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Landeszeitung

11. Dezember 2016 | 01:24 Uhr

Spanier schnuppern deutsche Betriebsluft

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Praktikanten von der iberischen Halbinsel arbeiten in Unternehmen der Region mit

Ob Fleischereifachverkäufer oder Kältetechniker, ob Raumausstatter oder Kraftfahrzeug-Mechatroniker: Auslandserfahrungen machen sich in jedem Lebenslauf gut. Dementsprechend groß ist das Interesse am Schüler-Austauschprogramm des Berufsbildungszentrums (BBZ) am Nord-Ostsee-Kanal. Jedes Jahr reisen etwa 60 Auszubildende im Rahmen des von der EU geförderten Programms „Erasmus+“ nach Spanien oder Finnland, um dort Praktika zu absolvieren. Im Frühjahr findet stets der Gegenbesuch von Azubis aus den beiden Ländern statt.

So schnuppern derzeit Francisco Jover Hinojosa und Pascal Schellhaas Betriebsluft bei AVB Ship Electronics in Büdelsdorf. Beide kommen aus Palma de Mallorca und machen dort eine Ausbildung zu Informationselektronikern. Was sie zu Hause in der Schule gelernt haben, können sie nun bei ihrer Gastfirma in der Praxis anwenden. AVB Ship Electronics ist für die technische Ausrüstung von Schiffen und Yachten zuständig. „Wir sind jetzt seit etwas mehr als drei Wochen hier“, berichtet Pascal Schellhaas, der vor etwa neun Jahren zusammen mit seinen Eltern nach Mallorca ausgewandert ist. „Ich finde es besonders cool, wenn wir bei Lürssen mit auf die Yachten dürfen, um dort Technik einzubauen“, so der 20-Jährige. Die Technik begeistert auch seinen Mitschüler Francisco Jover Hinojosa. Während die beiden Schüler auf Mallorca bisher vor allem viel Theorie gelernt haben, können sie ihr Wissen nun in die Praxis umsetzen.

Davon profitieren nicht nur die Schüler, sondern auch die Unternehmen, findet Maria Frahm, Geschäftsführerin von AVB Ship Electronics. „Wir haben nie schlechte Erfahrungen mit den Austausch-Praktikanten gemacht. Alle bringen eine gute Grundlage mit und sind qualifiziert.“ Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels sei der Austausch toll. „Wir haben das erste Mal seit 25 Jahren keinen Azubi und wären durchaus bereit, den ein oder anderen Austauschschüler zu übernehmen. Die Bereicherung ist wirklich phänomenal.“

Für die Schüler sei es die Möglichkeit, einmal über den Tellerrand zu schauen, sich zu reflektieren und einen Eindruck davon zu bekommen, wie woanders gearbeitet wird, weiß Marko Krahmer, Lehrer am BBZ. Jedes Jahr hat er etwa 100  000 Euro für den Austausch von Schülern, Lehrern und Ausbildern zur Verfügung. „Wir wählen die Betriebe, in denen wir die ausländischen Schüler unterbringen, so genau wie möglich aus. So erzielen wir einen größtmöglichen Nutzen für beide Seiten“, so Krahmer.

Wie gut das gelingen kann, zeigt auch das Beispiel von Guillem Vanrell Bennasar. Der 22-jährige Mallorquiner bleibt insgesamt drei Monate in Rendsburg. Sein Praktikum absolviert er bei Toyota Lass. Obwohl er Familie und Freunde etwas vermisst, fühlt er sich wohl bei seinen Kollegen auf Zeit. „Ich lerne viel und mag die praktische Arbeit sehr – und meinen Teampartner auch“, erzählt der Spanier. Dabei handelt es sich um Servicetechniker Marco Werning. Der ist ebenfalls begeistert: „Guillem ist ein toller Kollege, er ist pünktlich und gewissenhaft, hilfsbereit und sich für nichts zu schade.“ Und wenn die Chemie stimmt, sind auch die sprachlichen Hürden zu überwinden.

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erstellt am 03.Mai.2016 | 11:01 Uhr

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