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Landeszeitung

26. Juli 2016 | 21:49 Uhr

Gesund durch den Winter : Vogelfütterung richtig gemacht

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Meisenknödel und Körnermischungen sind überall zu bekommen. Wer die Tiere füttern möchte, sollte ein paar Dinge beachten.

Bei klirrenden Minustemperaturen scheut so mancher Mensch den Schritt vor die Haustür und ist froh, wenn er es sich im Warmen gemütlich machen kann. Wildtiere allerdings leiden im Winter oft unter Nahrungsknappheit. Vögel zu füttern ist deshalb Hilfe und Naturerlebnis zugleich. Es gibt dabei allerdings auch einiges zu beachten.

„Fast alle Vögel fressen Sonnenblumenkerne gern“, weiß Dr. Henner Kinder, Vorsitzender des Nortorfer Naturschutzbundes (Nabu). Seiner Erfahrung nach sind die Tiere dabei sogar ein wenig wählerisch und bevorzugen die bereits geschälten Kerne. In den Mischungen, die im Handel, etwa in Baumärkten oder Drogerien erhältlich sind, sind außerdem verschiedene Samen enthalten, die von unterschiedlichen Arten bevorzugt werden. Die häufigsten Körnerfresser, die man hierzulande zu Gesicht bekommt, sind Meisen, Finken und Sperlinge. Die Weichfutterfresser unter den Vögeln, zu denen Rotkehlchen, Amseln, Wacholderdrosseln oder Zaunkönig gehören, kann man beispielsweise mit Rosinen, aufgeschnittenem Obst oder Haferflocken füttern. Brot hingegen sollte man generell nicht geben, weil es im Magen der Vögel aufquillt.

„Solange wir Minustemperaturen haben, kann man die Vögel füttern“, erklärt Kinder die Nabu-Philosophie. „Beginnen sollte man damit, ehe der erste Schnee liegt, damit die Tiere die Futterstellen kennen.“ Bei der Wahl des Ortes ist vor allem wichtig, dass Katzen nicht leicht an den Futterspender herankommen – dieser also weder dicht am Boden noch direkt an einem Baumstamm angebracht ist. „Außerdem sollte man darauf achten, dass die Tiere nicht im Futter herumlaufen und es so mit Kot verschmutzen können“, nennt Henner Kinder einen weiteren wichtigen Punkt, auf den man achten sollte. Auf diese Weise wird die Übertragung und Ausbreitung von Krankheitserregern minimiert. Wer dennoch ein herkömmliches Futterhäuschen verwendet, sollte es regelmäßig mit heißem Wasser reinigen. Futterspender sollten laut Nabu außerdem so gebaut und angebracht werden, dass der Inhalt auch bei starkem Wind, Schnee und Regen nicht durchnässt werden kann, da es sonst verdirbt oder vereist. „Es gibt eine große Auswahl, auf die diese Kriterien zutrifft, unter anderem im Baumarkt“, so Kinder.

Unter Vogelfreunden wird die Fütterung der Wildvögel sowie deren Dauer durchaus kontrovers diskutiert. Von der Futtergabe profitieren etwa zehn bis 15 Vogelarten, die allerdings allesamt nicht in ihrem Bestand gefährdet sind. Tiefergehendes Problem ist die geänderte Bewirtschaftung großer landwirtschaftlicher Flächen. „Durch die Monokulturen im großen Stil finden beispielsweise die Greifvögel und Schleiereulen keine Mäuse mehr“, erklärt Henner Kinder. Laut Nabu muss deshalb im Artenschutz Priorität haben, was die Vielfalt in der Kulturlandschaft wirksam und möglichst langfristig fördert. Dazu zählten unter anderem Pestizidreduktion, die Förderung angepasster Mahdtermine oder das zeitweise Belassen von Stoppelfeldern nach der Ernte. Auch Henner Kinder plädiert deshalb dafür, dass die Vögel spätestens ab dem Frühling wieder eigenständig für ihre Nahrung sorgen - die eiweißreichen Insekten seien auch gut für die Küken. Doch bis dahin gilt: „Wir freuen uns, wenn die Leute die Vögel füttern“, berichtet Kinder. Vor allem für Kinder sei das ein ganz besonderes Erlebnis.

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erstellt am 06.Jan.2016 | 18:08 Uhr

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