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Landeszeitung

11. Dezember 2016 | 07:20 Uhr

„Wir befürchten das Schlimmste“

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Keine Ausnahmen mehr von der Schulbus-Satzung – über die Folgen sprach Janika Lemster, Vorsitzende des Schulelternbeirats der Theodor-Storm-Dörfergemeinschaftsschule, mit LZ-Redakteur Tilmann Post.

Unter den Eltern herrscht große Aufregung – sie sind stinksauer, oder?

Klar, sie sollen für eine Leistung mehr Geld bezahlen, die bislang viel günstiger war. Und zwar nicht gerade wenig. Auf manche Eltern kommen Kosten von bis zu 500 Euro pro Jahr und Kind zu, während sie bislang nur eine Eigenbeteiligung von 84 Euro zahlen mussten. Andererseits müssen wir aber auch anerkennen, dass viele Glück hatten, dass sie den Zuschuss vom Kreis und den Schulträgern erhalten haben. Deshalb versuchen wir auch, ein wenig Verständnis für die harte Linie des Kreises aufzubringen.

Wie viele Kinder sind betroffen?

Im Amt Mittelholstein sind es 202, in unserem Schulverband allein 140.

Gehört Ihre Familie auch dazu?

Ja, ich habe drei Kinder. Wir wohnen in Todenbüttel, aber weit außerhalb. Die Schule meiner achtjährigen Tochter ist 3,3 Kilometer entfernt. Deshalb hat der Schulverband immer eine vergünstigte Fahrkarte bewilligt. Wenn der Ortsmittelpunkt zugrunde gelegt wird, beträgt die Entfernung nur ein paar hundert Meter. Deshalb erhalten wir für unsere Tochter im kommenden Schuljahr keine Ermäßigung. Ich kann sie aber nicht allein mit dem Fahrrad losschicken, denn der Weg führt durch einsames Gebiet ohne Straßenlaternen. Hinzu kommt: Die Schulen empfehlen, dass die Kinder erst nach bestandener Fahrradprüfung mit dem Rad fahren. Die findet aber erst in der vierten Klasse statt.

Was sind die Folgen?

Die betroffenen Eltern müssen wohl in den sauren Apfel beißen und den vollen Fahrpreis zahlen, zumindest für ein Jahr. Oder sie fahren ihre Kinder selbst mit dem Auto zur Schule. Wenn das alle tun, gibt es morgens vor den Schulen ein ausgewachsenes Verkehrschaos. Das wäre auch eine Gefahr für die Kinder, die zu Fuß zur Schule gehen.

Rechnen Sie damit, dass die Schülerbeförderungssatzung bis zum Schuljahr 2017/2018 zugunsten der Eltern geändert wird?

Ich bin skeptisch, weil es sehr schwierig ist, alle möglichen Fälle im Vorhinein zu berücksichtigen. Wir rufen jetzt die Eltern unserer Schule per Brief auf, um eine Liste mit Anregungen für den Kreis zu erstellen. Wir hoffen das Beste und befürchten das Schlimmste.

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erstellt am 15.Jul.2016 | 14:54 Uhr

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