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Norla-Ehrung „Ausbildungsbetrieb des Jahres“ : Seltene Auszeichnung für Kuhflüsterer aus Osterstedt

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Sönke Hollings Betrieb ist bekannt als sehr guter Ausbildungsbetrieb. Zurzeit sind drei Lehrlinge auf dem Hof.

Viel Verantwortung, eine breitgefächerte Ausbildung und Familienanschluss sind typisch für eine Lehre auf dem Hof von Sönke Holling. Der Milchvieh- und Futterbaubetrieb am Ortsausgang von Osterstedt ist gestern beim Landesbauerntag zum „Ausbildungsbetrieb des Jahres“ gekürt worden. Die Auszeichnung ist eine gemeinsame Initiative von Landwirtschaftskammer, Bauernverband, Verband landwirtschaftlicher Fachbildung, Landjugend, Landfrauenverband und Gewerkschaft IG BAU, mit der diese Institutionen das große Ausbildungsengagement und die hohe Ausbildungsqualität in der Landwirtschaft würdigen wollen.

„Es gibt keinen schöneren Beruf als den des Landwirts“, steht für Sönke Holling fest, und ebendieses Credo vermittelt der Osterstedter auch seinen Auszubildenden mit viel Engagement. Seit 2001 bildet Holling auf seinem Betrieb Lehrlinge aus; im ersten Jahr nur einen, ab 2002 dann zwei und seit 2008 sogar drei gleichzeitig. Die aktuellen Azubis Rico Harder aus Hennstedt, Steffen Gärtner aus Warringholz und Luca Rohwer aus Jevenstedt sind die laufenden Lehrlings-Nummern 34, 35 und 36. Auf dem Hof Holling sind die Azubis indes keineswegs nur irgendwelche Nummern, sondern Familienmitglieder auf Zeit. „Es ist ja in der landwirtschaftlichen Ausbildung so üblich, dass die Lehrlinge auch auf dem Hof wohnen“, vermerkt Holling. Was ganz praktische Gründe hat, denn der Arbeitstag beginnt um 5 Uhr früh. „Mir bringt die Ausbildung viel Spaß, und damit ist auch nach Feierabend nicht abrupt Schluss“, betont Holling, „wir fahren mit unseren Lehrlingen auch mal ins Kino, an den Strand oder zum Eis essen.“

Bei der fachlichen Ausbildung setzt der Osterstedter auf viel Eigenverantwortung. „Ich hab zum Beispiel seit Ewigkeiten meine Kühe nicht mehr selbst gefüttert, weil das die Azubis in Eigenregie organisieren“, erzählt Holling, „wenn ich meinen Lehrlingen viel Verantwortung übertrage und sie in hohem Maße ins Betriebsgeschehen einbinde, bekomme ich auch sehr viel von ihnen zurück.“ Auf dem Futterbau- und Milchviehbetrieb mit seinen 300 Kühen und 200 Hektar Gesamtfläche mit Mais, Gras und Getreide lernen die Azubis viele praktische Fertigkeiten, die sie im späteren Berufsleben brauchen werden: Kälber füttern, pflügen, mähen, walzen, Gülle fahren, Zäune ziehen, schweißen, Maschinen reparieren, Klauenpflege, Besamungstechnik und Fiebermessen bei den Kühen.

Als Mitglied des Berufsbildungsausschusses der Landwirtschaftskammer und des Prüfungsausschusses für landwirtschaftliche Ausbildung ist Holling immer up to date. Seit er am Seminar eines „Kuhflüsterers“ teilgenommen hat, vermittelt der Osterstedter seinen Lehrlingen auch Grundkenntnisse in der Hütetechnik des „Low stress stockmanship“. „Wenn ich meine Azubis vernünftig schule, dann gehen sie auch vernünftig mit meinen Tieren um“, sagt Holling, der gute Berufsperspektiven für seine Lehrlinge sieht: „Die Azubis erlernen einen sehr vielfältigen Beruf, mit dem sie in verschiedene Richtungen gehen können, und das weltweit – alle meine Lehrlinge werden eine Anstellung finden, denn trotz der aktuellen Lage bietet die Landwirtschaft gerade jungen Menschen einen sicheren Job.“

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