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Landeszeitung

10. Dezember 2016 | 17:47 Uhr

Schülldorf : Shuttle-Bus vor dem Ende?

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Linienbus zwischen Schacht-Audorf und dem Bahnhaltepunkt Schülldorf könnte durch einen Anrufbus ersetzt werden. Einen entsprechenden Antrag hat die CDU-Kreistagsfraktion im Regionalentwicklungsausschuss gestellt.

Seitdem die Buslinie 14a Anfang 2015 den Betrieb aufgenommen hat, wird sie kontrovers diskutiert: Der Shuttle-Bus, der Schacht-Audorf und den Bahnhaltepunkt Schülldorf miteinander verbindet, transportiert im Schnitt nur sieben Fahrgäste pro Tag – und bleibt damit weit hinter den Erwartungen.

Nun beschäftigt sich der Regionalentwicklungsausschuss (REA) des Kreises in seiner nächsten Sitzung erneut mit dem Thema: Die CDU-Kreistagsfraktion hat für die Versammlung am 1. November einen Antrag gestellt, der REA möge die Kreisverwaltung beauftragen zu prüfen, „ob die Linie 14a als städtisches Modellprojekt für einen Anrufbus geeignet sein könnte“. Damit bläst die Fraktion in das gleiche Horn wie auf kommunaler Ebene etwa Eckard Reese, ehemaliger Bürgermeister von Schacht-Audorf. Schon früh hatte er gefordert, Alternativen für die teure Verbindung in Erwägung zu ziehen. Immerhin teilen sich Gemeinde und Kreis die Kosten für den Bus in Höhe von 70  000 Euro zu gleichen Teilen. „Es geht um bares Geld, das wir in ein unwirtschaftliches Angebot stecken“, so Reese im März dieses Jahres. Sein Vorschlag: Ein Bürgerbus, der von einem Verein betrieben und ehrenamtlichen Fahrern, Bürgern, gefahren wird. Unterstützung fand die Idee auch bei der SPD-Kreistagsfraktion. „Wir haben als SPD-Kreistagsfraktion wiederholt darauf hingewiesen, dass der Shuttle-Bus nicht in dem erwarteten Maß angenommen wird“, sagten Martin Tretbar-Endres und Sabrina Jacob ebenfalls Anfang dieses Jahres. Ein Bürgerbusprojekt fand jedoch bei CDU, Grünen und FDP keine Mehrheit. Umso erfreuter zeigte sich Martin Tretbar-Endres nun, „dass die CDU nicht mehr an dem teuren Bus festhält“. Ziel solle es sein, eine gute Anbindung von und nach Schacht-Audorf zu gewährleisten, die von den Bürgern angenommen wird. „Die Investition, die in den Shuttle-Bus fließt, ist überflüssig und eine Geldverschwendung. Nun geht es darum, Alternativen zu finden. Wenn die preiswerter und ökologisch günstiger sind als das bisherige Angebot, dann sind wir immer dafür“, so der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Kreistagsfraktion. Ein Anrufbus sei eine von mehreren Möglichkeiten.

Den Sinneswandel der CDU-Kreistagsfraktion erklärt deren wirtschaftspolitischer Sprecher Thomas Kahle damit, dass man dem Shuttle-Bus zunächst habe eine Chance geben wollen. „Das Angebot war schlicht und einfach nicht bekannt genug. Nun haben wir uns das Ganze noch eine Weile angesehen und wollen daraus jetzt die Konsequenzen ziehen.“ Der Fraktion sei es wichtig, die ländlichen Gebiete nicht vom Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) abzuhängen. „Deshalb wäre unser Vorschlag, direkt vom Regelbetrieb des Shuttle-Busses auf den Anrufbus umzustellen“, so Kahle. Dieser fährt nur dann, wenn ein Fahrgast zuvor mit ein wenig zeitlichem Vorlauf Bedarf angemeldet hat, und wird von dem zuständigen Verkehrsunternehmen betrieben. Der Vertrag für den Shuttle-Bus gilt noch bis Ende dieses Jahres, die CDU wünscht sich gegebenenfalls einen nahtlosen Übergang.

Die Gelder, die dann komplett vom Kreis getragen werden müssten, seien in jedem Fall vorhanden: Durch die Neuausschreibung des Stadtverkehrs Rendsburg wird der Haushalt des Kreises ab 2017 um 980  000 Euro weniger belastet. „Die CDU-Kreistagsfraktion möchte einen Teil dieses Geldes in die Verbesserung des ÖPNV reinvestieren“, so Thomas Kahle. Der Anrufbus sei eine der möglichen Optionen.

Dieser sollte zunächst als Pilotprojekt, also zeitlich befristet, angeboten werden. Dafür eigne sich die Strecke, um das vorhandene Angebot weiterhin zu erhalten.


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erstellt am 21.Okt.2016 | 09:45 Uhr

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