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Landeszeitung

09. Dezember 2016 | 05:00 Uhr

Groß Wittensee : Tote Enten am Wittensee entdeckt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Hobby-Ornithologen vermuten als Ursache die Vogelgrippe. Tiere werden von einem Fachlabor untersucht.

Groß Wittensee | Das kann kein Zufall sein und ist nicht normal. Soviel war Florian Käselau schnell klar. Er ist als Betreuer des Fauna-Flora-Habitates (FFH) Gebiet Wittensee immer wieder an dem Gewässer unterwegs. So auch am Sonnabend. Am Badestrand in Groß Wittensee, der an der Straße nach Haby liegt, fand der Büdelsdorfer drei tote Reiherenten. Damit liegt die Vermutung nahe, dass die Vogelgrippe jetzt den Wittensee erreicht hat.

In SH grassiert die Vogelgrippe, das Virus H5N8 verbreitet sich. Am Wochenende mussten auf einem geschlossenen Nutztierbetrieb im Kreis Schleswig-Flensburg 30.000 Hühner getötet werden. Ein weiterer Fall von Geflügelpest wurde aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg bekannt.

Verstärkt wird diese Annahme, die toten Vögel am Wittensee verendeten an dem Grippevirus, durch weitere Funde. Der Naturschützer Horst Andritzke aus Borgstedt entdeckte am Sonntag sechs tote Wasservögel in den Uferbereichen des Wittensees. Im Rahmen der Internationalen Wasservogelzählung war Andritzke am Sonntagmorgen um acht Uhr mit einem Ruderboot zu der Insel vor der Fischerei in Sande gerudert. Hier fand er eine tote Graugans, eine Blässgans und zwei Reiherenten. Als er seine Zählung am Badestrand in Sande fortsetzte, entdeckte er eine weitere verendete Reiherente, später bei Bünsdorf eine weitere Blässgans.

Sechs tote Tiere gab Horst Andritzke beim Amt Hüttener Berge ab.
Sechs tote Tiere gab Horst Andritzke beim Amt Hüttener Berge ab. Foto: Andritzke
 

„So ein plötzliches Massensterben am Wittensee kennen wir nicht“, macht Andritzke deutlich. Er ist seit 2014 als Betreuer FFH-Gebiets Wittensee unterwegs. Zuvor war der 82-jährige Bauingenieur im Ruhestand im Verein zur Förderung des Umweltschutzes und der Landschaftspflege im Bereich Hüttener Berge tätig. Der Hobby-Ornithologe kennt die Region also außerordentlich gut.

Andritzke vermutet noch weitaus mehr Opfer der Vogelgrippe. „Der Wittensee hat eine Uferlänge von 15 Kilometern, da gibt es bestimmt eine große Dunkelziffer an toten Wasservögeln.“ Seine Zählung hat 7500 Schwimmvögel ergeben – davon mehr als 3000 Reiherenten, 2000 Blässhühner und 1500 Graugänse. Die Reiherenten seien in großen Schwärmen unterwegs. „Das gibt noch ein Massensterben“, befürchtet der Vogelkenner.

Käselaus Funde und die vom Sonntag wurden beim Amt Hüttener Berge abgeliefert. So war es im Vorwege für den Falle eines Falles abgesprochen. „Sie werden in den nächsten Tagen von einem Fachlabor untersucht werden“, weiß Horst Andritzke. Er ist sich sehr sicher: „Mit einer Bestätigung des Vogelgrippenverdachts ist zur rechnen“.

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erstellt am 13.Nov.2016 | 20:22 Uhr

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