zur Navigation springen

Landeszeitung

23. März 2017 | 17:37 Uhr

Schulerweiterung abgeschlossen und Staudamm repariert

vom

AUKRUG | Der Staudamm von Sien ist repariert und die Schulerweiterung abgeschlossen: Das sind die beiden guten Nachrichten, die Branko Irek nach seiner Rückkehr aus Burkina Faso übermitteln kann. Der ehemalige Entwicklungshelfer aus Osterstedt war fünf Wochen in Aukrugs Partnergemeinde Sien, um die Stabilisierungsmaßnahmen am Überlauf des Regenrückhaltebeckens und die abschließenden Bauarbeiten an der Dorfschule zu überwachen.

"Ich soll allen Spendern, die in so kurzer Zeit das nötige Geld bereitgestellt haben, und allen, die die Baumaßnahmen mit organisiert haben, und auch der Landeszeitung und deren Lesern den allerherzlichsten Dank der Einwohner von Sien ausrichten", sagte Branko Irek, als er seine Mitstreiter vom Verein "Partnerschaft Aukrug-Sien" im "Alten Tivoli" in Innien über den Abschluss einer Spezialmission informierte. Bei einer "Aukrug-Sien"-Vorstandssitzung am 30. November hatten Vereins-Chef Reimer Reimers und sein Vize Branko Irek eine Hiobsbotschaft verkündet: Nach sintflutartigen Regenfällen seien im Staudamm von Aukrugs westafrikanischer Partnergemeinde Sien Risse aufgetreten, die unbedingt noch vor der nächsten Regenzeit geflickt werden müssten. 75 000 Euro hatte "Aukrug-Sien" mit Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit in das Regenrückhaltebecken investiert. Das finanzielle Engagement der Aukruger und die monatelange schwere Arbeit der Bürger von Sien beim Staudammbau wären verloren, wenn man jetzt nicht die nötigen Sanierungsmaßnahmen in Angriff nehme, betonten Reimers und Irek, veranschlagten die erforderlichen Finanzmittel auf 11 500 Euro und starteten einen Spendenaufruf. Bereits in der Landeszeitung vom 27. Januar 2010 konnte das "Aukrug-Sien"-Chefduo den Erfolg der Spendenaktion melden. Auf dem Spendenkonto waren schließlich 2200 Euro eingegangen. Zusammen mit dem übrigen Vereinsguthaben, 2500 Euro von der Gemeinde Aukrug sowie fälligen Mitgliedsbeiträgen ergab sich eine Summe von 12 670 Euro. Genug Geld, um den Staudamm zu reparieren und die Reisekosten von Irek zu finanzieren. Der Bauingenieur und Architekt hatte sich bereit erklärt, die Bauarbeiten am Regenrückhaltebecken persönlich zu überwachen.

"Es war absolut notwendig, den Staudamm zu reparieren", stellte Irek in seinem Reisebericht fest, "es war wichtig und gut, dass diese Sanierung ausgeführt worden ist, denn aufgrund der Rissbildung hätte der Damm die nächste Regenzeit wahrscheinlich nicht überstanden." Bei seiner Diagnose des Sanierungsbedarfs habe er weitere Schäden entdeckt, so Irek: "Die Seitenwand des Überlaufs war unterspült und schon richtig hohl." Der Osterstedter ordnete Ausbesserungsmaßnahmen mit Stahlbeton und Eisenbewehrungen an. Nachdem das Baumaterial endlich aus der Hauptstadt Ouagadougou angeliefert worden war, fanden die Bauarbeiten in extremer Hitze statt. "Wir hatten bis zu 47 Grad im Schatten, und der Boden war extrem hart und trocken", vermerkte Irek, "trotzdem haben es die Männer von Sien geschafft, innerhalb von zwei Tagen eine 45 Meter lange Grube für die Verbreiterung der Staumauer auszuheben." Der Stausee sei von "enormer Wichtigkeit" für die ganze Region, betonte Irek: "Die ganze Landschaft um den See herum ist sogar in der Trockenzeit grün, und auch die Brunnen in den Nachbardörfern haben jetzt wieder Wasser." Dass auch die Viehtränken nun ganzjährig Wasser bereithalten, verändere das Leben der Viehtreiber: "Die Nomaden sind sesshaft geworden und schicken ihre Kinder in die Schule von Sien - das ist unglaublich und eine ganz tolle Sache!" Die Stabilisierungsarbeiten seien ein voller Erfolg, bilanzierte Irek: "Der Staudamm von Sien ist saniert, da kann nun nichts mehr in die Brüche gehen, und ich denke, dass wir die nächsten 20 bis 30 Jahre Ruhe haben werden."

Bei der ebenfalls durch Hilfe aus Aukrug ermöglichten Erweiterung der Dorfschule war es zu Komplikationen gekommen, als der beauftragte Bauunternehmer bei einem Autounfall ums Leben kam. Die Bauarbeiten seien qualitativ hochwertig ausgeführt worden, lobte Irek. Um die abschließenden Arbeiten zu beschleunigen, griff der "Aukrug-Sien"-Vize zu einem Motivationsmittel, das er bereits bei der Staudamm-Reparatur erfolgreich eingesetzt hatte. "An dem Tag, an dem ich für alle Bauarbeiter Dolo-Bier ausgegeben habe, waren auf einmal 30 Leute auf der Baustelle", bemerkte Irek, "es ist absolut erstaunlich, was für eine Wirkung dies Dolo-Bier hat." Dass die knapp 70 000 Euro teure Schulerweiterung abgeschlossen sei, war die zweite positive Nachricht des Afrika-Rückkehrers: "Die neuen Klassenräume sind fertig, die neuen Lehrerwohnungen sind fertig, und auch die neuen Toiletten sind fertig."

Weitere erfreuliche Neuigkeiten aus Sien, die Irek verkünden konnte: Das Dorf ist ins nationale Elektrifizierungsprogramm von Burkina Faso aufgenommen worden, und private Investoren haben mit dem Bau einer Realschule begonnen. "Das sind positive Entwicklungen, mit denen wir so gar nicht gerechnet haben", freute sich Reimers und machte Werbung für die nächste Reise nach Sien (11. bis 22. Oktober, 1500 Euro), für die es noch ein paar freie Plätze gibt. Interessenten können unter Telefon 04873/574 oder per E-Mail (reisus@freenet.de) mit dem Vereinsvorsitzenden Kontakt aufnehmen.

zur Startseite

von
erstellt am 08.Jun.2010 | 06:57 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen