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Landeszeitung

11. Dezember 2016 | 03:24 Uhr

Analyse : Wasser – eine saubere Sache?

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Mobiles Labor prüfte Proben aus privaten Hausbrunnen . Auskünfte über Nitrat- und Salzgehalt.

Gestern machte auf dem Theatervorplatz ein rollendes Labor zur Wasseruntersuchung Station. Die Umweltschützer des „Vereins zum Schutz des Rheins und seiner Nebenflüsse“, kurz VSR-Gewässerschutz, bot dort eine Analyse von Wasserproben aus Hausbrunnen an. 31 Bürger und Bürgerinnen aus Rendsburg und Umgebung nutzten die Möglichkeit, die Qualität des von ihnen geförderten Wassers überprüfen zu lassen.

Hannelore Jost aus Rendsburg-Süd brachte eine Flasche mit Probenwasser aus ihrem Brunnen zum Labormobil. „Als wir 1965 „Am Schießstand“ unser Haus bauten, gab es dort noch keine Wasserversorgung. Wir mussten einen Brunnen bauen“, erklärte sie. Seit 30 Jahren sei sie zwar an die Wasserversorgung angeschlossen, den Brunnen nutze sie aber noch, um das Gemüse im Garten zu wässern. „Und bei der Arbeit nehme ich auch schon einmal einen Schluck davon“, berichtete Jost. Deshalb sei sie daran interessiert, wie gut die Qualität ihres Wassers sei. Das Analyseergebnis bekommt sie in 14 Tagen mit der Post.

„Die Proben auf Nitrat, Salzgehalt und ph-Wert mache ich hier vor Ort, die weitergehenden Analysen werden von einem Labor durchgeführt“, erklärte Harald Gülzow vom VSR-Gewässerschutz.

Rüdiger Papke konnte sein Ergebnis schwarz auf weiß gleich mitnehmen. „Bis wir vor 15 Jahren an das Wassernetz der Rendsburger Stadtwerke angeschlossen wurden, habe ich das Wasser aus meinem Brunnen als Trinkwasser genutzt“, erklärte der Schülldorfer. Seine Wasserprobe ergab einen Nitratgehalt von weniger als drei Milligramm pro Liter, einen durchschnittlichen Salzgehalt und einen ph-Wert von 7,8. „Der ph-Wert ist gut, es werden dabei keine Metalle gelöst“, erläuterte Gülzow das Ergebnis. Die Werte sprächen nicht gegen eine Verwendung als Trinkwasser. Es wäre dazu aber nötig, eine bakteriologische Untersuchung durchzuführen. „Ich nutze das Brunnenwasser zum Gießen im Garten“, sagte Papke. „Ich bin zufrieden, dass es in Ordnung ist.“

„Wir wohnen im Außenbereich von Borgstedt und sind auf unseren Brunnen angewiesen“, machte Norfried Kunter deutlich. Wegen des zu hohen Nitratgehaltes nutze er das Brunnenwasser allerdings nicht zum Kochen und Trinken. „Dafür kaufen wir im Supermarkt Stilles Wasser.“ Im Sanitärbereich und im Garten würde er das Brunnenwasser allerdings verwenden. Jetzt wolle er durch eine Probe feststellen, ob es jahreszeitliche Schwankungen in seiner Wasserqualität gebe.

Das Labormobil stand nur wenige Meter vom Rendsburger Stadtsee entfernt. Auf die Qualität dieses stehenden Gewässers angesprochen, wies Gülzow auf die Gefahren durch den hohen Phosphatgehalt hin. Das Phosphat gelange unter anderem durch den Kot der Enten ins Wasser und reichere sich in den Pflanzen an. Die Pflanzen abzuernten, den Seegrund auszubaggern oder mit chemischen Mitteln dagegen vorzugehen, seien Möglichkeiten, die Wasserqualität zu verbessern. Oder doch gleich zuschütten? Das sei der letzte Schritt, meinte Gülzow. Der Stadtsee habe immerhin eine ausgleichende Wirkung bei hohen Temperaturen und diene auch der Erholung. Dem widersprach eine Passantin vehement: „Das ist ein Dreckloch.“

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erstellt am 16.Aug.2016 | 06:00 Uhr

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