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Landeszeitung

10. Dezember 2016 | 02:12 Uhr

Timm’s Gasthof komplett zerstört

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

120 Feuerwehrleute konnten das Gebäude in Haale nicht retten / Ein Treffpunkt für alle Generationen ist verloren

Durch einen Großbrand wurde gestern „Timm’s Gasthof“ in Haale zerstört. Mehr als 120 Einsatzkräfte der Feuerwehr konnten das Abbrennen des Gebäudes nicht verhindern. Personen wurden nicht verletzt.

Gegen 2.50 Uhr am frühen Dienstagmorgen wurde der Feuerwehr Rauchentwicklung aus dem Gasthof in der Haaler Hauptstraße gemeldet. „Die Fenster waren verrußt. Aus dem seitlichen Bereich von Küche und Kegelbahn war Feuerschein zu sehen.“ So beschrieb der Einsatzleiter Philipp Zur Weihen die Situation beim Eintreffen der Haaler Feuerwehr. Weitere Wehren wurden zur Unterstützung angefordert. Insgesamt waren mehr als 120 Feuerwehrleute aus Haale, Embühren, Hamweddel, Hohenwestedt, Todenbüttel, Hanerau-Hademarschen, Lütjenwestedt, Stafstedt, Jevenstedt und Rendsburg im Einsatz, zudem die Technische Einsatzleitung und der Löschzug Gefahrgut.

„Ich habe entschieden, das Feuer nicht von innen unter Atemschutz zu bekämpfen, sondern von außen zu löschen,“, erklärte Zur Weihen. In dem verwinkelten Gebäude wäre die Brandbekämpfung zu gefährlich für die Feuerwehrleute gewesen. Mit zwei Drehleitern wurde versucht, den Brand zu löschen. Um zehn Uhr war allerdings noch kein Ende in Sicht. „Es gibt viele Glutnester. Teilweise hat das Dach fünf Schichten aus Holz und Teerpappe“, erklärte der Einsatzleiter die besonderen Schwierigkeiten des Einsatzes. Gegen elf Uhr wurde damit begonnen, mit einem Bagger die Brandstelle einzureißen, um die letzten Glutnester ablöschen zu können. Das große Gebäude mit Gaststube, Küche, Saal und Kegelbahn fiel den Flammen zum Opfer.

Während des Einsatzes war die Hauptstraße in Haale im Zuge der L 127 rund acht Stunden voll gesperrt. Der Verkehr wurde örtlich umgeleitet. Nachbargebäude des Gasthofes wurden nicht in Mitleidenschaft gezogen. Die Brandursache ist noch unklar, ebenso die Schadenshöhe. Die Kripo Rendsburg hat die Ermittlungen zur Brandursache übernommen und die Brandstelle beschlagnahmt. Nach mehr als zwölf Stunden war der Einsatz der Feuerwehr beendet.

„Das ist ganz furchtbar“, sagte Henning Gosch, der „Timm’s Gasthof“ seit Mai vergangenen Jahres gepachtet hat, „da steckt so viel Arbeit drin.“ Gosch hatte den Gasthof mit seiner Familie renoviert. Regelmäßige Veranstaltungen und private Feiern wie Hochzeiten und andere Festlichkeiten liefen gut, stellte seine Schwester Martina Blunck, die im Gasthof mitarbeitete, fest. „50 Gesellschaften hätten wir bis Weihnachten gehabt. Der Schaden ist unermesslich“, sagte Gosch, der auch den „Gasthof Gosch“ in Oldenbüttel betreibt. Man werde versuchen, einige der Feste dorthin zu verlegen. „Die Gemeinde war froh, dass wieder Leben im Gasthof herrscht“, meinte Blunck. „Vogelschießen, Treibjagd, Feuerwehrball, Kameradschaftsfest – endlich war wieder ein Saal zum Feiern da. Der Brand reißt ein Loch in der Region.“

„Mit 70 Leuten haben wir am Sonnabend noch die Hochzeit meiner Enkelin in ‚Timm´s Gasthof‘ gefeiert, und jetzt das“, berichtete Johannes Bornholt (83), der schräg gegenüber wohnt. Mehr als 30 Jahre habe er im Gasthof gekegelt. „Und jetzt ist alles vorbei. Das nimmt einen doch mit.“

Gabriele Zils arbeitet in dem Lebensmittelgeschäft, das nur durch eine Straße von der Gastwirtschaft getrennt liegt. „Das ist total schade. Die Brandstelle wird nun vermutlich platt gemacht, und das war es dann mit einem Gasthof in Haale“, befürchtet sie. Zils erinnert sich gern an zahllose Diskoabende in „Timm’s Gasthof“. Der „Treff Haale“ war jahrzehntelang weit über die Region hinaus ein Begriff.

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