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Landeszeitung

09. Dezember 2016 | 05:05 Uhr

American Football : Wieder kein Sieg

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

In der American Football-Verbandsliga unterlagen die Rendsburg Knights dem bisherigen Schlusslicht Heide Saints mit 7:21. Für die Rendsburger war es saison- und ligaübergreifend bereits die 13. Niederlage in Folge.

Den Sonntagnachmittag hatte sich Malte Kühl ganz anders vorgestellt. Der 32-Jährige wollte an der Seitenlinie stehen – und nicht auf dem Rasen des Sportplatzes Nobiskrug. Doch aufgrund akuter Personalnot – zwei Spieler hatten kurzfristig abgesagt – musste der Headcoach der Rendsburg Knights im Spiel gegen die Heide Saints das Trikot überstreifen und sich den Helm aufsetzen. Und Kühl wollte mit seiner Mannschaft im Kellerduell der American Football-Verbandsliga den ersten Erfolg nach fast zwei Jahren und zwölf saison- und ligaübergreifenden Niederlagen feiern. Aber auch dieses Vorhaben misslang. Am Ende hieß es 7:21 (0:0, 7:21, 0:0, 0:0) aus Sicht der Ritter. Wieder kein Sieg. „Das war ein gebrauchter Tag. Unsere Leistung passte zu dem ganzen Drumherum mit den kurzfristigen Ausfällen“, haderte Kühl mit der erneuten Niederlage. „Das ist ziemlich ernüchternd. Zumal Heide ja nun keine Übermannschaft ist.“

Die Gäste waren vor dem Kickoff sogar die schlechteste Mannschaft der Liga – nun sind es die Knights. Doch Kühl hat die Hoffnung nicht aufgegeben, dass auch seine Jungs in dieser Saison das Spielfeld noch einmal als Sieger verlassen werden. Als Mutmacher dient dem Coach die zweite Spielhälfte gegen Heide, in der sein Team zwar keine Punkte erzielte, aber auch dem Gegner weder einen Touchdown noch ein Fieldgoal gestattete. „Da haben wir vor allem in der Defense gezeigt, was wir können. Und das mit dezimierter Mannschaft.“ Denn während die Heiligen aus Heide munter durchwechseln konnten, schoben Kühl und Co. teilweise Doppelschichten auf dem Feld. „Dass ich in der Offensive und der Defensive ran musste, habe ich so auch noch nicht erlebt“, sagte Kühl, dem nach Spielschluss der Schweiß nur so von der Nase tropfte. Der 2,02 Meter große Hüne hatte seine aktive Karriere schon vor Jahren wegen gesundheitlicher Probleme beendet. Nun musste sich doch noch einmal ins Getümmel schmeißen und versuchen, den Gegner am Raumgewinn zu hindern sowie den eigenen Quarterback zu schützen.

Doch auch Kühls geballte Erfahrung – 2010 wurde der gebürtige Nortorfer mit den Kiel Baltic Hurricanes Deutscher Meister – verhalf den Gastgebern nicht zum erhofften Sieg. Zunächst patzte die Verteidigung der Knights, dann gelang den Heidern eine Interception – und schon stand es 0:14. Zwar konnten die Rendsburger durch einen Touchdown von Lasse Orthmann und der anschließenden Erhöhung zwischenzeitlich auf 7:14 verkürzen. Doch schon mit dem nächsten Spielzug gelang es den Gästen erneut, den Spielball fast ungehindert in die Endzone der Knights zu bringen. „Drei Fehler, drei Touchdowns für Heide – wir haben es den Saints viel zu einfach gemacht“, klagte Kühl. „Da hat man aber auch gemerkt, dass viele meiner Spieler eben noch nicht so lange spielen. Deshalb mache ich ihnen auch keine Vorwürfe. Aber die vielen Niederlagen sind schon ein bisschen frustrierend. Ich hoffe, dass das bald ein Ende hat.“

Am kommenden Sonnabend ist damit wohl nicht zu rechnen. Da wartet auf das Schlusslicht mit Tabellenführer Hamburg Blue Devils ein übermächtiger Gegner. Und möglich, dass Kühl auch in diesem Spiel wieder auf dem Platz stehen muss – und nicht daneben.

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erstellt am 06.Jul.2016 | 06:00 Uhr

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