zur Navigation springen

Schleife in Rendsburg : Viadukt-Sanierung erst ab 2024

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Rader Hochbrücke, Kanaltunnel und Schwebefähre sind nicht genug: Auch die bogenförmigen Torbauten in den Rampen zur Eisenbahnbrücke sind brüchig. Die Sanierung dauert deutlich länger als erwartet.

Rendsburg bekommt es mit einer weiteren Langzeit-Baustelle zu tun. Die Sanierung der maroden Viadukte im Zuge der Schleife wird deutlich mehr Zeit in Anspruch nehmen als ursprünglich geplant. Bereits seit dem Sommer 2015 werden Teile des Mauerwerks ausgebessert und durch Stahlstreben verstärkt. Schutztunnel unterhalb der Durchlässe schützen Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger vor eventuell herabfallenden Bauteilen. Auch in Osterrönfeld gibt es eine solche Anlage. Die Sanierung des Viadukts, unter dem die Straße Aukamp verläuft und die Wehrau fließt, ist in vollem Gange. In diesem Jahr werden Risse abgedichtet, auch die sogenannte Stirnringverankerung, wichtig für die Statik des Gewölbes, wird erneuert. 2019/2020 sind nach Angaben der Bahn die Fahrbahnwanne und die Entwässerung an der Reihe.

Wie ein Sprecher des Unternehmens auf Anfrage mitteilte, werden die Schutztunnel auf Rendsburger Seite wohl noch weitere zehn Jahre zum Stadtbild gehören. „Die Erneuerung der Viadukte wird nach derzeitiger Planung nicht vor 2024 erfolgen“, hieß es. Denn alle bisherigen Arbeiten dienen lediglich der Verkehrssicherung. Die Bahn als Eigentümer des Bauwerks muss sicherstellen, dass durch den schlechten Gesamtzustand niemand gefährdet wird. Um die Zufahrt zur Eisenbahnhochbrücke für weitere Jahrzehnte zu ertüchtigen, sind eine Generalüberholung oder gar Neubauten notwendig. Ursprünglich hatte die Bahn die bogenförmigen Brücken durch schlichte Tunnel ersetzen wollen. Diese Pläne machte das Landesamt für Denkmalpflege zunichte. Die Behörde stellte die „repräsentativen Torbauten“ unter Schutz.

Bei einem der bekanntesten Bewohner der Schleife ruft der neue Zeitrahmen der Bahn Enttäuschung hervor. „Die Dauer ist unmöglich“, sagte SPD-Ratsherr und Bauausschuss-Mitglied Lothar Möhding. „Der optische Eindruck der Viadukte führt zu Verunsicherung. Man kommt zwar sicher durch, hat aber ein ungutes Gefühl.“ Der dem Verkehr zur Verfügung stehende Platz sei knapp, aber ausreichend, räumte Möhding ein. „Wir haben keine großen Einschränkungen, das muss man fairerweise sagen.“ Am schmalsten ist der Schutztunnel in der Augustenburger Straße. Hier passt nur ein Fahrzeug auf einmal durch, für Linienbusse wird es knapp. Der von der Kieler Straße kommende Verkehr hat Vorfahrt. „Da gibt es schon mal Probleme, die man nur durch Rücksicht meistern kann“, meint Ex-Berufskraftfahrer Möhding.

zur Startseite

von
erstellt am 30.Mär.2017 | 07:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen