zur Navigation springen

Landeszeitung

30. September 2016 | 01:42 Uhr

Großer Wettkampf : So kommen sich Schiffe und Ruderer nicht ins Gehege

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Verkehrslenkung der Kanalverwaltung sorgt am Sonntag dafür, dass die Regattastrecke frei bleibt.

Am Wochenende dreht sich auf dem Nord-Ostsee-Kanal zwischen Breiholz und der Eisenbahnhochbrücke alles ums Rudern. Die weltbesten Achter treten beim SH Netz Cup zum härtesten Langstreckenrennen der Welt an. 12,7 Kilometer müssen die Top-Teams bis ins Ziel zurücklegen.

Damit es zwischen Ruderern und Schiffen nicht zu Kollisionen kommt, schaltet sich die Verkehrslenkung des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) Brunsbüttel ein. Die Führungsmannschaften großer Pötte haben ein begrenztes Sichtfeld und könnten im Ernstfall nicht schnell genug manövrieren, um auszuweichen oder gar aufzustoppen. Deswegen wird die Rennstrecke am Sonntag für die Berufsschifffahrt rund 40 Minuten lang freigehalten. Um einen möglichst reibungslosen Ablauf zu garantieren, wurde die Schifffahrt bereits in den letzten Tagen über das Großereignis rund um Rendsburg informiert. „Viele Schiffe stellen sich dann darauf ein. Sie fahren entweder an einem anderen Tag durch den Kanal oder versuchen, den gesperrten Bereich zu einem früheren oder späteren Zeitpunkt zu passieren“, sagt Thomas Fischer von der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung in Brunsbüttel.

Trotz dieser Vorarbeit zieht der SH Netz Cup in Brunsbüttel wenig Extraaufwand nach sich. Die Verkehrslenkung entscheidet je nach Situation, welches Schiff wann und wo angehalten wird. „Manche werden beispielsweise gebeten, schon in der Kieler Förde vor der Schleuse an eine Reede zu gehen“, so Fischer. Andere werden erst an einer der zwölf Ausweichstellen im Kanal gestoppt. An diesen Punkten ist der Kanal besonders breit, mehrere große Schiffe können dort gleichzeitig auf Weiterfahrt warten. Ähnlich wie im normalen Straßenverkehr springt an den Weichen eine Ampel auf Rot. „Die Schiffe machen dann vor Ort an einem Dalben fest, bis der Spuk vorbei ist“, sagt Fischer. Auch diese Ampelphasen werden von Brunsbüttel aus gesteuert.

Für die Berufsschifffahrt gehört es zum Alltagsgeschäft, auf der Fahrt durch den Nord-Ostsee-Kanal gestoppt zu werden. „Wenn ein Schiff in einem Rutsch durch den Kanal fährt, braucht es im Normalfall zwischen acht und neun Stunden“, so Fischer. „Das kommt allerdings nur selten vor.“ Da der Kanal nicht überall gleich breit ist, können die größeren Schiffe mancherorts nicht aneinander vorbeifahren. Um eine Kollision zu vermeiden, werden die Tanker dann ebenfalls gebeten, an den Weichen zu warten. Fischer: „Diese Stopps dauern dann schon einmal zwei bis drei Stunden. Die 40 Minuten wegen des Ruderrennens sind für die Berufsschifffahrt also streng genommen Peanuts.“

Der Rendsburger Kreishafen muss wegen der Rennen nicht gesperrt werden. Hier wird der Kanal für die Berufsschifffahrt lediglich ein wenig verengt.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 22.Sep.2016 | 09:28 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen