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Landeszeitung

09. Dezember 2016 | 02:57 Uhr

Rettungsschwimmen : Silber aus dem Becken gefischt

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Jonas Koch überzeugte bei den Deutschen Meisterschaften der Rettungsschwimmer in Würzburg. In der Altersklasse 15/16 gewann der Rendsburger die Silbermedaille. Zudem wurde Koch für den Deutschlandpokal nominiert.

Ausgerechnet zum Saisonhöhepunkt hatte es Jonas Koch erwischt. Während der Weltmeisterschaften der Rettungsschwimmer in den Niederlanden Anfang September erkrankte der Rendsburger, konnte sein vorhandenes Potenzial nicht abrufen und musste sogar seinen Start beim abschließenden Wettkampf absagen. „Das war zwar ärgerlich“, sagt der 16-Jährige rückblickend, „aber es hat mir noch einmal eine Extraportion Motivation für die Deutschen Meisterschaften gegeben. Ich wollte mir und den anderen noch einmal zeigen, was ich wirklich kann.“ Und das ist eine ganze Menge. Bei den nationalen Titelkämpfen in Würzburg fischte Koch überraschend die Silbermedaille aus dem Becken im Wolfgang-Adami-Bad. In der Altersklasse 15/16 wurde der Rendsburger mit 2769,29 Punkten hinter Tom Jahnke aus Anklam (2804,13) Deutscher Vizemeister. Koch: „Eigentlich hatte ich nach meinen bisherigen Saisonergebnissen höchstens mit Platz acht gerechnet. Dass es Silber geworden ist – Wahnsinn.“

Und hätte der Rendsburger nicht mit seiner Anfangsnervosität zu kämpfen gehabt, wäre sogar Gold möglich gewesen. Nach den Disziplinen 100 Meter Hindernis-Schwimmen, 50 Meter Retten und 100 Meter Retten mit Flossen trennten den Sieger und den Zweitplatzierten nicht einmal 35 Punkte. Eine Winzigkeit. „Leider bin ich beim Hindernis-Schwimmen unter meinen Möglichkeiten geblieben und zwei Sekunden langsamer als erwartet geschwommen. Ich bin das Rennen zu verhalten angegangen“, gibt sich Koch selbstkritisch. „Hinterher ist man ja immer schlauer.“ Aber der Waldorfschüler konnte dem schwachen Start in den Wettbewerb auch etwas Gutes abgewinnen. „Vielleicht bin ich der Typ, der den Druck braucht, der einen Arschtritt bekommen muss, damit er richtig in Fahrt kommt.“ Und Koch kam anschließend in Fahrt. Sowohl über die 50 Meter Retten (33,85 Sekunden) als auch über die 100 Meter Retten mit Flossen (54,99 Sekunden) stellte der 16-Jährige nicht nur neue persönliche Bestzeiten auf, er hob auch die bisherigen Landesrekorde auf ein neues Niveau. Das intensive tägliche Training im Wasser oder Kraftraum in den vergangenen Wochen hatte sich ausgezahlt. „Im Schwimmen mit Flossen habe ich mich um fast drei Sekunden verbessert“, berichtet Koch stolz. „Und über 50 Meter Retten war ich Schnellster aller 31 Teilnehmer.“ Deshalb trauert er dem verpassten Titelgewinn, der durchaus möglich gewesen wäre, nicht hinterher. „Ich habe nicht Gold verloren, sondern Silber gewonnen.“

Für das Team der DLRG Rendsburg blieb es das einzige Edelmetall. Lennart Schnödewind (2305,79 Punkte) und Olivia Binde (2296,19) belegten in der Altersklasse 17/18 jeweils den 18. Platz. Nachwuchsschwimmer Lasse Petersen (2222,06) wurde in der Altersklasse 11/12 Gesamt-26. Das beste Mannschaftsergebnis lieferte die AK 17/18 männlich. Jonas Koch, Lennart Schnödewind, Jann-Eric Krüger und Philip Starck schafften als Siebte mit 2999,20 Punkten den Sprung unter die Top Ten. Pech hatten die Rendsburger in der Altersklasse 13/14. Dem Team mit Lena Sörensen, Ann-Kathrin Todt, Tobias Wolst und Leon Harder unterlief in der Rettungsstaffel ein Wechselfehler, so dass am Ende mit 2563,53 Punkten „nur“ der 22. Platz heraussprang.

Der Abschlusstag hatte für Jonas Koch dann noch eine gute Nachricht parat. Neben Teamkollege Tom Matzen, der in Würzburg nicht am Start war, wurde der Rendsburger für den Deutschlandpokal in Warendorf im November für das Team Schleswig-Holstein nominiert. Koch: „Besser hätten die Meisterschaften nicht verlaufen können.“

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erstellt am 03.Nov.2016 | 06:00 Uhr

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