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Schüler bauen ihre eigene Windturbine

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Projekt „Lütt-Ing“ an der Gemeinschaftsschule beendet

Über 100 Kilogramm wiegt die funktionstüchtige Windturbine, die im Eingang der Nortorfer Stadtwerke steht. Gebaut haben das Modell 16 Schüler der Gemeinschaftsschule. Lehrer Volker Freund hatte sich vor über einem Jahr bei „Lütt-Ing“ – einem Projekt des Ministeriums für Bildung und Wissenschaft Schleswig-Holstein, der Petersen Stiftung, der Technischen Akademie Nord sowie des Nordmetall-Verbandes – angemeldet. Die Gemeinschaftsschule wurde mit acht weiteren Schulen im Land ausgewählt (wir berichteten).

Im Rahmen des Wahlpflichtkurses „Regenerative Techniken“ erkundeten die 16 Schüler der neunten Klassen zunächst verschiedene Windgenerator-Typen und bauten schließlich zwei Modelle. Bei der technischen Umsetzung eines Prototyps traten jedoch erste Probleme bei der technischen Umsetzung auf, berichtete Volker Freund. Daher stellte er den Schülern ein Modell eines befreundeten Amerikaners vor, der eine vertikale Windturbine baute und für die wichtige Grundbaupläne vorlagen.

Das Modell, Marke Eigenbau, richtet sich dank einer Windfahne selbst zum Wind aus. Die fünf rotierenden Blätter sind flexibel und bewegen sich durch eingesetzte Fahrradketten sodass sie beim Rückweg nicht gegen den Wind stehen. Gut 25 bis 30 Prozent des gewonnenen Windes kann in Energie umgesetzt werden. „Die Motivation dahinter war, dass die Schüler damit später ihre Handys aufladen können“, betonte Freund und fügte schmunzelnd hinzu: „Und das, obwohl Handys an unserer Schule eigentlich verboten sind.“

Der Bau sei eine mechanische Herausforderung gewesen, sowohl für die Schüler als auch für ihren Lehrer. „Ein pensionierter Feinmechaniker aus Nortorf hat uns bei der Planung und Umsetzung aber sehr geholfen“, sagte Freund. Seine Tipps und Ratschläge hätten maßgeblich zum Erfolg beigetragen. Ebenso die Unterstützung der Mitarbeiter der Stadtwerke, die als offizieller Kooperationspartner der Stadt stets mit Rat zur Seite gestanden hätten, freute sich Freund.

Das fertige Modell wurde Anfang des Monats im offiziellen Rahmen im Audimax der Fachhochschule Kiel präsentiert. Gut 400 Gäste verschafften sich einen Überblick über die geförderten Projekte. Einen Sieger gab es nicht. „Es geht mehr darum, die jungen Menschen für technische Berufe zu begeistern“, erklärte Volker Freund. Ausbildungsmeister Oliver Neumann von den Stadtwerken kommt so ein Projekt entgegen. „Es ist nicht mehr so, dass wir unendlich viele Bewerbungen bekommen“, sagte Neumann: „Um dem Fachkräftemangel vorzubeugen und junge Menschen für eine Ausbildung im technischen Bereich zu gewinnen, ist so ein Projekt ideal.“

Die reinen Materialkosten der vertikalen Windturbine belaufen sich auf rund 950 Euro. Von dem Fördergeld in Höhe von 5000 Euro wurden zusätzlich Unterrichtsmaterialien, wie Messgeräte und Laptops, angeschafft. „Der Wahlpflichtkurs läuft nämlich weiter. Dann beschäftigen sich die Schüler mit dem Thema Solarenergie“, blickte Freud auf das kommende Schuljahr. Auch das nun fertige Modell, das bis Ende der Sommerferien im Foyer der Stadtwerke bestaunt werden kann, soll dann an die Schule zurückkehren.

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erstellt am 19.Jul.2014 | 11:14 Uhr

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