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Windkraft-Boom : Schwerlasthafen wächst kräftig und schafft Jobs

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

15 Prozent mehr Binnenschiffe wurden im vergangenen Jahr abgefertigt. Zum 1. August wird ein Auszubildender gesucht.

Im Norden gibt es nur wenige Alternativen zum Rendsburg Port. Zwar versuchen Rostock und Hamburg ebenfalls, sich im Geschäft mit schwersten Lasten zu etablieren, doch nur der Hafen am Nord-Ostsee-Kanal ist darauf konsequent ausgerichtet. Mit wachsendem Erfolg. Gestern legten die Verantwortlichen die Bilanz für 2016 vor. 210 Binnenschiffe (plus 15 Prozent) und neun Seeschiffe (plus zwölf Prozent) wurden abgefertigt.

Der Frachtumschlag blieb mit 156  000 Tonnen auf dem Vorjahresniveau, doch darauf kommt es nach Aussage der Geschäftsführer Frank Schnabel und Sven Hargens von der Rendsburg Port GmbH nicht vorrangig an. Die Schiffszahl und die Verladung schwerer Stückgüter sei bei der Bewertung des Erfolgs viel wichtiger: je komplexer eine Verladung, umso höher die Gebühren. Hier spielt der Hafen seine Stärken aus. Seine beiden mobilen Kräne können zusammen bis zu 250 Tonnen schwere Güter heben und sperrige Fracht präzise bewegen.

Das Wachstum der Windkraftbranche ist zugleich der wirtschaftliche Motor des Rendsburg Ports. Zwei Drittel der umgeschlagenen Fracht gehen auf das Konto von Firmen, die sich den erneuerbaren Energien verschrieben haben. Größter Kunde ist das benachbarte Bögl-Werk, das mehr als die Hälfte der zu verladenden Produkte anliefert. „Aber unser Erfolg hängt nicht allein vom Bögl-Werk ab“, betont Schnabel. Der Hafen ist ebenso Dienstleister für den Windräder-Hersteller Enercon sowie Speditionen, die sich auf Schwertransporte spezialisiert haben. Eines der schwersten jemals bewegten Produkte war ein über 200 Tonnen schwerer Transformator für den Stromnetzbetreiber Tennet. Der Hafen schreibt schwarze Zahlen. „Wir verdienen Geld“, sagt Schnabel. Genaue Zahlen nennt er nicht.

Das solide Wachstum schafft Arbeitsplätze. Seit einem Jahr hat der Hafen eigene Mitarbeiter. Acht Beschäftigte stehen derzeit auf der Lohnliste, demnächst werden es zehn sein. Vorher wurde ein Großteil der benötigten Kräfte von den Häfen in Brunsbüttel nach Osterrönfeld ausgeliehen. Dieser Synergieeffekt ergab sich durch die Organisationsstruktur des Hafens. Eigentümer des 3,6 Hektar großen Areals ist die „Rendsburg Port Authority“ (RPA), die zu jeweils einem Drittel der Stadt Rendsburg, der Gemeinde Osterrönfeld und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft gehört. Die RPA hat das operative Hafengeschäft an die Rendsburg Port GmbH übertragen. Diese wiederum gehört der Brunsbüttel Ports GmbH, die neben den Häfen am Stammsitz und in Rendsburg auch seit wenigen Tagen mehrere Hafenterminals in Schweden betreibt. Das Gesamtunternehmen hat fast 300 Beschäftigte.

Die Geschäftsführer Schnabel und Hargens gehen von weiterem Wachstum aus. Die ersten beiden Monate dieses Jahres geben ihnen Recht. 20 Binnenschiffe steuerten den Hafen an (33 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum). Die Tonnage wuchs um 38 Prozent auf 15  000 Tonnen. Mittelfristig dürfte der Personalbedarf steigen. Weil geeignete Mitarbeiter schwer zu bekommen sind, will der Hafen zum 1. August selbst ausbilden. Wer den Lehrvertrag zur Fachkraft für Hafenlogistik ergattern möchte, sollte handwerklich geschickt sein und kaufmännisches Verständnis mitbringen.

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erstellt am 07.Mär.2017 | 10:12 Uhr

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