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Landeszeitung

08. Dezember 2016 | 17:14 Uhr

Meggerdorf : „Sid“ gewinnt dritten Meistertitel

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Eckhard Sievers fährt mit seinem außergewöhnlichen Border Collie Ende August zur Europameisterschaft nach Finnland.

Border Collie „Sid“ ist nun auch offiziell, was sein Besitzer Eckhard Sievers immer schon gewusst hat: eine Klasse für sich. „Sid“ ist gerade zum dritten Mal Deutscher Meister im Hütewettkampf geworden – ein Kunststück, das vor dem Rüden aus Meggerdorf noch keinem anderen Hund gelungen ist. In vier Wochen reisen Sievers und sein „Sid“ nach Juva in Ostfinnland, um Deutschland bei der Europameisterschaft der Hütehunde zu vertreten.

„Beim Hütewettkampf kann man nur im Team gewinnen“, betont Eckhard Sievers, „der Hund kann nicht allein gewinnen – und der Mensch auch nicht.“ Dass Sievers und sein „Sid“ sich in diesem Sommer zu einem unschlagbaren Team entwickeln und zum dritten Mal die Deutsche Meisterschaft erringen würden, war zu Beginn des Jahres ganz und gar nicht abzusehen. Da lagen Hund und Halter nämlich ernsthaft im Clinch. „Eigentlich hatte ich schon mit ihm gebrochen“, sagt Sievers über seinen Lieblingsrüden, der ein perfekter Arbeitshund ist, aber ein Problem hat: ein übergroßes Ego. „Beim Wettkampf denkt er, dass er der Chef im Ring ist, und beginnt, eigene Ideen zu entwickeln“, erzählt Sievers, „und das kann man bei Meisterschaften nicht gebrauchen.“

Der achtjährige „Sid“, der 2011 und 2013 Deutscher Meister wurde (wir berichteten), wurde degradiert. „Sids“ Sohn „Joe“ (2015 Deutscher Vizemeister) und der hochtalentierte „Cap“ spielten fortan beim Training auf der Hauswiese in Meggerdorf die erste Geige. „Sid hat gespürt, dass er nicht mehr die Nummer 1 ist“, bemerkte Sievers. „Sid“ riss sich am Riemen und legte seine schlechten Gewohnheiten ab. „Wenn ich ihn eingesetzt habe, war er stets sehr zuverlässig und hat alles so gemacht, wie er es sollte“, erklärt Sievers, „und deshalb bin ich dann auch mit einem guten Gefühl zur Deutschen Meisterschaft gefahren.“ „Joe“ und „Cap“ durften auch mit zu den Titelkämpfen in St. Peter im Hochschwarzwald, wo die 49 besten Hütehunde Deutschlands am Start waren und um einen Platz im Finale der besten Zwölf kämpften. „Joe“ und „Cap“ zeigten solide Leistungen. Für die Glanzlichter des Turniers sorgte aber ihr Stallgefährte „Sid“, der zu ganz großer Form auflief. Am ersten der drei Wettkampftage schien schon alles verloren, als ein Schaf aus der zu hütenden fünfköpfigen Herde ausbüxte und plötzlich außer Sichtweite verschwand. Kein Problem für einen erfahrenen Hütehund wie „Sid“. „Er hat seinen Job richtig gut gemacht“, lobt Sievers seinen Rüden. Zwei Tage später beim Finale demonstrierte „Sid“ dann wieder sein außergewöhnliches Talent bei der Arbeit mit Schafen. Zwei jeweils zehnköpfige Herden mussten „aufgenommen“, zusammengeführt, durch einen Parcours geleitet und wieder voneinander getrennt werden. Als Nummer 5 (von 12) gingen die amtierenden Champions an den Start: Dr. Viola Hebeler und ihr „Gismo“ (ein Sohn von Border Collie-Hündin „Kate“ aus Meggerdorf) lieferten eine Klassevorstellung ab, wurden mit 142 von 170 möglichen Punkten belohnt und von vielen Experten schon zur Titelverteidigung beglückwünscht. Als letztes Team nahmen Sievers und „Sid“ den Parcours in Angriff. Gleich im ersten Teil der Prüfung sammelten die beiden Minuspunkte. „Sid hat die Schafe nicht gesehen und deshalb einen falschen Weg eingeschlagen“, berichtet Sievers, „und ab da haben wir gewusst, dass wir kämpfen müssen.“ Hund und Halter harmonierten fortan perfekt. „Sids“ Leistung sei „zum Zungeschnalzen“ gewesen. Was der Kampfrichter aus Schweiz genauso sah und dem Team aus Meggerdorf genau einen Punkt mehr zusprach als Dr. Hebeler und „Gismo“. „Dreimal Deutscher Meister – das hat noch kein Hund geschafft“, betont Sievers. Vom 26. bis 28. August reisen die frischgebackenen Champions nun zur Europameisterschaft nach Finnland (mit „Joe“ als Reservehund der deutschen Mannschaft).

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