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Landeszeitung

28. September 2016 | 00:20 Uhr

Boom im Binnenland : Steiler Anstieg der Tourismus-Zahlen

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Trend zum Inland-Urlaub verstärkt sich: 25 Prozent mehr Übernachtungen in Rendsburg, 35 Prozent mehr auswärtige Besucher in der Tourist-Info.

Der Touristen-Boom am Nord-Ostsee-Kanal nimmt kein Ende: Das Statistikamt Nord meldet für Rendsburg einen steilen Anstieg bei den Kerndaten im Übernachtungsgewerbe: Demnach steht bei Betrieben mit zehn oder mehr Betten ein Gästeplus von 23,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum in den Bilanzen. Noch größer ist der Aufschwung bei den Übernachtungen: 40  360 Buchungen bedeuteten ein Wachstum von 25,8 Prozent.

Die Zahlen beziehen sich auf das erste Halbjahr 2016. Zum Vergleich: Landesweit betrug der Zuwachs lediglich 4,7 Prozent (Gäste) bzw. 4,4 Prozent (Übernachtungen). Bereits im vergangenen Jahr hatten die Rendsburger Hotels mit einen Plus von zwölf Prozent abgeschlossen (wir berichteten).

Dass diese Werte keine statistischen Ausreißer sind, verdeutlicht Monika Heise von Tourismus Mittelholstein: „Unser Online-Reservierungssystem bestätigt die Tendenz: 25 Prozent mehr Buchungen als im Vorjahr“, sagt die Expertin. Ihr Verein betreibt die Tourist-Info im Alten Rathaus in Rendsburg. Auch am wichtigsten Anlaufpunkt für Auswärtige bekam man in den vergangenen Wochen deutlich zu spüren, dass das mittlere Schleswig-Holstein offenbar mehr denn je als Urlaubsziel gefragt ist. Nach Angaben von Heise sind in den Monaten Juni, Juli und August rund 35 Prozent mehr ortsfremde Besucher als im Vorsommer gezählt worden. Einheimische, die den Schalter aufsuchen, um zum Beispiel Konzertkarten zu kaufen, werden gesondert erfasst und sind in dieser Statistik nicht enthalten. „Alles in allem kann Rendsburg mit der Tourismussaison bislang mehr als zufrieden sein“, lautet die Zwischenbilanz von Monika Heise.

Auf die Frage nach den Gründen nennt sie einen bundesweit gültigen Trend: Die Deutschen machen wieder mehr Urlaub im eigenen Land. Sie suchen Sommer, Sonne – und in Zeiten von Terror und Krisen auch Sicherheit. Statt Nordafrika buchen sie lieber den Nord-Ostsee-Kanal. Davon profitiere auch die Region um Rendsburg, so Heise. Hinzu komme die weiter wachsende Klientel der Radreisenden. „E-Bikes erweitern diese Zielgruppe und sorgen dafür, dass der Fahrradtourismus am Kanal insgesamt belebt wird, und das nicht nur entlang der NOK-Route.“ Viele Radfahrer würden von Rendsburg aus zu Tagestouren aufbrechen und auch Gegenden besuchen, die von der NOK-Route nicht erfasst werden.

Christiane Fromme kann das bestätigten. Die Rendsburgerin vermietet zwei Ferienwohnungen am Sundewitter Weg und kann sich über mangelnde Nachfrage nicht beklagen. „Meine Gäste kommen, um Schiffe zu gucken und um Ausflüge mit dem Rad zu unternehmen.“ Ulrike Milbradt, Inhaberin des Designhotels „1690“ in der Herrenstraße (16 Zimmer, 30 Betten), führt ebenfalls die Unruhen im Ausland an, die zur gestiegenen Beliebtheit der Destination Schleswig-Holstein geführt hätten. Aber auch kulturelle Magneten wie das Schleswig-Holstein Musik Festival und die NordArt locken ihrer Einschätzung nach mehr Gäste als noch vor Jahren nach Rendsburg. Hinzu kommen bereits erwähnte „Best Ager“ auf Hightech-Rädern mit eingebautem Rückenwind. „Das sind Gäste, die es auch nachts netter haben wollen und lieber im Hotel übernachten.“

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erstellt am 15.Sep.2016 | 06:00 Uhr

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