zur Navigation springen

Landeszeitung

09. Dezember 2016 | 14:37 Uhr

Entscheidung in Sicht : Stadtmarketing schöpft Hoffnung

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

CDU und Soziales Rendsburg wollen Touristikern Planungssicherheit geben. SPD setzt weiterhin auf eine Stadtmanager-Lösung.

Sollte dem Tourismus- und Stadtmarketing Ende des Jahres das Geld ausgehen, hätte das vielfältige Folgen: Die Touristinformation würde schließen, die überregionale Werbung gäbe es nicht mehr, und auf Highlights wie den Rendsburger Herbst müssten die Bürger verzichten. Die Politiker haben es in der Hand, das Stadtmarketing zu retten. Dafür müssten sie die zum 31. Dezember auslaufenden Ziel- und Leistungsvereinbarungen mit den Trägervereinen RD-Marketing und Tourismus Mittelholstein verlängern. Genau das soll in der Senatssitzung am 7. September vorbereitet und in der Sondersitzung des Rates am 13. September beschlossen werden. Monika Heise, Chefin der Tourist-Information im Alten Rathaus, hofft, dass das gelingt: „Ich bin optimistisch“, sagte sie gestern.

Noch vor sechs Wochen war ihre Stimmungslage eine ganz andere. Nach der letzten Ratssitzung vor der Sommerpause zeigte sich Heise „maßlos enttäuscht“. Der SSW hatte mit Unterstützung der SPD und des Linken-Abgeordneten überraschend durchgesetzt, eine Entscheidung über die Zukunft des Stadtmarketings auf die Oktober-Ratssitzung zu vertagen, weil es noch Beratungsbedarf gebe. Problem fürs Stadtmarketing: Wegen der unklaren Finanzlage hätte man allen Mitarbeitern mit einer dreimonatigen Kündigungsfrist spätestens Ende September vorsorglich kündigen müssen. Allein in der Tourist-Info arbeiten vier Teilzeitkräfte und eine Auszubildende.

Die CDU und das Soziale Rendsburg sind entschlossen, das Stadtmarketing zu sichern, wenn auch in einer überarbeiteten Form. Dabei setzen sie auf die Unterstützung der Grünen. Das Ziel: Die Zusammenarbeit mit den Trägervereinen soll bis Ende 2018 verlängert werden. Eine Beratungsfirma soll der Arbeit der Touristiker mehr Wirkung verleihen. CDU, Soziales Rendsburg und Grüne brächten es im Rat rein rechnerisch auf 16 Stimmen – die denkbar knappste Mehrheit in der 31-köpfigen Ratsversammlung.

Die SPD werde dagegen stimmen, wie ihr Fraktionsvorsitzender René Sartorius gestern auf Anfrage deutlich machte. Allerdings wollen die Sozialdemokraten das Stadtmarketing nicht an die Wand fahren. Sie setzen lediglich andere inhaltliche Schwerpunkte. Während die CDU die bisherige Vereinsträgerschaft des Stadtmarketings favorisiert, will die SPD einen hauptamtlichen Stadtmanager installieren. In welcher Form das geschehen soll, wollte Sartorius nicht erläutern. Die parteiinternen Beratungen seien noch nicht abgeschlossen. Möglicherweise würden die Sozialdemokraten verschiedene Alternativen präsentieren.

Auch in der Fraktion Modernes Rendsburg gibt es bisher keine endgültige Entscheidung über das Abstimmungsverhalten in der kommenden Ratssitzung. Vorsitzender Fritjof Wilken kann sich aber durchaus vorstellen, einen inhaltlich anderen Weg als die großen Parteien einzuschlagen. „Wir brauchen kein Stadtmarketing, sondern ein Regionalmarketing.“

Eines zumindest steht zwei Wochen vor der Ratssondersitzung fest: Eine erneute Vertagung wird es nicht geben. Während die erste Verschiebung des Themas von nur einem Drittel der Ratsmitglieder durchgesetzt werden konnte, sind für eine zweite Vertagung zwei Drittel der Stimmen nötig. CDU und Soziales Rendsburg würden das in jedem Fall verhindern. „Wir müssen jetzt zu einem Beschluss kommen, es ist schon weniger als fünf vor zwölf“, sagte Soziales-Rendsburg-Vorsitzender und Senatschef Helge Hinz. Im Senat wolle man versuchen, eine gemeinsame Linie zu finden.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 30.Aug.2016 | 09:20 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen