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Landeszeitung

09. Dezember 2016 | 08:49 Uhr

Traumberuf : Sein Herz schlägt für die Apotheke

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der Syrer Mahmoud Imam ist vor dem Krieg geflüchtet. In seiner Heimat musste der Pharmazeut seine Apotheke zurücklassen. Nun absolviert ein Praktikum in der Sonnen-Apotheke, um wieder in seinem Beruf arbeiten zu können.

Seit fast zwei Jahren lebt Mahmoud Imam in Deutschland. Als der Krieg in Syrien ausbrach, entschloss er sich, aus seiner Heimatstadt Alhrak in Süd-Syrien zu fliehen. Seine Apotheke in Alhrak musste der studierte Pharmazeut zurücklassen. Seit Juli kann der 43-Jährige in der Sonnen-Apotheke seiner alten Beschäftigung wieder nachgehen.

Nach seiner Ankunft wartete Imam acht Monate lang auf eine Aufenthaltserlaubnis. Nun darf er erst einmal für drei Jahre in Deutschland bleiben. Auch seine Frau und seine fünf Kinder, die zunächst in Jordanien warten mussten, konnten inzwischen nach Deutschland kommen. Vor zwei Monaten freute sich die Familie sogar über ein sechstes Kind. Seit Ende Juli absolviert Imam nun ein Sprachpraktikum in der Sonnen-Apotheke.

„Ich lerne noch Deutsch“, so der syrische Pharmazeut, dem man das allerdings fast nicht anmerkt. „Ich versuche möglichst viel Deutsch zu sprechen und zu hören. Ich lese aber auch viel. Am liebsten Gedichte.“ Drei Mal die Woche besucht der sechsfache Familienvater zudem die Volkshochschule Rendsburg. „Die Kurse dort sind Teil meines Praktikumprogramms und helfen meinem Deutsch auch weiter.“

Die restlichen Tage der Woche arbeitet Imam in der Apotheke, um die pharmazeutischen Fachbegriffe kennen zu lernen. Bevor er auch in Deutschland als Apotheker arbeiten darf, muss Imam sich einer Fachsprachenprüfung unterziehen, auf die er in der Sonnen-Apotheke vorbereitet wird. „Im Anschluss daran arbeite ich dann ein Jahr lang als Praktikant in einer Apotheke um die Praxis zu lernen“, so der 43-Jährige. Am Ende steht schließlich eine letzte Kenntnisprüfung. „Erst dann habe ich die Erlaubnis vom Land, als Apotheker zu arbeiten. Das kann noch zwei bis drei Jahre dauern.“

Wenn er fertig ist, möchte Imam gerne wieder eine eigene Apotheke eröffnen. „Die Hauptsache ist aber erst einmal, dass ich alle meine Prüfungen bestehe. Dann geht es Schritt für Schritt weiter“, so der Pharmazeut. Das habe er in den letzten eineinhalb Jahren gelernt. „Man muss einen Schritt nach dem anderen machen. Drei Stufen auf einmal nehmen – das funktioniert einfach nicht.“

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erstellt am 23.Sep.2016 | 17:55 Uhr

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