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Landeszeitung

04. Dezember 2016 | 13:24 Uhr

Kein Geld vom Kreis : Zwei Dörfer bauen Radweg selbst

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Ab August 2017 gibt es eine neue Verbindung zwischen Schülp und Jevenstedt. Das Land finanziert den Löwenanteil.

Grünes Licht für einen neuen Radweg zwischen den Gemeinden Schülp bei Rendsburg und Jevenstedt: Noch in diesem Jahr sollen die ersten Arbeiten für die Verbindung an der Kreisstraße 43 beginnen. Ein einmaliger Vorgang, denn der Kreis hat sich aus dem Neubau von Straßen und Wegen längst verabschiedet. Zu teuer, heißt es unisono aus Verwaltung und Politik. Deshalb nahmen die beiden Gemeinden ihr Schicksal selbst in die Hand.

Seit mehr als fünf Jahren ist der Radweg an der K43 im Gespräch. Der Bedarf ist da: „Die Kreisstraße ist relativ schmal gebaut“, sagte Bernd Sienknecht vom Amt Jevenstedt auf Nachfrage der Landeszeitung. Für Radler ist kein Platz, wenn sich Autos oder gar Laster begegnen. Hinzu komme, dass die Strecke zwischen den Standorten Westerrönfeld und Jevenstedt der Grund- und Gemeinschaftsschule liege. „Die Verbindung erfüllt im Kreisradwegenetz eine Ergänzungsfunktion“, ist sich Sienknecht sicher.

Das sieht auch Schülps Bürgermeister Wolfgang Wachholz so. Doch ein solches Vorhaben sei für eine Gemeinde allein kaum zu bezahlen. „Es rechnet sich nur, wenn es Zuschüsse gibt“, so Wachholz. Und die sind jetzt bewilligt worden. Landesverkehrsminister Reinhard Meyer teilte dem Kreis Rendsburg-Eckernförde Anfang dieser Woche mit, dass das knapp 1,1 Millionen Euro teure Bauvorhaben vom Land mit fast 650  000 Euro gefördert wird. Damit „machen wir den Verkehr zwischen den beiden Gemeinden ein großes Stück sicherer und entsprechen zudem einem dringenden Wunsch aus der Region“, sagte Meyer. Über die Landesmittel hinaus kommt ein weiterer Zuschuss über 200  000 Euro von der Entwicklungsagentur für den Lebens- und Wirtschaftsraum Rendsburg hinzu. Damit bleiben Schülp und Jevenstedt nur auf einem kleinen Teil der Kosten sitzen. Zwei Drittel davon bezahlt Schülp, weil das der Strecke des Radwegs auf ihrem Gemeindegebiet entspricht, der Rest liegt in Jevenstedt. Mit einer Summe von 150  000 Euro rechnet Wolfgang Wachholz. „Wir sind dankbar, dass es mit der 70-Prozent-Förderung nun läuft“, sagte der Bürgermeister. Beide Gemeinden nutzen ihm zufolge eine große Chance, obwohl Radwegebau eine Uraufgabe des Kreises sei.

Dass sie ihren eigenen Weg beschreiten, ist derzeit einmalig in Rendsburg-Eckernförde. In keinem anderen Ort ist ein neuer Vélo-Pfad in konkreter Planung. Der Kreis sitzt bei der neuen Schülp-Jevenstedter Verbindung dennoch mit im Boot: Nach Fertigstellung wird er in dessen Unterhaltungsprogramm aufgenommen. „Das ist der Kompromiss, den wir den Gemeinden anbieten können“, sagte Dr. Martin Kruse von der Kreisverwaltung gestern.

Der Radweg soll 3,2 Kilometer lang werden und größtenteils östlich der Straße verlaufen. Nur auf dem ersten Stück auf Schülper Gebiet findet er laut Bernd Sienknecht noch auf der westlichen Seite seinen Platz. Die ersten Knicks neben der K43 werden noch im Dezember versetzt, der eigentliche Baubeginn ist für das kommende Frühjahr vorgesehen. Spätestens im August sollen Radler die Strecke nutzen können. Die Bauarbeiten werden von der Rendsburger Niederlassung des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr vorbereitet und von der Gemeinde Schülp ausgeführt, teilt das Verkehrsministerium in Kiel mit.

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erstellt am 30.Nov.2016 | 11:08 Uhr

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