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Zwangspause : Schwebefähre fällt schon wieder aus

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Dritte Zwangspause durch einen technischen Defekt innerhalb von fünf Wochen. Kanalverwaltung hält die Pannenserie für Zufall.

Die „Eiserne Lady“ ist vom Pech verfolgt. Sie muss schon wieder eine Zwangspause einlegen – dieses Mal vom 20. bis zum 22. Oktober. Grund sind umfangreiche Wartungsarbeiten an der Schwebefähre, teilte das Wasser- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau gestern mit. Es ist der dritte ungeplante Ausfall binnen fünf Wochen. Erst im Sommer war die Fähre einer mehrwöchigen Inspektion unterzogen worden.

„Die Motoren in der Antriebseinheit müssen nachjustiert werden“, sagt Jörg Winkelmann vom Wasser- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau. „Es läuft ein wenig unrund, und wir haben die Sorge, dass es zu weiteren Schäden kommt.“

Der jetzt entdeckte Fehler habe nichts mit den Vorkommnissen der letzten Wochen zu tun, betonte Winkelmann. Am 16. September hatte die Schwebefähre bei ihrer ersten Fahrt am frühen Morgen ein Baugerüst gestreift, das Stunden zuvor am Nordpfeiler der Brücke angebracht worden war. Der Betrieb wurde darauf aus Sicherheitsgründen eingestellt und erst wieder aufgenommen, als das Hindernis entfernt war.

Am Dienstag dieser Woche ereignete sich das nächste Malheur. Gegen 6.30 Uhr machte der Hauptantrieb schlapp – während der 120 Meter weiten Überfahrt. Die elektronische Steuerung des Antriebswagens war plötzlich ausgefallen. Im Notbetrieb wurde die Schwebefähre an die Nordseite gebracht. Dort reparierten Techniker den Schaden innerhalb weniger Stunden. Der Antriebswagen, an dem die Fähre mit zwölf Trag- und Spannseilen wie ein Mobile baumelt, befindet sich dicht unterhalb der Eisenbahnhochbrücke und bewegt sich mit 1,24 Metern pro Sekunde von Ufer zu Ufer. Jedes Jahr kommt so eine Strecke von 6000 Kilometern zusammen.

In der Kanalverwaltung hält man die Pannenserie für Zufall. Die Schwebefähre werde regelmäßig von Fachleuten überprüft und gewartet, damit sie noch lange zuverlässig betrieben werden könne, versichert Winkelmann. Die nächste große Inspektion, die stets fünf bis sechs Wochen in Anspruch nimmt, stehe erst wieder im übernächsten Sommer an. Eine gute Nachricht also für alle Urlauber, die der launischen Lady in den großen Ferien 2016 einen Besuch abstatten wollen. Sie fährt – wenn sie nicht gerade zickt.

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erstellt am 16.Okt.2015 | 06:00 Uhr

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