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Landeszeitung

04. Dezember 2016 | 07:15 Uhr

Kinder an die Macht : Ritterschlag aus Kiel für Jerry Town

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Innenministerium vergibt das Stadtrecht an die Ferienkommune, in der Kinder das Sagen haben und das öffentliche Leben nachspielen.

Jerry Town, die Stadt der Kinder, öffnet am 22. August wieder ihre Tore. 200 Jungen und Mädchen zwischen acht und zwölf Jahren aus Rendsburg und Umgebung können sich im Innenhof des Hohen Arsenals fünf Tage lang auf spielerische Art mit den Abläufen, Strukturen und Herausforderungen einer Stadt auseinandersetzen.

Jerry Town wird von der Stadt Rendsburg zum mittlerweile zehnten Mal veranstaltet. „Zum Jubiläum werden wir eine zauberhafte Idee umsetzen“, versprach Bürgermeister Pierre Gilgenast. „Wir haben beim Innenministerium beantragt, der Stadt der Kinder die offiziellen Kinderstadtrechte zu verleihen – und das Ministerium macht den Spaß mit.“

In Jerry Town werden wie immer ein Bürgermeister und eine Stadtvertretung gewählt. Diese Jungen und Mädchen werden dann in das Alte Rathaus eingeladen und dürfen sich sogar in das Goldene Buch der Stadt Rendsburg eintragen. Aber ihre Hauptaufgabe ist es, die Kinderstadt zu „regieren“. In der Stadt der Kinder gibt es eine eigene Währung, den „Jerry“, es gibt Arbeitsplätze und eine Arbeitsagentur, es werden Löhne ausgezahlt, Firmen gegründet und Steuern erhoben.

Die Sparkasse Mittelholstein ist mit Auszubildenden und einer Angestellten für die Geldgeschäfte tätig. „Die Stiftung Spar- und Leihkasse Rendsburg hat sich 2007 mit einer Anschubfinanzierung von 25  000 Euro für Jerry Town eingesetzt“, erinnerte der Sparkassenvorstand Manfred Buncke an die Anfänge. Davon wurden unter anderem große Zelte angeschafft, die immer noch im Einsatz sind. Seitdem sponsert die Sparkasse das Projekt jährlich mit 10  000 Euro. „Das ist eine Menge Geld, aber es ist gut angelegt“, betonte Buncke. „Die Kinder werden im sozialen Bereich gefördert, sie lernen dort fürs Leben.“

„Ohne die finanzielle Unterstützung der Sparkasse wäre Jerry Town in dieser Qualität nicht möglich“, sagte Matthias Gröning vom Fachdienst Familie der Stadt Rendsburg. „Wir stehen in Schleswig-Holstein mit unserer Kinderstadt sehr, sehr gut da“, betonte er.

Genau wie in einer richtigen Stadt gibt es in Jerry Town unterschiedliche Herausforderungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Die Kinder haben die Möglichkeit, mit ihrer Kreativität, Erfahrung und Intuition eigene Lösungen zu finden und diese zu erproben. Jedes Kind erhält am ersten Tag ein steuerfreies Startkapital von fünf Jerrys, einen Ausweis und alle weiteren notwendigen Papiere. Eine Lese-Lounge und ein Nähcafé gehören zu den neuen von insgesamt 30 Angeboten in der Kinderstadt.

Das städtische Projekt wird von den Stadtwerken, dem Umwelt- und Technikhof, der Abfallwirtschaftsgesellschaft des Kreises, dem Familienzentrum A4, den „Lokalen Bündnissen für Familie“, dem Deutschen Kinderschutzbund, der Volkshochschule Rendsburger Ring und den Firmen Callsen & Lamich, Edeka Hauschildt, Rathjens, „die Netzwerkstatt“ und SZ-Transporte unterstützt.

Brigitte Fugmann, Fachdienstleiterin Familie im Rathaus, wies darauf hin, dass seit der Premiere im Jahre 2007 bisher 1650 Kinder an Jerry Town teilgenommen haben. Es sei ein verlässliches Ferienangebot, bei dem die Eltern wüssten, dass ihre Kinder von 9 bis 16 Uhr verantwortungsvoll betreut würden, betonte Fugmann. Einige Plätze in Jerry Town sind noch frei. Anmeldungen sind über die Internetseite www.jerry-town.de möglich. Die Kosten betragen 80 Euro. Weitere Informationen gibt Matthias Gröning, Tel. 206-145.


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