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Landeszeitung

17. September 2014 | 21:35 Uhr

Traumhafter "Sommernachtstraum"

vom

Auch das Wetter spielte mit bei der Kultur im Hinterhof Paradeplatz 10 / Hautnah und in Hochform: Katinka Springborn und Manuel Jadue

Rendsburg | Die Atmosphäre eines Besuchs im edlen Restaurant, dazu den Geschmack eines wirklich exquisiten Mahles zu beschreiben, gelingt bestenfalls näherungsweise, niemals wirklich treffend. Es macht aber neugierig, weist darauf hin, dass man etwas versäumt hat. Die Fassung des "Sommernachtstraums" als Einstunden- und Zweipersonenstück wurde zum unvergleichlichen Erlebnis. Die lebendige Spritzigkeit, das Engagement und das mit Karacho voll ausgespielte Geschehen des "Sommernachtstraums" im Hinterhof Paradeplatz 10 können auch nur ansatzweise beschrieben werden.

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Über 14 Charaktere gilt es in Shakespeares Werk um Liebe und Leidenschaft zu besetzen, eigentlich riesengroßes Theater. Nicht so an diesem Abend: Zwei hervorragende Schauspieler - Katinka Springborn und Manuel Jadue - machten es möglich. Dazu kam die Unterstützung des Landestheaters mit Kostümen, Ideen, Tontechnik und mehr. Der Einsatz vom pensionierten VHS-Chef Peter Feuser und die Unterstützung von Elke Grünewald als Haus- und Hofeigentümerin bescherten dem Publikum im ausverkauften "Hinterhof" einen unvergesslichen Abend mit einer geschickt komprimierten Fassung des "Sommernachtstraums".

Im Nachhinein war es wirklich ein Traum, Katinka Springborn und Manuel Jadue in mehreren Rollen und beide in Hochform hautnah zu erleben. Das war Theater vom Allerfeinsten: Fantasievoll, gekonnt gespielt und durchlebt. Einfallsreich hatten beide das Publikum von Anfang an auf subtile Weise mit in das Stück einbezogen. Katinka Springborn als clowneske Elfe, immer zu allerhand Schabernack bereit; Manuel Jadue auf der Suche nach dem Spielleiter. Der ist ebenso wenig da wie die anderen Mitspieler - also übernimmt er sehr gerne alle möglichen Rollen und malt sie aus seiner Vorstellung lebhaft aus. So be-ginnt das Kabinettstück mit fantasievollen Verwandlungen, die ihresgleichen suchen, aber wohl nie finden werden.

"Zu unbestimmter Zeit" lässt Shakespeare das um etwa 1595 entstandene Original spielen. Ein passender Ort war der Hof hinter dem 1705 fertig gestellten Königs- und Finanzamtssitz, einem früher auch als "Haus der Wirtschaft" genutzten Areal. Man fühlte sich auf dem gepflegten Rasen in eine andere Zeit versetzt. Der Rhododendron in der Hausecke passte bestens zu Shakespeares Werk, das nicht nur wegen des Humors und der treffenden Charakterisierungen der beteiligten Typen bis heute unverändert seine Gültigkeit bewahrt hat.

Dieser gepflegte Hof hat so gar nichts gemein mit den üblichen Vorstellungen von Hinterhof. In seiner zentralen Abgeschiedenheit war er ideal für diese Freiluft-Theateraufführung, die zweifellos eine Krönung dieser Saison der Reihe "Kultur im Hinterhof" war.

Als Extra gab es wieder Schnittchen, dazu ein Glas Wein - kostenlos "vom Haus" bereitgestellt, aber mit der Bitte um Spenden zur Sanierung der benachbarten Christkirche, die - wie das Haus Paradeplatz 10 - vom Baumeister Dominicus Pelli geschaffen wurde. Glück für alle, wenn sich Kultur und Wirtschaft so ergänzen.

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von
erstellt am 30.Jul.2012 | 06:22 Uhr

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