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Landeszeitung

09. Dezember 2016 | 12:44 Uhr

Felde : Wieder Fahrkartenautomat gesprengt

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Vorfall ereignete sich am Bahnhaltepunkt in Felde. Sachschaden von 60.000 Euro. Landeskriminalamt schließt eine Bande nicht aus.

Unbekannte Täter haben in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag gegen 3.30 Uhr beide Fahrkartenautomaten am Bahnhaltepunkt in Felde gewaltsam geöffnet. Um an das darin enthaltene Bargeld zu gelangen, setzten sie der Polizei derzeit noch unbekannte Sprengkörper ein. Beide Automaten wurden total zerstört und sind mittlerweile abgebaut worden. Zwar konnten Zeugen beobachten, wie eine Person den Tatort in einem Auto in schneller Fahrt in Richtung Achterwehr verließ, eine sofort eingeleitete Fahndung mit mehreren Streifenwagen blieb aber ohne Erfolg.

Der Vorfall ist nicht der erste dieser Art in diesem Jahr: Am 3. März und am 10. April wurde der Automat in Bredenbek in die Luft gesprengt, beide Male das enthaltene Geld entwendet. Am 18. Februar blieb es bei einem Versuch. Am 2. Juli wurde der Fahrkartenautomat in Schülldorf in die Luft gejagt. Ende Juli hatten sich unbekannte Täter an dem Automaten in Achterwehr zu schaffen gemacht, blieben aber ebenfalls erfolglos. Auffällig ist dabei, dass immer die Fahrkartenautomaten an der Strecke zwischen Rendsburg und Kiel betroffen sind.

Aufgrund der Tatbegehung mit Sprengmitteln fallen die Taten in den Zuständigkeitsbereich des Landeskriminalamtes (LKA). Dessen Pressesprecher, Uwe Keller, berichtet, dass die zuständige Ermittlungsdienststelle sich vorstellen kann, dass ein und dieselbe Tätergruppierung für die Vorfälle verantwortlich ist. „Da bewegen wir uns aber noch im Bereich der Spekulation“, so Keller. Nach Auskunft der Deutschen Bahn (DB) steht aber fest, dass „die Zahl der Automatenaufbrüche bei der DB bundesweit leicht zugenommen“ hat. Bei einem überwiegenden Teil – rund 70 Prozent – der Automatenaufbrüche würden die Täter Hebel- oder Schneidwerkzeuge benutzen. In etwa 20 Prozent der Fälle würde Pyrotechnik eingesetzt. „Die Täter suchen sich meist entlegene Stationen ohne angrenzende Bebauung aus, einige Fälle haben sich aber auch auf Bahnsteigen im Stadtgebiet ereignet“, so eine Bahnsprecherin.

Je nach Art der Zerstörung kostet der Ersatz eines Automaten bis zu 30  000 Euro, so auch in Felde. „Damit überwiegt der Sachschaden die Beute in allen Fällen bei Weitem. Die mögliche Beute beträgt meist nur wenige tausend Euro, oft sogar nur ein paar hundert Euro. Grund dafür ist neben der zunehmenden Kartenzahlung die häufigere Leerung von Automaten, die neben der regelmäßigen Bestreifung durch Bundespolizei und DB-Mitarbeiter sowie die Videoüberwachung das wirksamste Mittel zur Verhinderung von Automatenaufbrüchen ist“, erklärt die DB-Mitarbeiterin weiter. In der Mehrzahl der Fälle gelinge den Tätern der Zugriff auf die Geldkassetten gar nicht. Dennoch hat die Bahn schon im vergangenen Jahr begonnen, ihre Automaten mit Farbpatronen in den Geldbehältern auszurüsten. Bis Ende 2016 sollen bundesweit 2500 Automaten auf kleineren und abgelegenen Stationen damit ausgestattet sein.

„Die Farbpatronen durchtränken bei Erschütterung das gesamte im Automaten befindliche Bargeld und machen es wertlos. Zudem müssen Täter damit rechnen, ebenfalls lange anhaftende Farbspuren abzubekommen“, erläutert die Bahnsprecherin. Die Farbkassetten werden vor allem in Automaten an entlegenen Bahnhöfen – wie etwa denen in Bredenbek oder Schülldorf – eingesetzt, die Standorte wechseln. Ein Aufkleber weist auf die Farbpatrone im Innern des Automaten hin. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Einsatz der Farbpatronen, die in etwa zwei Dutzend Fällen den Tätern bereits erfolgreich die Beute verdorben haben. Noch viel mehr setzen wir natürlich auch auf den präventiven Effekt, um es gar nicht erst zu Aufbruchversuchen kommen zu lassen.“

Das LKA will keine Angaben zur Höhe des in Felde erbeuteten Geldbetrages machen, bittet aber Zeugen, sich zu melden. In jedem Fall bleibe das Team am Ball, so Keller. So sei im Hamburger Randgebiet im ersten Halbjahr eine Serie mit neun Taten geklärt worden.

Die DB will schnellstmöglich an dem Bahnhaltepunkt neue Automaten aufstellen. Bis dahin können die Fahrgäste ihre Tickets im Zug kaufen, indem „sie sich unaufgefordert beim Zugbegleitpersonal“ melden, so die Bahn.

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erstellt am 22.Okt.2016 | 10:52 Uhr

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