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Landeszeitung

09. Dezember 2016 | 10:46 Uhr

Warder : „Wikinger-Streit“ stört Marktfrieden

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

„Mittelalter Live“ in der Arche Warder mit Kampfgetümmel und Katapultvorführung. Tierkarawane beeindruckt Besucher aus dem ganzen Land.

Angeführt von Maultierdame „D’Jakarta“ zog einmal täglich eine Tierkarawane über den Mittelalter-Markt, der am Wochenende Besucher aus ganz Schleswig-Holstein und Hamburg in den Tierpark Arche Warder lockte. Besonders viele Streicheleinheiten vom „Mittelalter Live“-Publikum kassierten rotbunte Zwillinge mit spitzen Hörnern: „Schorsch“ und „Beate“, zwei handzahme Hinterwälder Rinder.

„Schorsch“ und „Beate“ bildeten die Nachhut der Tierkarawane, an deren Spitze Thomas Petersen mit Maultier „D’Jakarta“ am Halfter aufs Tempo drückte. Schließlich hatte der Esel-Tierpfleger schon kurz nach dem Umzug einen weiteren Auftritt, und zwar als mittelalterlicher Apfelhändler. Zusammen mit Poitou-Dame „Tadjine“, die in ihren schicken Satteltaschen jede Menge Äpfel mitschleppte, gesellte sich Petersen zu anderen Händlern, die ihre Ware auf der Auktionswiese der Arche Warder präsentierten, bis der Marktfrieden auf einmal vehement gestört wurde – von streitlustigen Wikingern, die behaupteten, aus Wismar zu stammen. Was auch tatsächlich zutraf, denn einige der Mittelalter-Darsteller, die in der folgenden halben Stunde ein Kampfgetümmel für die Tierparkbesucher inszenierten, waren extra aus Mecklenburg-Vorpommern angereist. „Auch aus Schleswig sind Wikinger dabei und diesmal zudem einige Kreuzritter aus Hamburg“, berichtete Jörn Kruse von der Gruppe „Castrum Plune“: Mittelalter-Fans aus Plön, die sich als slawischer Stamm im Jahre 1000 sehen. Bei dem Hauen und Stechen, das sich am ungehobelten Auftreten der Wikinger entzündete, handle es sich nicht um vorher einstudierte Schaukämpfe, sondern um sogenannte „Freikämpfe“, betonte Kruse „Die Gruppen treffen sich ja nur hier und kennen sich sonst nicht weiter.“ Gewänder und Kampfausrüstung der Mitglieder von „Castrum Plune“ sind selbstgemacht. Der gelernte Schmied Kruse nutzt Originalschwerter und Reiteräxte aus Ausgrabungsfunden als Vorlage für die Produktion der Waffen. Authentisch ist auch das mittelalterliche Katapult, das zum Fundus der Arche gehört und am Wochenende rund 40 Mal seine tadellose Funktionsfähigkeit unter Beweis stellte, indem es zehn Kilo schwere Steine 50 Meter weit durch die Luft schleuderte. „Man hat ja keine Originalteile, sondern nur Entwurfsskizzen zu Rate ziehen können, aber so hätte das Gerät im Mittelalter ausgesehen haben können“, so Rolf Wieczorrek aus Nortorf, der die sogenannte „Blide“ seit sieben Jahren wartet, „das war im Mittelalter die Hauptbelagerungswaffe bis zum Aufkommen der Feuerwaffen.“

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