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Landeszeitung

04. Dezember 2016 | 13:19 Uhr

Trauer : „Sternenkinder“ erhalten eine letzte Ruhestätte

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Eltern, deren ungeborenes Kind im Mutterleib stirbt, können das Baby auf dem Nortorfer Friedhof zu Grabe tragen. Spender ermöglichen den Bau eines Sternenfeldgrabes.

Ein ungeborenes Leben zu verlieren, verursacht einen besonderen Schmerz. Eine letzte Ruhestätte für die sogenannten „Sternenkinder“, die während der Schwangerschaft im Mutterleib sterben, gibt es nun auch auf dem neuen Friedhof in Nortorf. „Winzige Kinderfüßchen hinterlassen in unseren Herzen leuchtende Spuren“ steht auf einem Stein am Rande des dortigen Sternenfeldgrabes. Es ist ein Platz für die Kinder, die den „Sternenhimmel erreicht haben, noch bevor sie das Licht der Welt erblicken durften“.

„In Deutschland müssen auch Ungeborene mit einem Gewicht ab 500 Gramm bestattet werden“, erklärt Heinz-Jürgen Schafranski von der Nortorfer Friedhofsverwaltung. Wurden die kleinen Körper gerade in den ländlichen Räumen meistens in den Familien-Grabstätten beigesetzt, steige die Nachfrage nach einem Sternenfeldgrab in den letzten Jahren stetig an. „Das erste Paar, dessen Kind wir hier beigesetzt haben, konnte sogar bei der Gestaltung des Feldes und der Inschrift auf dem Stein eigene Ideen mit einbringen“, führt Schafranski weiter aus. Dabei seien von den insgesamt zehn Ruheplätzen des Sternenfeldgrabes bereits drei belegt. „Wir haben bewusst ein offenes Feld gewählt, um die Kinder nicht untereinander abzugrenzen“, betonte Schaffranski. Unterstützung bei der Gestaltung des Steines erhielt die Nortorfer Friedhofsverwaltung durch die Firma Naturstein Kolbe, die die Arbeiten für einen Sonderpreis ausführte. „Dadurch sind wir in der Lage eine Beisetzung inklusive aller Kosten für rund 100 Euro anbieten zu können“, fügte Schaffranski an.

Doch nicht nur die Firma Kolbe unterstützt die Nortorfer Friedhofskultur. Auch Unternehmer wie zum Beispiel Hartmut Tiegs oder Holger Poerschke zeigen in diesem Bereich großes Engagement. Poerschke hat bereits die Grab-Kreuze der Kriegsgräber restauriert (wir berichteten). Jetzt hat er ebenfalls acht Kreuzen von Flüchtlingen, die auf ihrem Treck in Nortorf verstarben, neuen Glanz verliehen.

Und die Firma Tiegs sorgt mit einer Lampe für ausreichend Beleuchtung auf dem Weg von dem seitlichen Friedhofseingang zur Kapelle. „Viele, die von ihren Verstobenen noch einmal Abschied nehmen wollen, können das oft erst am Abend tun, und dann ist es gerade zu dieser Jahreszeit bereits dunkel“, erklärte Pastorin Anna Trede dazu. Mit dem neuen Leuchtkörper, der nur im Bedarfsfall eingeschaltet werden soll, sei der Weg zum Abschiedsraum jetzt schön erhellt. „Wir spenden jedes Jahr um die Weihnachtszeit in ein soziales Projekt“, verriet Tiegs. Nach Rücksprache mit der Friedhofsverwaltung habe er sich in diesem Jahr für die Lampe entschieden.

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