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Landeszeitung

10. Dezember 2016 | 09:56 Uhr

Arbeitsgruppe : Task Force für mehr Tempo im Tunnel

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der Unternehmensverband und die Kanalverwaltung gründen eine gemeinsame Arbeitsgruppe, um die Sanierung des Rendsburger Kanaltunnels zu beschleunigen. Einen Termin für Freigabe der Oströhre gibt es aber noch immer nicht.

Wenn schon nicht der Verkehr, dann müssen wenigstens die Informationen fließen – das war vor Wochen eine Forderung des Unternehmensverbandes Mittelholstein (UVM) beim Autokorso-Protest aus Anlass der stockenden Kanaltunnel-Sanierung. Jetzt haben die Wirtschaftsvertreter ihr erstes Minimalziel erreicht. UVM und Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung riefen eine gemeinsame Arbeitsgruppe ins Leben. Sie tagt erstmals am kommenden Mittwoch, 13. Juli.

Mit der Task Force soll das Tempo auf der Tunnelbaustelle erhöht werden. Die Mitglieder des neunköpfigen Koordinationsgremiums sollen alle zwei Wochen von der Kanalverwaltung über den Stand der Arbeiten informiert werden. Gemeinsam wird über ein strategisches Vorgehen beraten. Ziel ist es, weitere Beeinträchtigungen für die Region Rendsburg zu vermeiden, heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung.

Konkrete Ziele sind die Fertigstellung der Oströhre, ein Bauzeitenplan für die noch zu sanierende Weströhre und die Prüfung eines Systems, mit dem schnelle Baufirmen belohnt und langsame bestraft werden können (Bonus/Malus).

In dem Gremium sind von Seiten der Kanalverwaltung Hans-Heinrich Witte, Präsident der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt, Dezernatsleiter Karsten Thode, Planungsgruppen-Chef Sönke Meesenburg und der Kieler Amtsleiter Dieter Schnell vertreten. Der Unternehmensverband Mittelholstein schickt den Vorsitzenden Jens van der Walle und Geschäftsführer Michael Thomas Fröhlich in die Runde. Von kommunaler Seite sind die Bürgermeister Pierre Gilgenast (Rendsburg) und Bernd Sienknecht (Osterrönfeld) sowie Landrat Rolf-Oliver Schwemer mit von der Partie. Alle Beteiligten wollen „sachorientiert zusammenwirken“, heißt es in der gestern verbreiteten Mitteilung.

Die konstituierende Sitzung der Arbeitsgruppe findet im Haus der Wirtschaftsverbände des Unternehmensverbandes am Paradeplatz statt. Ein weiteres Thema der Besprechungen ist die Schwebefähre. Für die Zeit des Neubaus des geschichtsträchtigen Verkehrsmittels richtet die Kanalverwaltung ab Dienstag einen dauerhaften Ersatzverkehr auf dem Wasser ein.

Unterdessen trat die Kanalverwaltung Informationen entgegen, ein Termin für die Freigabe der Oströhre stehe bereits fest. Dieses Gerücht hatte in den vergangenen Tagen in Rendsburg die Runde gemacht. „Die beteiligten Firmen sind noch immer in der Pflicht, die Dokumentation zu komplettieren“, sagte Sönke Meesenburg, Leiter der für den Tunnel zuständigen Planungsgruppe im Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau. In dem etwa 40 Aktenordner umfassenden Bericht wird jedes einzelne Bauteil des Kanaltunnels beschrieben. Definiert wird auch, was passieren muss, wenn es beim Zusammenspiel der verschiedenen Systeme zu einem Fehler kommt. Bei einer ersten Prüfung der Dokumentation hatte der Tüv zahlreiche Mängel beanstandet. Sie müssen von den Baufirmen nun ausgemerzt werden. Einen Zeitpunkt, wann dieser Prozess abgeschlossen sein wird, konnte Meesenburg auch gestern nicht nennen. Eine Fertigstellung der gesamten Baustelle bis 2018 halten die Verantwortlichen beim WSA inzwischen für unwahrscheinlich. Jetzt wird Anfang 2019 angepeilt.

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erstellt am 07.Jul.2016 | 12:00 Uhr

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