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Landeszeitung

30. September 2016 | 20:35 Uhr

Kirchensanierung : St.Katharina-Kirche strahlt in frischen Farben

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Bünsdorfer Kirche öffnet wieder nach der umfangreichen Sanierung / Nächste Baustelle: Glockenturm

Thies Feldmann kann zufrieden lächeln, als er die Bünsdorfer St.Katharinen-Kirche nach seinem Urlaub erstmals wieder betritt. „Ich bin sehr zufrieden, eine hervorragende Arbeit“, so der Pastor über das Werk des Restaurators und seiner Mitarbeiter. Aber auch alle anderen Gewerke hätten sehr gut gearbeitet. Der matt-weiße Farbanstrich an den Wänden verleiht der Kirche ihre warme Atmosphäre, die Vergoldungen an den Stützpfeilern blitzen wieder, die Dachbalken mit ihrem Aubergine-Ton und die frisch gestrichenen Kirchenbänke runden das stimmige Gesamtbild der rund 800 Jahre alten Kirche ab. „Auch die Epitaphe wurden gereinigt“, sagt Feldmann, ebenso Glas in den Fenstern ersetzt. Rund 130  000 Euro musste die Kirchengemeinde für die Sanierung ausgeben, eine dringende Investition, denn Schäden noch aus der Zeit der Orkane „Christian“ und „Xaver“ haben dazu geführt, dass Wasser ins Dach eindrang. Unter der Decke blätterte es ab, und es hat sich Schimmel gebildet. „Trotz ihrer Besonderheit, gab es einige Schmuddelecken.“

Gut drei Monate haben die Arbeiten in der Kirche gedauert, so lange musste sie für Gottesdienste gesperrt werden. Morgen wird die Kirche offiziell wieder eröffnet. Die Konfirmanden werden sich vorstellen und auch Restaurator Gerold Ahrends wird dabei sein.

Bei Untersuchung der Kirche konnten vier Farbgebungen herausgearbeitet werden. Die älteste stammt aus dem 19. Jahrhundert, die anderen aus 1900, 1920 und 1957. Für Sanierung und Restaurierung gaben Landeskirchenamt und Denkmalschutz vor, dass die Fassung und Farbgebung von 1957 zu rekonstruieren sei. Damals war Pastor Erwin Schwarz in Bünsdorf tätig, der Restaurator hieß damals Wehrmann.

Bei den Arbeiten an den Türblättern vor den Kirchenbänken hat Gerold Ahrends an fünf von ihnen die Verzierungen wieder so rekonstruiert, wie Wehrmann sie vor rund 60 Jahren malte. „Mir gefallen die gut“, sagt Feldmann, der sich daher gut vorstellen könnte, dass diese Ornamente auch noch auf den anderen Türblättern fortgesetzt werden.

Auch die anderen Epochen sollen nicht in Vergessenheit geraten. Daher hat Gerold Ahrends an einigen Stellen Sichtfenster geschaffen, Farben und Verzierungen freigelegt und eine Hinweistafel mit Erklärungen dazu gehängt. „Zweite überlieferte Wandgestaltung seit der großen Sanierung 1862 in türkisfarbenem Grundton und dekorativer Schablonenmalerei“, heißt es da etwa.

Doch Pastor Feldmann ist noch nicht ganz zufrieden. Die Glockenaufhängung bereiten ihm und der Kirchengemeinde Sorgen. So wurde festgestellt, dass die Balken im Glockenturm marode sind. Die Standsicherheit des Glockenturms ist sogar gefährdet. Pastor Feldmann ist angehalten, das Glockengeläut so weit wie möglich einzuschränken und beispielsweise auf das Mittagsgeläut zu verzichten. Die Vibrationen könnten der Statik schaden. Auch der traditionelle Glockenschlag am Sonnabendabend fällt nun aus. Für Glockenturm und Traufe, die ebenfalls angepackt werden muss, müssen rund 233  000 Euro investiert werden. 70 Prozent übernimmt der Kirchenkreis, verbleiben etwa 73  000 Euro bei der Kirchengemeinde. „Um Zuschüsse einwerben und Aufträge vergeben zu können, warten wir noch auf den Beschluss des Landeskirchenamts“, so Feldmann. Und dann muss der Pastor doch wieder lächeln, als er hinauf auf seine Kanzel blickt. „Die Jesus-Figur hat ja eine neue Krone“, sagt er ganz überrascht. Der güldene Strahlenkranz hatte vor der Sanierung nur noch wenige Zacken – Gerold Ahrends hat hier auch ganze Arbeit geleistet.

 

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erstellt am 17.Sep.2016 | 06:20 Uhr

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