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Museum Nortorf : Stadtgeschichte zum Leben erweckt

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der Museumsverein feiert sein 25-jähriges Bestehen. Auf der Wunschliste stehen neue Räume für die unzähligen Schallplatten.

Seit über zehn Jahren erfreut sich das Nortorfer Museum großer Beliebtheit. Und nicht nur hierzulande – viele Besucher reisen von weit her und wollen das weltweit einzigartige Museum dieser Art besichtigen. Den Grundstein dafür legte der Museumsverein, der vor 25 Jahren gegründet wurde.

In der Gaststätte „Alter Landkrug“ trafen sich vor einem Vierteljahrhundert zehn Nortorfer Bürger, die ihre Stadtgeschichte in einem Museum präsentieren wollten. Schließlich ist die Stadt am Mittelpunkt Schleswig-Holsteins nicht nur für seine geografische Lage bekannt, sondern vor allem wegen einem: der Schallplatte. Doch der Weg von der Gründung des Vereins bis zur Eröffnung des Museums war lang. Erst 13 Jahre später eröffnete im Jungfernstieg 6 das Nortorfer Museum. Einen maßgeblichen Erfolg daran hatte Günter Richter. Bis zu seinem Tod 2001 war er der Vorsitzende. „Ohne die Vorarbeit von Günter Richter hätten wir dieses Museum nicht“, ist sich Lutz Bertram, Leiter des Museums und Nachfolger von Richter, sicher. Exponate wurden schon vor der Eröffnung gesammelt. Als die Räumlichkeiten seitens der Stadt zur Verfügung gestellt wurden, hieß es für die Mitglieder „Arbeit, Arbeit, Arbeit“, berichtet Bertram. „Wir haben teilweise wochenlang alte Apothekerflaschen gewaschen, geschrubbt und getrocknet. Da waren wir noch weit entfernt von einem Schallplattenmuseum.“

„Wir haben klein angefangen, aber mittlerweile sind wir ein echter Besuchermagnet geworden“, freut sich der Museumsleiter. Aus Nortorf sei man nicht mehr wegzudenken, „das wird sowohl bei den Bürgern als auch bei den Politikern deutlich. Wir haben uns den Platz hier erarbeitet“, betont Bertram. Der 51-Jährige ist selbst eher ein Quereinsteiger. Erst 1988 zugezogen, entwickelte er sich über die Jahre zu „Mister Museum“. „Ich war schon als Kind Museumsfan und als der Posten des Vorsitzenden frei wurde, habe ich nicht lange überlegt“, blickt Bertram zurück. In die Stadt- und Schallplattengeschichte habe er sich nach und nach eingearbeitet, und „mittlerweile kennt man mich hier nur noch als leicht bekloppten Museumsdirektor“.

Ein Highlight für den Museumsverein wird im Oktober erwartet. Eine Gruppe Berliner Studenten hat sich angekündigt. Ein halbes Jahr lang wollen die Studenten in Nortorf bleiben, um Tonbänder zu digitalisieren. „Das ist wie ein Sechser im Lotto für uns“, freut sich Bertram. Am 14. Juni wird es die „Lange Nacht der Schallplatte“ mit Tanz, Musik und Filmvorführungen im Dithmarscher Landesmuseum in Meldorf geben.

Das größte Ziel sei die Veränderung der Räumlichkeiten. „Wir haben einfach zu wenig Platz für die Stadtgeschichte. Das ist schade“, bedauerte der Museumschef. Daher seien die Erweiterung des Museums, die Verlängerung der Öffnungszeiten und die Möglichkeit von Sonderausstellungen die größten Träume. „Früher oder später wird es soweit sein“, blickt Lutz Bertram optimistisch in die Zukunft.

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erstellt am 26.Mär.2014 | 06:00 Uhr

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