondere auf das Dörpstedter Moor und dessen Feuchtgebiete, heimische Großvögel wie Schwarzstorch und Gabelweihe sowie die durch das Gebiet verlaufenden Vogelzugrouten hingewiesen“, erklärt Dieter Seifert. Der Talraum mit seinen biologisch-ökologisch wertvollen Fließgewässern und Feuchtflächen sei genau so ein „charakteristischer Lebensraum“, wie ihn die Landesplaner schützen wollen, meinen die „Windjammer“-Sprecher. Neben dem Naturschutz geht es Dieter Seifert und seinen Mitstreitern auch um den Gesundheitsschutz für die Menschen. „Der Infraschall ist ein großes Thema, das den Menschen Angst macht“, weiß Stefanie Viereck, die darauf hofft, dass die Unterschriftensammlung bei den Landesplanern Eindruck macht: „Sollte die explizite Bekundung des Bürgerwillens entgegen aller Lippenbekenntnisse der Politiker unberücksichtigt bleiben, werden wir unseren Interessen mit rechtlichen Mitteln Nachdruck verleihen.“

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