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Landeszeitung

10. Dezember 2016 | 02:05 Uhr

Fockbek : Schwarz, lautstark, einmalig: Das ist das neue Wacken-Mobil

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Auszubildende verwandeln einen Serien-Kastenwagen in ein rollendes Kunstwerk - und machen Werbung fürs Wacken Open Air.

„So Melanie – dann leg’ mal los“, sagte Graffiti-Künstler René Turrek und reichte der Hobby-Auszubildenden im zweiten Lehrjahr die Spritzpistole. Dann trug Melanie Ohm Haftgrund an einer Seite des ganz besonderen Kastenwagens auf. In der Lehrwerkstatt des Ausbildungszentrums drehte sich am Mittwoch alles um ein Unikat. Die über 50.000 Euro teure Sonderanfertigung im Heavy-Metal-Look, entstanden aus einem Vantana-Serienmodell von Hobby, wird in drei Wochen beim Wacken Open Air Aufsehen erregen.

Die Azubis Simon Gosch (links) und Tim Wenda verpassen dem Kastenwagen mit aufgesprühter Farbe einen neuen Look. Hinter ihnen der Graffiti-Künstler René Turrek.
Die Azubis Simon Gosch (links) und Tim Wenda verpassen dem Kastenwagen mit aufgesprühter Farbe einen neuen Look. Hinter ihnen der Graffiti-Künstler René Turrek. Foto: hobby wohnwagenwerk
 

Angeleitet von Turrek (38), der schon für Showgrößen wie Justin Timberlake und Sportstars wie Marco Reus gearbeitet hat, gaben die angehenden Holzmechaniker ihrem Wackenmobil nach monatelanger Vorarbeit den letzten Schliff. Zwei Dutzend Auszubildende machen bei Hobby ihre Lehre zum Spezialisten für den Innen- und Möbelausbau. Jeder durfte seine Wünsche zur Umgestaltung des rollenden Schwermetallers einbringen. Die meisten Veränderungen betrafen den hinteren Bereich. Zunächst wurde das Heck komplett entkernt und anschließend in eine Chill-Zone mit Sofa und Fernseher verwandelt. Wobei es mit der Ruhe schnell vorbei ist, wenn der 30 Kilogramm schwere Lautsprecherwürfel mit Akkuversorgung herausgeholt und aufgedreht wird. Er leistet 450 Watt und erreicht einen Schallpegel von 115 Dezibel.

In den Hecktüren des Wackenmobils verbergen sich Stehtische zum Aufklappen. Den Couchtisch ziert das Festivallogo als aufwändig verarbeitete Holz-Einlegearbeit. An der Wand dahinter hängt eine E-Gitarre, ebenfalls Marke Eigenbau. „Wir haben den Auszubildenden keine Vorgaben gemacht“, erläuterte Tischlermeister und Ausbildungsleiter Klaus Stolley. „Jeder konnte seine Ideen den Neigungen und Fähigkeiten entsprechend umsetzen.“

Den Berufsanfängern machte die Aktion großen Spaß. Tim Wenda zum Beispiel durfte unter anderem den Sockel des Tisches im Boden verschrauben und die LED-Lichter verlegen und anschließen. „Wir haben das wirklich alles selbst konzipiert“, freute sich der 18-jährige Osterrönfelder. Bei Hobby investiert man mit dem Wackenmobil auch in die eigene Zukunft. Marketingleiter Thomas Neubert spricht ohne Umschweife von „Mitarbeiter-Marketing“, man müsse den Nachwuchs in Zeiten des Fachkräftemangels eben selbst generieren. Das Heavy-Metal-Vehikel will das Unternehmen auch nutzen, um junge Leute auf Berufsmessen für eine Lehre bei Hobby zu begeistern. Vorher aber steht Wacken auf dem Programm.

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erstellt am 14.Jul.2016 | 11:59 Uhr

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