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Landeszeitung

10. Dezember 2016 | 04:09 Uhr

Rendsburg oder Osterrönfeld : Stimmen Sie ab: Wohin soll die alte Schwebefähre?

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Sowohl Rendsburg als auch Osterrönfeld wollen sich die havarierte „Eiserne Lady“ als Denkmal sichern. Was meinen Sie?

Rendsburg/Osterrönfeld | Seit einer Woche ist klar, dass die am 8. Januar bei einem Unfall schwer beschädigte Schwebefähre nicht mehr zu retten ist. Viele Freunde der stählernen Zeitzeugin fragen sich: Wird sie verschrottet? Oder bleibt sie als Denkmal erhalten? Für Rendsburg und Osterrönfeld ist die Sache klar: Beide wollen die havarierte „Eiserne Lady“ retten – und zwar jeder für sich.

Soll die alte Schwebefähre als Denkmal nach Rendsburg oder Osterrönfeld?
Rendsburg
45,9%
Osterrönfeld
44,6%
Weder noch: Sie soll verschrottet werden
9,5%

Die Osterrönfelder werfen jetzt als erste ihren Hut in den Ring. „Die alte Schwebefähre ist von kulturhistorischem und touristischem Interesse“, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Heinrich Schmidt. Am Donnerstag will die SPD deshalb in der Osterrönfelder Gemeindevertretung den Antrag stellen, das Wrack auf dem gemeindeeigenen Grundstück an der Fährstraße, gleich neben der Hochbrücke, als Touristenattraktion aufzustellen. Seit Jahren versucht Osterrönfeld, das Gelände für die touristische Nutzung zu erschließen. Doch bislang fand sich kein Käufer, der das 3627 Quadratmeter große Gelände haben will.

297.000 Euro wollte die Gemeinde für das Kanalgrundstück haben. Der Preis sei aber nicht in Stein gemeißelt, sagt Schmidt. Wenn das Technikdenkmal hier final vor Anker gehen sollte, könnte das jedenfalls noch einmal die Attraktivität des Geländes steigern. Dass der Bund als Besitzer der Schwebefähre übertriebene Preisvorstellungen hat, glaubt er nicht. „Ich will sie dem Bund ja auch gar nicht abkaufen“, sagt Schmidt. „Ich erwarte, dass der Bund sie uns schenkt.“

Auch Osterrönfelds Bürgermeister Bernd Sienknecht hat schon mit dem Gedanken gespielt, die Fähre auf die Südseite des Kanals zu holen. „Die Schwebefähre steht den Osterrönfeldern zu“, sagt er. Schließlich sei sie im Planfeststellungsverfahren von 1913 seiner Gemeinde zugeschlagen worden. „Denn damals wurde Osterrönfeld und nicht Rendsburg durch den Kanal abgeschnitten“, so Sienknecht. Solange der Erhalt der Fähre finanzierbar ist, will er sich für sie einsetzen. „100 Jahre lang ist sie gependelt, so etwas trägt man nicht einfach so zu Grabe.“ Allerdings wolle er keinen Streit um das Wrack führen. Sienknecht: „Dafür ist die Schwebefähre zu wichtig für die Region.“

Rendsburg erhebt ebenfalls Anspruch auf das Wrack. „Die alte Schwebefähre soll da stehen, wo es für das Weltkulturerbe-Verfahren am nützlichsten ist“, sagt Bürgermeister Pierre Gilgenast. Schließlich sei die Stadt die Antragstellerin. Und er hat schon einen klaren Favoriten, wo man die alte Fähre platzieren könnte. „Wir haben mit der Schiffsbegrüßungsanlage und dem Wohnmobilstellplatz den idealen Standort.“ Die Kosten für die Touristenattraktion sollen aus der Unesco-Kulturerbe-Förderung beglichen werden. Dafür müsste Rendsburg in Vorleistung gehen. Eine Investition mit Risiko: Denn um die Gelder anschließend zurückzuerhalten, müsste die Schwebefähre tatsächlich Weltkulturerbe werden. 

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erstellt am 05.Jul.2016 | 14:10 Uhr

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