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Landeszeitung

08. Dezember 2016 | 17:08 Uhr

So ähnlich wie möglich : Schwebefähre: Auch der Neubau steht unter Schutz

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Landesamt für Denkmalpflege wünscht sich gleiche Ausmaße, Materialien und eine „ähnliche Anmutung“.

Sieben Monate nach der Havarie der Schwebefähre, die mit einem Totalschaden endete, richten die Verantwortlichen den Blick nach vorn. Wie soll der Nachbau des historischen Verkehrsmittels aussehen? Zu dieser Frage hat sich auf Anfrage der Landeszeitung jetzt erstmals das Landesamt für Denkmalpflege geäußert.

„Die Anmutung sollte dem Bild der Schwebefähre, wie wir sie kennen, ähneln“, sagte der stellvertretende Landeskonservator Dr. Dirk Jonkanski. „Von Weitem sollte man nicht merken, dass es sich um einen Neubau handelt.“ Stahl als Baumaterial, die Ausmaße, die Antriebstechnik der Schwebefähre sowie ihre vergleichsweise filigrane Bauweise müssten erhalten bleiben, erklärte der Denkmalpfleger. Weitere Vorgaben macht die Kieler Behörde nicht.

Darf sie auch nicht. „Bei allen Bundesangelegenheiten werden wir nur ins Benehmen gesetzt“, erklärte Jonkanski. Die Kieler dürfen Kritik üben – verhindern können sie ein Vorhaben nicht.

Vor einer Woche hatte der Denkmalschützer dem Wrack der Schwebefähre einen Besuch abgestattet. Der völlig demolierte Havarist liegt noch immer auf dem Rendsburger Bauhof des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) Kiel-Holtenau in der Blenkinsopstraße. Jonkanski zeigte sich nach dem Ortstermin betrübt und schloss sich dem Urteil der Kanalverwaltung und externer Gutachter an: Hier ist jede Reparatur zwecklos. Der Schaden ist zu groß.

Allerdings riet Jonkanski davon ab, die Schwebefähre verschrotten zu lassen. „Das Schönste wäre, sie würde einen Platz in der Nähe der Hochbrücke bekommen.“ Sollte das nicht möglich sein, machte der Landeskonservator den Vorschlag, einzelne Bauteile der alten Fähre wiederzuverwenden. Die Kommandobrücke zum Beispiel sei bei dem Unglück weitgehend unbeschädigt geblieben und könne möglicherweise in den Nachbau integriert werden.

Noch keine Prognose wollte Jonkanski treffen, wie sich die Havarie auf die Pläne in Sachen Unesco-Welterbe auswirken könnten. Das Exemplar an der Eisenbahnhochbrücke ist eine von weltweit noch acht Schwebefähren. 2017 streben die Stadt Rendsburg und das Land den Welterbe-Status für das Bauwerk an. Den Zeitpunkt des Seeunfalls bezeichnete der Landeskonservator als „unglücklich“. Das Welterbe ziele schließlich auf die Substanz, „auf das, was man vorzeigt“. Hoffnung mache ihm jedoch, dass die Schwebefähre vom Kanal nicht alleiniger Bewerber sei.

Der Bund hat angekündigt, die Schwebefähre neu anfertigen zu lassen. Die Ausschreibung ist nach Auskunft der Kanalverwaltung in Arbeit. Die Behörde hatte bereits vor Wochen angekündigt, die historische Bautechnik mit Nieten werde bei einem Neubau nicht mehr zur Anwendung kommen.

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erstellt am 09.Aug.2016 | 06:00 Uhr

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