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Landeszeitung

07. Dezember 2016 | 15:37 Uhr

Staufalle Rendsburg : Ursache für Höhenalarm gefunden: Im Tunnel ist weniger Luft nach oben

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Durch die Sanierung ist der Abstand zwischen Fahrbahn und Decke im Rendsburger Straßentunnel geschrumpft. Das rächt sich jetzt.

Rendsburg | Die neue Höhenkontrolle am Straßentunnel unter dem Nord-Ostsee-Kanal erweist sich als sensibler als erwartet. Von 7 Uhr am Dienstag bis gestern, 15 Uhr, schlug das automatische Messsystem nach Angaben der Polizei insgesamt 25 Mal an. In allen Fällen war eine sofortige Sperrung der betroffenen Richtungsfahrbahn die Folge. Rechnerisch wurde die Höhenkontrolle damit alle 77 Minuten ausgelöst. Es kam phasenweise zu langen Staus und Behinderungen. Auch auf den Ausweichstrecken war mehr los als sonst.

Die Sanierung des Rendsburger Kanaltunnels hatte sich über Jahre hingezogen und war für Anwohner, Pendler und die Wirtschaft ein großes Ärgernis. Lange blieb die Oströhre geschlossen. Auch als sie von außen fertig aussah und keine Bauarbeiter zu sehen waren, war sie für den Verkehr geschlossen. Im Juli 2016 fuhren ein Auto- und ein Motorradfahrer trotz Sperrung durch die Röhre und filmten sich dabei. Am 1. Oktober wurde die Röhre freigegeben.

Die Höhenkontrolle wird bei Fahrzeugen mit einer Höhe von mehr als vier Metern aktiviert. Die am Dienstag und Mittwoch gestoppten Lastwagen durften weiterfahren, weil sie in einem offiziell nicht bezifferten Toleranzbereich lagen und die Fahrer aufgerollte Planen am Heck entfernten. „Soweit mir bekannt ist, musste kein Lastwagen vor dem Kanaltunnel wenden“, sagte Polizeisprecher Rainer Wetzel am Nachmittag.

Als Grund für die Einführung des Messsystems gab die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) unter anderem die veränderten Größenverhältnisse in der neuen Oströhre an. Als Folge der Sanierung habe sich der Abstand zwischen der Straße und den Anlagen an der Decke (Lüftung, Kameras, Lampen) verringert. Vereinfacht gesagt: unter dem Kanal ist jetzt weniger Luft nach oben.

Mit Zentimeterangaben halten die Verantwortlichen indes hinter dem Berg. Wie groß die Toleranz zwischen der polizeilich erlaubten und der technisch möglichen Durchfahrtshöhe ist, verraten sie nur hinter vorgehaltener Hand – mit der Bitte um Diskretion. Verkehrsteilnehmer sollen nicht dazu verleitet werden, die ausgeschilderte Maximalhöhe von vier Metern leichtsinnig zu ignorieren – weil in ihrem Fall ja doch nichts schief gehen kann.

Sönke Meesenburg, Leiter der Planungsgruppe für den Ausbau des Kanals (WSV) und Chef der Tunnelsanierung, forderte alle Autofahrer auf, ihr Verhalten den Grenzwerten anzupassen und beispielsweise Abdeckplanen abzurollen. „Die neuen Höhenkontrollen und die maximale Durchfahrtshöhe entsprechen den aktuellen Sicherheitsstandards.“ Bei Überschreitungen bestehe die Gefahr, dass technische Einrichtungen im Tunnel beschädigt oder gar abgerissen werden. Durch herabfallende Teile könne der nachfolgende Verkehr erheblich gefährdet werden. Allerdings lenkt die für den Kanal verantwortliche Behörde nach den Erfahrungen der ersten Tage ein. Wie Meesenburg mitteilte, sollen die Lichtschranken der Höhenmessung am Freitag leicht nach oben verändert werden. Dadurch erhofft man sich eine Entspannung der Situation. Die Höhenkontrolle sei vor der Inbetriebnahme der Oströhre mehrfach mit Beteiligung der Polizei getestet worden, versicherte Meesenburg auf Nachfrage. Im Rahmen dieser Erprobungen seien auch die Abläufe im Falle einer Auslösung der Höhenkontrolle besprochen worden.

Mit Spannung wird die Entwicklung am Tunnel auch im Kreishaus verfolgt. „Ich hoffe, dass sich die Lage in den nächsten Tagen mäßigen wird“, sagte Andreas Brück von der Verkehrsaufsicht. Man stehe im Austausch mit der Polizei und Kanalverwaltung. Möglicherweise, so Brück, werde die Ausschilderung der Höhenkontrolle verbessert.

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erstellt am 06.Okt.2016 | 06:30 Uhr

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