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Landeszeitung

06. Dezember 2016 | 23:00 Uhr

Hohenwestedt : Schwimmbad muss 2017 durchhalten

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Ausschreibung für Sanierung des sechs-Millionen-Euro-Großprojekts läuft.

„Nicht übers Knie brechen“ will man Bürgermeister Holger Bütecke zufolge die Neugestaltung des Freibads. Im Rahmen des Städtebauförderungsprogramms soll die Badeanstalt für etwa 6,3 Millionen Euro komplett umgebaut werden. An einer internationalen Ausschreibung beteiligten sich 40 Bietergemeinschaften aus Deutschlands sowie zwei aus Österreich, von denen 15 fristgerecht ihre Unterlagen einreichten. Von diesen 15 wurden nun zehn Bewerber ausgewählt, die am Planungswettbewerb teilnehmen dürfen. Am 19. Januar soll eine Jury den Siegerentwurf küren, der als Grundlage für die weiteren Planungen dienen wird. „Wir hatten in der zurückliegenden Saison erhebliche Aufwendungen, um das Freibad zum Laufen zu bringen, und große technische Probleme“, berichtete Butenschön. Der zwischenzeitlich ins Auge gefasste Plan, schon im Frühjahr mit dem Umbau zu starten, ist aber nicht realisierbar. „Aktueller Sachstand ist, dass die Gemeindewerke versuchen, einen Badebetrieb im kommenden Jahr zu ermöglichen“, erklärte Butenschön, „und nach der Saison 2017 beginnen die Abrissarbeiten.“

Die Tonscherben, die vor zwei Wochen am Grenzknick zur Gemeinde Grauel gefunden wurden (wir berichteten), sind nicht 1800, sondern sogar 5000 Jahre alt. Das gab Ortsmanager Jan Butenschön bei der Gemeinderatssitzung am Mittwochabend bekannt. „Die Funde sind noch bedeutender als zunächst eingeschätzt“, teilte Butenschön mit, „die dort ausgegrabenen Tonscherben werden auf 3000 v. Chr. datiert.“ Weil an dieser Stelle bereits vor 60 Jahren frühe Siedlungsspuren registriert worden waren, hatte sich das Archäologische Landesamt zu einer sogenannten „Voruntersuchung“ angemeldet, als die Gemeinde Hohenwestedt ankündigte, ihr Gewerbegebiet Böternhöfen bis in diesen Bereich erweitern zu wollen. Die Archäologen zogen mehrere Hundert Meter lange Suchschnitte und verkündeten ein ziemlich spektakuläres Ergebnis: Da, wo die Gemeinde Hohenwestedt neue Gewerbeflächen anbieten will, befand sich vor etwa 1800 Jahren auch schon ein Gewerbegebiet – und zwar in Form von Verhüttungsöfen zur Eisengewinnung, die an das Wohnstallhaus einer germanischen Großfamilie angegliedert waren.

„Nun hat sich herausgestellt, dass dies Gehöft wohl mehrere Zeitepochen überdauert hat, in denen es womöglich abgebrannt und immer wiederaufgebaut worden ist“, erläuterte Butenschön, „das könnte also noch sehr spannend werden.“ Das Archäologische Landesamt hat auf der geplanten Gewerbegebiets-Erweiterungsfläche zwei 40 mal 60 Meter große Suchfelder definiert. Dort planen die Archäologen ab April eine etwa zwei Monate dauernde „Hauptuntersuchung“, um die Siedlungsspuren zu dokumentieren. Die Erschließung der neuen Gewerbeflächen soll parallel zu den archäologischen Grabungen vonstattengehen, betonte der Projektmanager: „Das Verfahren für die Gewerbegebietserweiterung wird durch die Untersuchung nicht verlangsamt.“

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