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Camping : Wohnmobil-Stellplätze: Rendsburg macht’s, Flensburg wartet

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Am Nord-Ostsee-Kanal sind geplant. Flensburg denkt seit Jahren über einen Platz nach, doch die Umsetzung fehlt.

Rendsburg/Flensburg | Kein Zimmerservice, keine Animation, kein „all inclusive“: Es ist genau dieses Konzept, das viele Gäste in die Region Rendsburg zieht. Umgesetzt wird es mit dem Wohnmobil und einem Stellplatz. Dieser wird stunden- oder tageweise gemietet – fertig ist der Campingurlaub. In der aufstrebenden Branche holt Rendsburg jetzt kräftig auf. Der Bauantrag für 60 Wohnmobil-Stellplätze am Kreishafen wurde vor kurzem eingereicht. Noch in diesem Jahr soll die Anlage in Betrieb genommen werden. Es wird die größte am nördlichen Ufer des Nord-Ostsee-Kanals.

Damit zeigt die Kanalstadt der Fördestadt Flensburg, wie es geht. Dort wird seit Jahren zwar geplant, diskutiert und vorgeschlagen, doch passiert ist bisher nichts. Wohnmobilisten müssen seit Jahren mit einem schmucklosen Platz ohne Komfort neben dem Klärwerk Vorlieb nehmen, durch den auch noch ein öffentlicher Geh- und Radweg führt. Dafür ist er allerdings kostenfrei.

Wenig Platz, keine Infrastruktur: Der einzige offizielle Stellplatz für Wohnmobile in Flensburg vermittelt einen trostlosen Eindruck.
Wenig Platz, keine Infrastruktur: Der einzige offizielle Stellplatz für Wohnmobile in Flensburg vermittelt einen trostlosen Eindruck. Foto: Michael Staudt
 

Ein Privatmann plant einen Platz am Bahnhof, doch auch hier wartet man noch auf die Umsetzung. Im Gespräch ist auch immer wieder die Harniskaispitze.

Hinter dem Rendsburger Vorhaben steckt die Unternehmerfamilie Eichstedt aus Osterrönfeld („Caravanpark Spann..an“). Sie pachtet die Freifläche zwischen der Hochbrücke und dem umzäunten Kreishafen-Areal. Eigentümer des Grundstücks ist die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) des Kreises Rendsburg-Eckernförde. Ihr gehört auch der Kreishafen selbst. „Als Wirtschaftsförderer des Kreises bin ich stolz darauf, dass wir mit den Eichstedts ein Familienunternehmen par excellence aus dieser Region als Partner für dieses Projekt gewinnen konnten“, sagt WFG-Geschäftsführer Kai Lass. Der Pachtvertrag laufe über zehn Jahre – mit der Option auf eine Verlängerung.

Laut Bernd Eichstedt sind auf der gepflasterten und betonierten Fläche insgesamt 60 Stellplätze geplant. Sie werden in drei Reihen angeordnet. Sobald die Baugenehmigung vorliege, voraussichtlich im Mai oder Juni, werde man damit beginnen, den Platz für den touristischen Zweck auszustatten, teilte der Unternehmer auf Anfrage mit. Ein Sanitärcontainer gehört zum Konzept. Die Pächter investieren nach eigenen Angaben rund 100.000 Euro in den Umbau des Platzes.

Eine Schranke an der Zufahrt soll dafür sorgen, dass künftig nur noch Wohnmobile oder Fahrzeuge, die zum Kreishafen wollen, auf das Gelände rollen können. Alle Versorgungseinrichtungen werden so angelegt, dass sie sich innerhalb kurzer Zeit wieder entfernen lassen. „Es wird ein Ganzjahres-Stellplatz – mit Ausnahme von zehn Tagen für große Veranstaltungen“, so Eichstedt, das sei Teil des Vertrags. Für die Ruderer räumen die Pächter das Feld. WSG-Chef Kai Lass misst dieser Vereinbarung große Bedeutung bei. „Wir behalten die volle Flexibilität. Der Platz kann nach Absprache geräumt werden, so dass der SH Netz Cup oder die NOK-Romantika auf der Fläche weiterhin stattfinden können.“ Erreichbar bleibt außerdem eine Rampe zum Beladen von Schiffen mit Fahrzeugen. Lass: „Falls diese mal wieder benötigt wird, können wir auch kurzfristig reagieren.“

Mit den Stellplätzen auf Rendsburger Seite setze sich der positive Trend im Tourismus fort, fügte der Wirtschaftsförderer hinzu. „Mit den aktuellen Stellplatz-Projekten im Kreis, sei es in Sehestedt, Osterrönfeld oder in Rendsburg, haben wir ein Alleinstellungsmerkmal geschaffen. Da wir auch im Bereich Tourismusförderung unterwegs sind, finden wir das natürlich besonders gut.“

Bernd Eichstedt befürchtet keineswegs, dass ein Überangebot geschaffen wird. „Alle Betreiber werden eine gute Auslastung hinkriegen. In der Hauptsaison muss sich keiner Gedanken machen.“ Mit der Anlage zwischen Hochbrücke und Hafenflair machen Eichstedts vor allem sich selbst Konkurrenz. Wie berichtet, lassen die Reisemobil-Spezialisten in diesem Frühjahr den Hang neben dem „Kanal-Café“ in Osterrönfeld zu 33 Stellplätzen mit freiem Kanalblick umgestalten. Auf Rendsburger Seite wird die Sicht zumindest in der zweiten und dritten Reihe leicht eingeschränkt sein. Das Gelände fällt nur minimal zum Wasser hin ab, und das auch nur im vorderen Bereich. Aus diesem Grund werde man die Stellplätze wohl kostengünstiger als in Osterrönfeld anbieten, so Eichstedt.

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