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Osterrönfeld : Schwebefähre: Die letzten 19 Tonnen sind sicher am Boden

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Zweiter Teil des Abbaus verlief ohne Probleme. Inspektion des Wracks nach Ostern.

Gestern um 13.25 Uhr ist die Demontage der Schwebefähre abgeschlossen worden. Zwei schwere Autokräne brachten das 15-Tonnen-Chassis der Antriebseinheit der Fähre aus 40 Metern Höhe trotz böigen Windes sicher zu Boden. Die großen Kräne standen am Südufer des Kanals auf Osterrönfelder Boden.

Bereits vor einer Woche war der bei der Kollision mit einem Frachter stark beschädigte Fährkörper abgehängt und auf einem Ponton zum Bauhof des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) Kiel-Holtenau in Rendsburg gebracht worden.

In den vergangenen Tagen stand der alles in allem 41 Tonnen wiegende Oberwagen im Fokus der Arbeiten. An ihm wird die Fähre an zwölf Stahlseilen aufgehängt. Vier Elektromotoren sowie Getriebe und Schaltschränke mussten abgebaut werden. Der restliche Antriebswagen, abgespeckt immerhin noch 19 Tonnen schwer, wurde in zwei Teile getrennt.


Ganz langsam senkte
sich die Last nach unten


„400 Schrauben haben die Arbeiter der Firma Rohwer Stahl- und Metallbau aus Nortorf dafür gelöst“, berichtete WSA-Sprecher Matthias Visser. Die Stahlkonstruktion unter der Eisenbahnhochbrücke wurde nur noch von vier Kettenzügen gehalten. Der kleinere Teil des Antriebswagens wurde von einem Kran an den Haken genommen und auf ein Transportschiff auf dem Nord-Ostsee-Kanal verladen. Um das größere Segment (15 Tonnen) sicher abzuseilen, kam ein zweiter Kran zum Einsatz. Die vier Kettenzüge wurde gelöst. Zentimeter für Zentimeter senkte sich die Last darauf unter den Blicken zahlreicher Schaulustiger nach unten und wurde am Ufer abgelegt. Heute soll die Stahlkonstruktion ebenfalls auf den Bauhof der Kanalverwaltung in der Blenkinsopstraße gebracht werden.

Nach Ostern beginnen nach Vissers Angaben die Vermessungsarbeiten sowie die Feststellung der Schäden an Schwebefähre und Oberwagen. „Wir müssen genau wissen, was beschädigt ist und was wir reparieren müssen, um den Auftrag dafür zu erteilen“, so Visser.

Er wies darauf hin, dass der Einsatz eines Ersatzschiffes weiter in Vorbereitung sei. Morgen endet die Bewerbungsfrist für mögliche Betreiber einer reinen Personenfähre. Sie soll nach den Plänen der Kanalverwaltung ab Juni und bis Ende des Jahres verkehren.

Die Behörde steht unter Zeit- und Handlungsdruck. Radfahrer und Fußgänger, die sonst die Schwebefähre genutzt haben, weichen seit der Havarie am 8. Januar auf den Fußgängertunnel aus. Sollte dort einer der Fahrstühle ausfallen, stehen Rollstuhlfahrer, Gehbehinderte und alle, die sich mit ihrem Fahrrad nicht auf die 56 Meter langen Rolltreppen trauen, vor einem Problem. Sie wären gezwungen, öffentliche Busse oder gar das Taxi zu benutzen – und könnten die Mehrkosten dem WSA möglicherweise in Rechnung stellen.

Die Ersatzfähre soll zwischen dem Nordufer beim „Eisstübchen“ und der Anlegestelle westlich des Schwerlasthafens pendeln sowie Fußgänger und Radfahrer mitnehmen. Vorgesehen ist bisher ein Tagesbetrieb von 7 bis 15 Uhr außerhalb der Schulferien.


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erstellt am 23.Mär.2016 | 09:31 Uhr

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