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Landeszeitung

01. Oktober 2016 | 00:00 Uhr

Owschlag : Schräge Vögel mit Harmonika und Humor auf Tour

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Neues Programm der „Brotbüdels“ . Egon Jensen ist der Hit.

„An de Eck steiht’n Jung mi’n Tüddelband“. Das Lied kennen die Gäste. „In de anner Hand ’n Bodderbrood mit Kees“, stimmen sie daher mit ein. „Wenn he blots nich mit de Been in’n Tüddel kümmt...“, schmettern „De Brotbüdels“ weiter und das Publikum singt eifrig mit. Lachen, Singen, Schunkeln – beim Auftritt der plattdeutschen Entertainer werden Zwerchfell, Stimmbänder und Muskeln gleichermaßen gefordert. Den Zuhörern im Landhaus Hentschel in Owschlag gefiel’s.

Es war der vierte Auftritt der „Brotbüdels“ mit dem aktuellen Programm „Plattdütsch dröpt Bayrisch“ und einigen Neuerungen. Lars Brodersen ist nicht mehr dabei und Marco Klotzbücher in den Vordergrund gerückt. Zwar hat er als Musiker mit der Band „Club 2000“ Bühnenerfahrung, doch jetzt ist Ungewohntes gefordert: Einsatz als plattdeutscher Comedian. Darum schaut er vor der Show noch mehrfach in das Manuskript, macht seine Sache dann aber sehr gut. „Gott sei Dank musste ich nicht Bayrisch lernen“, erklärt er im Gespräch mit der Landeszeitung. Dabei hätte das nahe gelegen. Was macht man denn sonst mit einem Breiholzer, der einen bayrisch klingenden Namen trägt, in rotkariertem Hemd zur Krachledernen auftritt und steirische Harmonika spielt? Nun, in diesem Fall hatte er während der zweijährigen „Brotbüdels“-Pause durch Kompagnon Holger Jensen „Unterricht“. Jensen schnackt fast nur Platt, Klotzbücher (obwohl Kind plattdeutsch-sprechender Eltern) ursprünglich kein Wort. Wenn er jetzt mit den Worten „Dat Haar steiht, ich glöv, dat geiht“ die kleine Bühne betritt, sorgt er für die ersten Lacher – mit seiner windschnittigen Frisur. Fehlen ihm später mal die Worte, hat das Publikum Mitleid und korrigiert seine Aussprache. Umgekehrt versucht er, den Gästen einen bayerischen Juchzer beizubringen.

Holger Jensen spricht ein leicht verständliches Platt. Auch Sprachunkundige werden den größten Teil der Gags des Postbüdels, der es mit dem Briefgeheimnis nicht so genau nimmt, erfassen können. Da wird kräftig geschludert und so mancher Treffer unterhalb der Gürtellinie gelandet. Ein handfester Humor ist also vonnöten. Mehr als im ersten Programm geht es manchmal derb zu. Aber im Vorwege hatte Jensen erläutert: „Die Sketche werden ein, zwei Mal getestet.“ Gibt es keine Lacher – „wird die Szene rausgeschmissen“.

Ganz bestimmt nicht rausgeschmissen wird der neue „Brotbüdel“ Egon Jensen. Der gelb-schwarze Vogel wohnt im Postkasten, redet, wie ihm der Schnabel gewachsen ist, und erobert die Herzen im Sturm. Jensen & Jensen sind wahrscheinlich das einzige plattdeutsche Bauchrednerpaar – ein Status, den sie kultivieren sollten. Da ist es ein bisschen schade, dass der lustige Vogel erst ganz am Ende seinen kurzen Auftritt hat.

Wenn der Watzmann auf den Westerhever Leuchtturm trifft (links und rechts im Bühnenbild), dann trifft norddeutsches Liedgut auf bayrische Musik. Die Mischung ist gut bekömmlich, nur an einigen Übergängen könnte noch ein bisschen gefeilt werden, so wie zu Marco Klotzbüchers Solo-Schlager-Ausflügen. Weil er – genau wie Holger Jensen – bekennender Fan des „echten Nordens“ ist, hat er ein Lied mit gefälliger Melodie eingespielt. Die CD mit der Hymne an die Heimat ließen sich einige Fans sogleich vom Künstler persönlich signieren. Schließlich kann man Klotzbüchers Worte an den lieben Gott nur zustimmen: „In stillen Stunden dank’ ich ihm, dass ich ein Kind des Nordens bin“.Die nächsten, noch nicht ausverkauften Vorstellungen:

>Mittwoch, 5. Oktober, 20 Uhr, Gnutz, Zur Gnutzer Mühle, 04392 / 1759

>Dienstag, 11. Oktober, und Mittwoch, 12. Oktober, 20 Uhr, Legan, Margarethenmühle, 04875 / 354

> Freitag, 28. Oktober, 20 Uhr, Hohn, Doppeleiche, 04335 / 515

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erstellt am 22.Sep.2016 | 13:12 Uhr

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