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Landeszeitung

24. Juli 2016 | 18:34 Uhr

Nach Unfall mit Frachter : Video: So wird die Rendsburger Schwebefähre abgeschleppt

vom

Die historische Schwebefähre wurde bei einer Kollision schwer beschädigt Am Dienstag wurde sie zur Reparatur gebracht. Der Abbau in Bildern.

Rendsburg | Die bei einem Unfall stark beschädigte Rendsburger Schwebefähre über den Nord-Ostsee-Kanal ist am Dienstag abmontiert und für Untersuchungen zum Bauhof des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) gebracht worden. Arbeiter hatten am Morgen gegen 08.30 Uhr mit dem Abbau des Wahrzeichens von Rendsburg begonnen, wie Matthias Visser vom WSA sagte. Dazu sei der 37 Tonnen schwere Fährkörper, der an einem Oberwagen in einer Laufschiene an der Eisenbahnbrücke hängt, mit Muskelkraft rund 20 Meter über einen Ponton gezogen worden. Der Antrieb sei ja kaputt, sagte Vissen.

Die Schwebefähre ist eine wichtige Verbindung zur Überquerung des Nord-Ostsee-Kanals und historisches Wahrzeichen. Die Fähre wurde bei dem Unfall so stark beschädigt, dass sie aktuell nicht mehr einsatzbereit ist.

Das Video-Team von shz.de war vor Ort und zeigt, wie die Arbeiter die Fähre verladen und abgeschleppt haben:

Diese Bilder zeigen noch einmal den Abbau in Bildern - Schritt für Schritt:

Der Schlepper mit dem Ponton ist da. Er soll die Fähre zunächst aufladen.
Der Schlepper mit dem Ponton ist da. Er soll die Fähre zunächst aufladen. Foto: Victoria Lippmann
Die Holzscheide werden zurechtgestellt, damit die Fähre aufgebockt werden kann.
Die Holzscheide werden zurechtgestellt, damit die Fähre aufgebockt werden kann. Foto: Victoria Lippmann
Vorsichtig wird die alte Fähre angehoben.
Vorsichtig wird die alte Fähre angehoben. Foto: Victoria Lippmann
Hier schwebt die Fähre in 1,50 Metern Höhe.
Hier schwebt die Fähre in 1,50 Metern Höhe. Foto: Victoria Lippmann
Fast ist es geschafft.
Fast ist es geschafft. Foto: Victoria Lippmann
Die Schwebefähre aufzubocken, ist Millimeterarbeit. Jetzt steht sie endlich an der richtigen Stelle.
Die Schwebefähre aufzubocken, ist Millimeterarbeit. Jetzt steht sie endlich an der richtigen Stelle. Foto: Victoria Lippmann
Jetzt wird die Fähre noch festgezurrt, dann geht es zum Bauhof.
Jetzt wird die Fähre noch festgezurrt, dann geht es zum Bauhof. Foto: Victoria Lippmann
Das Verfrachten wird doch noch eine Stunde dauern...
Das Verfrachten wird doch noch eine Stunde dauern... Foto: Victoria Lippmann
...der „Fähroberwagen“ muss erst noch zur Seite gezogen werden.
...der „Fähroberwagen“ muss erst noch zur Seite gezogen werden. Foto: Victoria Lippmann
Geschafft! Die Schwebefähre kann jetzt  abgeschleppt werden.
Geschafft! Die Schwebefähre kann jetzt abgeschleppt werden. Foto: Victoria Lippmann
Da zieht sie von dannen. Bald wird sich zeigen, wie stark die Schwebefähre tatsächlich bei dem Unfall beschädigt wurde.
Da zieht sie von dannen. Bald wird sich zeigen, wie stark die Schwebefähre tatsächlich bei dem Unfall beschädigt wurde. Foto: Victoria Lippmann
 

Am frühen Morgen des 8. Januars ereignete sich der Unfall unter der Eisenbahnbrücke, an der die Schwebefähre hängt. Kanal und Brücke wurden für über 10 Stunden gesperrt. Der Fährführer wurde schwer verletzt, der einzige Passagier wurde leicht verletzt. Die Halteseile der Schwebefähre wurden beschädigt, so dass sie nicht mehr manövrierfähig war. Die Trossen, mit denen die Schwebefähre an einem Laufwagen direkt unter der Brücke befestigt ist, wurden beschädigt und auch der Wagen wurde aus den Schienen gerissen.

Kurz nach der Havarie am 8. Januar: Die Schwebefähre hängt schwer beschädigt mitten in der Fahrrinne des Kanals.
Kurz nach der Havarie am 8. Januar: Die Schwebefähre hängt schwer beschädigt mitten in der Fahrrinne des Kanals. Foto: dpa

Es entstand Sachschaden in Millionenhöhe. Der Fährkörper ist nach Angaben des WSA verformt. Der 41 Tonnen schwere Fähroberwagen, der kommende Woche demontiert werden soll, ist augenscheinlich verbogen, Ausrüstung, elektrische und maschinenbauliche Anlagen wurden erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Ob die Schwebefähre repariert werden kann oder ein Neubau erforderlich ist, ist noch unklar, wie Visser sagte.

Nach dem Unfall und dem schweren Schaden an der Fähre ließ das Bundesverkehrsministerium als zuständige Behörde prüfen, ob der Bund noch verpflichtet war, den Fährbetrieb weiter zu erhalten Viele Menschen engagierten sich für die Rettung der schwer beschädigten Schwebefähre. Die Petition der Initiative „Rettet die Schwebefähre!“ erzielte über 12.500 Unterschriften. Die Petition konnte sowohl online als auch in Kundencentern der Landeszeitung unterzeichnet werden. Es fanden außerdem mehrere Aktionen statt, um auf die Bedeutung der Rendsburger Fähre aufmerksam zu machen, zum Beispiel vom Kulturnetz der Region Rendsburg, vom Kinocenter, von den Feuerwehren Rendsburg und Osterrönfeld und dem Musikzug der Feuerwehr Jevenstedt. Die Schwebefähre ist nicht nur ein notwendiges Verkehrmittel, sondern auch eine Attraktion des Fahrradtourismus und Anwärterin auf die Anerkennung als „Unesco Weltkulturerbe“

Die inzwischen denkmalgeschützte Rendsburger Schwebefähre wurde 1913 in Betrieb genommen. Die 14 Meter lange und sechs Meter breite Gondel hängt an einer Eisenbahnhochbrücke. Sie bietet Platz für sechs Autos und 60 Fußgänger. Maximal dürfen 7,5 Tonnen zugeladen werden. Die von vier Elektromotoren angetriebene Fähre hängt an zwölf Seilen und überquert das Wasser, ohne es zu berühren.

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erstellt am 15.Mär.2016 | 15:45 Uhr

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