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Landeszeitung

04. Dezember 2016 | 11:15 Uhr

Hohenwestedt : Wie ein Einhorn den Kampf entschied

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

„Mittelalterlich Phantasie Spectaculum“ feiert 20. Jubiläum.

Ein Einhorn hat die Hohenwestedter davor bewahrt, von einer Raubritterhorde unterjocht und ausgeplündert zu werden. Dass ein sagenumwobenes Fabelwesen den Kampf zwischen Gut und Böse auf dem Ritterturnierplatz neben dem Hohenwestedter Freibad entschied, passt zum Konzept des „Mittelalterlich Phantasie Spectaculum“ (MPS). Während beispielsweise die Darsteller des Mittelaltermarkts in der Arche Warder eine Woche zuvor allesamt betont hatten, wie wichtig ihnen originalgetreue Ausrüstungen und Authentizität sind, stehen beim MPS in Hohenwestedt Show, Spektakel und Phantasiegestalten im Mittelpunkt.

Seit 20 Jahren macht das MPS zu Pfingsten Station im Park Wilhelmshöhe. 2500 Mitwirkende waren diesmal im Einsatz, um für die Besucher eine Reise in eine phantastische Vergangenheit zu inszenieren. Bereits vor einem Jahr hatte MPS-Chef Gisbert Hiller das Jubiläumsgeschenk verkündet, das er nun im Vorfeld des Pfingstwochenendes bekräftigte: Alle Hohenwestedter hatten diesmal am ersten und am letzten Festivaltag freien Eintritt. Dass sie beim Gastspiel der Ritter nur knapp Knechtschaft und Brandschatzung entgehen, kennen die Bürger schon. Diesmal verkündeten der unheimliche Meister Kallus und dessen Schergen Rainald von Kahlenberg und Hartmann von Rotenberg: „Wir sind gekommen, um die Steuern einzutreiben und eure Weiber zu rauben – und niemand kann uns daran hindern.“

Eine Drohung, der die Raubritter Taten folgen ließen, indem sie den einheimischen Ritter Heinrich von Lichtenstein kurzerhand meuchelten. Genauso verfuhr die Mörderbande dann mit dem Knappen Martin, der als einziger versucht hatte, Widerstand zu leisten. Rettung brachte „ein seltsames Tier, das man früher hier in den Auen gesehen hat: ein weißes Ross mit einem Horn auf der Stirn, von dem man sagt, dass es die Toten zum Leben erwecken kann“. Das von Herold Petrus von Skanderbek schon vor dem Turnier vorgestellte Einhorn reanimierte die Lebens- und Kampfgeister des Knappen Martin, der die Raubritter dann im Tjost mit der Lanze besiegte und die Hohenwestedter somit vor der angedrohten Plünderung bewahrte.

Den Schimmel der Stuntgruppe „Filmpferde.com“, der in Hohenwestedt als Einhorn glänzte, kennt das Kinopublikum übrigens als „Sabrina“ aus den „Bibi  &  Tina“-Filmen von Detlev Buck. Neben den vierbeinigen Darstellern von „Filmpferde.com“ gab es auch ein Dutzend gefiederte Mitwirkende: die Greifvögel von Achim Häfner. Der „Falkner der Herzen“, dessen Vögel zu Therapiezwecken in Einrichtungen für Demenzkranke und Autisten zum Einsatz kommen, präsentierte Eulen, Käuze und Adler, die aber keine Flugshows absolvierten, sondern sich jede Menge Streicheleinheiten abholten. „Mit meinen Eulen und Adlern können die Leute kuscheln“, erklärte Häfner.

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