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Landeszeitung

10. Dezember 2016 | 17:33 Uhr

Ascheffel : Schafe bekämpfen giftigen Bärenklau

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Gemeinde Ascheffel setzt auf 14 Muttertiere und 19 Lämmer, um Ausbreitung der gefürchteten Herkulesstaude zu verhindern.

Das Mutterschaf läuft vorneweg, hinter ihr die beiden Lämmer. Sie haben erst im März das Licht der Welt erblickt und dennoch gehören sie schon zum Team: Alle drei Schafe von Hobby-Schäfer Berthold Christofzik dienen als Unkrautvernichtungstrupp der Gemeinde Ascheffel. Insgesamt sind es 14 Muttertiere und 19 Lämmer, die auf der rund ein Hektar großen Fläche im Bereich Söhr laufen. Die Schafe haben die Leckerbissen entdeckt – den Riesen-Bärenklau (Heracleum giganteum). Für den Menschen ist die so genannte Herkulesstaude gefährlich. Nach dem Hautkontakt und der anschließender Bestrahlung mit Sonnenlicht, kann die Reaktion von der einfachen Rötung bis hin zu sehr schmerzhaften, entzündlichen Blasen reichen. Zudem gibt die Pflanze bei Sonnenlicht auch Gase ab, die Atemnot und sogar eine langanhaltende schwere Bronchitis verursachen können.

Wenn die Riesenstaude nicht permanent gemäht und ihre Blütenstände gekappt werden, kommt die Pflanze stetig zum Aussamen und das Wuchern nimmt kein Ende. Das weiß Alt-Bürgermeister Günther Petersen noch genau. Damit hatten er und die Gemeindearbeiter alle Hände voll zu tun, um den Bärenklau in den Griff zu bekommen (wir berichteten). Über vier Meter hoch waren die Stauden, die Stängel teilweise armdick, ein wahrer Urwald war entstanden. Nur mit Machete, Feuer und Gift konnte das Team die Pflanzen eindämmen. Jetzt, zwei Jahre später, drohte die Herkulesstaude erneut Überhand zu nehmen. Bürgermeister ist mittlerweile Jörg Harder und nun musste er sich der Sache annehmen, bevor die Stauden Blüten bilden und Samen auch auf benachbarte Flächen streuen. Da kam der Tipp von Peter Büchert aus Windeby gerade zur rechten Zeiten. „Ich hatte in einer dänischen Studie gelesen, dass Schafe eingesetzt werden, um die Pflanze klein zu halten“. Mit dieser Information ging er zum Ascheffeler Gemeindechef, der sich auch selbst noch mal schlau machte, um auf Nummer sicher zu gehen.

Von Berthold Christofzik wusste Jörg Harder, dass er Schafe hält und der erklärte sich spontan für den Versuch bereit. Seine Schafe gehören zur Rasse der Coburger Fuchsschafe. Aber auch einige Texelschafe sind dabei. Gemeinsam mit Gemeindearbeiter Rudolf Wiese hat Jörg Harder die Fläche eingezäunt, dann durften die Tiere loslegen. Doch der Erfolg stellte sich nicht sofort ein. „Die fraßen erst das Gras“, erzählt Christofzik, der sie eigentlich schon wieder von der Koppel holen wollte. Doch dann entdeckten sie den Bärenklau und fanden Gefallen an der Pflanze – „und es ging ihnen danach gut“, war auch Bürgermeister Harder erleichtert. Bis auf ein paar Zentimeter wurden die Pflanzen gefressen, im Frühstadium des Wachstums, „rechtzeitig bevor sie die Samen bilden“, sagt Jörg Harder und ergänzt: „Wir müssen jetzt abwarten, wie schnell die Stauden nachwachsen“. Einige der Schafe wird Christofzik zum Wochenende wieder von der Fläche holen, ein paar werden aber als „Dauermäher“ bleiben. 

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