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Landeszeitung

09. Dezember 2016 | 10:51 Uhr

Nienborstel : Rückzug der Windpark-Projektfirma

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Nienborsteler Bürgerinitiative „Windjammer“ freut sich über Teilerfolg, fühlt sich aber noch nicht „auf der sicheren Seite“.

Dass sich die Windpark-Projektierungsfirma „Plan 8“ (Eckernförde) aus Nienborstel zurückzieht, wertet man bei der Bürgerinitiative „Windjammer“ nicht als endgültigen Triumph, aber doch als großen Erfolg. Bei einer vom „Windjammer“-Verein initiierten Unterschriftensammlung hatten sich im Mai/Juni zwei Drittel der Nienborsteler Einwohner gegen den von „Plan 8“ vorangetriebenen Bau von Windkraftanlagen auf dem Gemeindegebiet ausgesprochen (wir berichteten).

„Die renommierte Firma Plan 8, Projektierer für Windkraftanlagen weltweit, hat in Nienborstel einen Rückzieher gemacht. In einer kargen Notiz hat das Unternehmen unseren Verein davon in Kenntnis gesetzt“, teilt Stefanie Viereck von der Bürgerinitiative „Windjammer“ mit und zitiert diese „karge Notiz“, die sie am Montag per Mail erhielt: „Wir, die Plan 8 GmbH, sind an einer Windparkplanung in Nienborstel nicht mehr beteiligt.“ „Plan 8“ hatte in den vergangenen Monaten die Planungen für sechs Windkraftanlagen in unmittelbarer Nachbarschaft des Nienborsteler Ortsteils Dörpstedt vorangetrieben. Als Reaktion auf dieses Projekt hatte sich am 1. Februar der Verein „Windjammer“ gegründet. Die „Initiative für eine Energiewende im Einklang mit Mensch und Natur“ formulierte in ihrer Satzung drei Hauptziele: „Wir wollen uns und unsere Nachbarn vor den Gefahren schützen, die von Windkraftanlagen am falschen Ort verursacht werden. Wir wollen ländliche Räume und gewachsene dörfliche Strukturen schützen. Wir wollen den Lebensraum der heimischen Artenvielfalt erhalten und der optischen Verschandelung der Landschaft entgegenwirken.“ Die Unterschriftensammlung der Bürgerinitiative gegen den Bau von Windmühlen war sehr erfolgreich. 300 Nienborsteler setzten ihre Unterschrift auf die Liste – 300 von insgesamt 468 wahlberechtigten Dorfbewohnern. „Das sind 65 Prozent Ablehnung“, rechnete Dieter Seifert vor. „Eine Zweidrittel-Mehrheit, mit der wir sehr zufrieden sein können“, betonte Ex-Gemeindevertreter Michael Wachsmuth. Die „Windjammer“-Aktivisten verschickten das Ergebnis ihrer Unterschriftensammlung an alle maßgeblichen Stellen der Landesplanung: die Staatskanzlei, das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (MELUR) und das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR). Darüber hinaus erarbeitete der „Windjammer“-Verein eine 43-seitige „Abwägungshilfe“ mit vielen Argumenten gegen den Bau von Windkraftanlagen in Nienborstel, der dem Regionalplanungsbüro beim LLUR zugesandt wurde. „Wir haben dabei insbesondere auf das Dörpstedter Moor und dessen Feuchtgebiete, heimische Großvögel wie Schwarzstorch und Gabelweihe sowie die durch das Gebiet verlaufenden Vogelzugrouten hingewiesen“, erklärte Dieter Seifert. Der Talraum mit seinen biologisch-ökologisch wertvollen Fließgewässern und Feuchtflächen sei genau so ein „charakteristischer Lebensraum“, wie ihn die Landesplaner schützen wollen, meinen die „Windjammer“-Sprecher. Den nun von „Plan 8“ verkündeten Rückzug aus Nienborstel werten die „Windjammer“-Mitglieder als großen Erfolg. „Das sollte uns Mut machen“, sagt Stefanie Viereck, „wir sind der Windkraftlobby nicht wehrlos ausgeliefert.“

Aber diese „Windkraftlobby“ schläft nicht. „Damit sind wir noch lange nicht auf der sicheren Seite“, weiß Stefanie Viereck, „denn es gibt ja unzählige Projektierer – und der nächste naht bereits von Süden: Die Windwärts Energie GmbH, hat kürzlich die Briefkästen im Hohenwestedter Ortsteil Bockhorst und Umgebung mit einer Hochglanzbroschüre bestückt und sich als potentieller Projektierer vorgestellt.“

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