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Landeszeitung

04. Dezember 2016 | 19:30 Uhr

Serie Wohnträume : Stilelemente aus aller Welt vereint

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Das eingerahmte chinesische Seidentuch zu marokkinischen Schuhen, skandinavische Holzelemente und der maßgeschreinerte Esstisch zu Ikea-Stühlen – in der Jugendstilvilla im Nortorfer Land wurde ein Traum verwirklicht.

Das eingerahmte chinesische Seidentuch zu marokkinischen Schuhen, skandinavische Holzelemente und der maßgeschreinerte Esstisch zu Ikea-Stühlen – in der Jugendstilvilla im Herzen des Amtes Nortorfer Land haben sich die Eigentümer ihren Traum verwirklicht und zeigen: Stilelemente aus aller Welt, ob alt oder neu, Auftragsarbeiten und Flohmarktsfunde harmonieren perfekt miteinander.

Als der Herr des Hauses das 1904 errichtete Gebäude eher durch Zufall entdeckte, war zunächst viel Fantasie gefragt. So, wie es heute dort steht, sei es ein langer Prozess gewesen. „Aber ich habe sofort das Potenzial erkannt“, berichtet der Ingenieur. Als er seiner Frau von dem Objekt und der Überlegung, dieses zu kaufen berichtete, warnte er sie vor: „Bekomme keinen Schrecken.“ Der Altenteil eines landwirtschaftlichen Hofes zeigte sich in keinem guten Zustand, der Garten war lediglich eine Rasenfläche und der angrenzende Schuppen höher als das Wohngebäude selbst. Dennoch verliebten sie sich in das charmante Gebäude, und entschieden sich 1989 zum Kauf. Da das Paar viel im Ausland verbrachte, wohnte zunächst die Tochter in dem Haus, welches nach und nach umgebaut wurde. „Zunächst haben wir alles auf den neuesten technischen Stand gebracht, peu a peu haben wir dann angefangen, alles umzubauen“, berichten die Bewohner. Die Räume wurden kernsaniert, ein Anbau im hinteren Bereich vergrößerte die Wohnfläche, der Schuppen wurde zurück- , neue Fenster und Türen eingebaut und ein Garten mit Struktur und Wohlfühlcharakter angelegt. „Wir wussten genau, wie alles aussehen soll“, erzählen die Eheleute. Gemeinsam mit ortsansässigen Handwerkern wurde dieser Traum in die Realität umgesetzt. Im Inneren ist seitdem alles so geblieben, nur der Garten wurde noch einmal überholt. „Irgendwie wollte nichts so wirklich wachsen“, erinnert sich die Besitzerin zurück, und ihr Mann ergänzt: „Da wir sehr viel im Ausland unterwegs sind, haben wir auch nicht die Zeit, uns intensiv um den Garten zu kümmern. Da musste etwas einfacheres her.“ Schließlich wurde selbst Hand angelegt, „und seitdem sind wir richtige Gärtner geworden“, freuen sich die Eheleute über ihr gelungenes Projekt. Hohe Sträucher und Bäume machen das Haus seitdem von der Hauptstraße kaum sichtbar, etliche Hortensien lassen das Grundstück erstrahlen, in vielen Ecken und Nischen stehen liebevoll ausgewählte Stücke und überraschen den Besucher. Sitzgelegenheiten gibt es zu allen Seiten, eine kleine Grillecke gilt als „Sommerküche.“

Beim Betreten der rund 240 Quadratmeter Wohnfläche fällt dem Betrachter auf: Hier wurde nichts dem Zufall überlassen. Verschiedene Stilelemente, Farben und kleinste Details machen die Räume zu einem wahren Erlebnis. Überall gibt es etwas zu entdecken. Selbst das kleine Gäste-WC, in dem es wunderbar blumig duftet, wurde mit ausgewählten Lieblingsstücken dekoriert. Viele der Möbel und Dekoartikel wurden auf Flohmärkten oder Geschäften im Ausland entdeckt und mitgebracht, vieles stamme aber auch aus Läden und Trödlern in der Region. „Ich war schon immer an allem Schönen interessiert“, gesteht die Hausherrin, die Ideen und Projekte gern an ihren Mann weiterträgt, der diese dann handwerklich umsetzt, „zudem mag ich die Mischung aus Alt und Neu.“ Abgeschnittene Äste aus dem Garten werden nicht auf den Komposthaufen geworfen, stattdessen werden sie als gebundener Strauß zu neuem Leben erweckt. Der zwar überwiegende Landhauscharakter wird durch andere Einflüsse komplettiert. Ein asiatisches Kunstwerk aus Holz hängt über der modernen Badewanne, neben dem eher puristischen Schlafzimmer liegt der Flur mit einer Bildergalerie im maritimen Stil. „Mein Mann und ich sind beide sehr geprägt von den Einflüssen, die wir auf unseren Reisen erlebt haben“, erklärt die Hausherrin, „da kommt vieles zusammen.“ Und die Erlebnisse drücken nicht nur der Einrichtung ihren Stempel auf. Auch kulinarisch lassen sich die Eheleute gern inspirieren. „Wir waren gerade in Skandinavien“, sagt die gebürtige Finnin, „deshalb essen wir momentan viel Fisch.“

Die opulente und luxuriöse Einrichtung sei aber kein „Zurschaustellen.“ „Wir leben hier“, betonen die zwei, die unter anderem in Belgien, China und Portugal lebten, „so wie es hier aussieht, das sind wir. Und alles wird angefasst und genutzt.“ Im Büro des Hausherren mit eingebauter Bibliothek steht neben zwei Sesseln ein Tisch. Gefüllt mit Gläsern, Lampe und Whiskeyflaschen. Glänzender Schmuck, ausgefallene Schuhe oder besondere Kleider dürfen im Ankleidezimmer zur Schau gestellt werden, etliche Bildbände liegen zur schnellen Einsicht auf Tischen im Haus verteilt, die Koffersammlung wird nicht auf dem Dachboden verstaut, sondern dient als präsentatives Dekoelement.

„Natürlich hören wir oft, wie schön es bei uns ist“, freut sich die Einrichterin, mit Blick fürs Detail. Und dass guter Geschmack nicht unbedingt teuer sein muss, beweisen die Eheleute ebenfalls: „Gekauft wird, wo die Liebe hinfällt. Wir haben aber auch unseren schwedischen Hoflieferanten. Geschmack ist eben, was einem gefällt.“

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erstellt am 23.Aug.2016 | 06:00 Uhr

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